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Sa, 26. September 2020, 19:55 Uhr

Toyota Motor

WKN: 853510 / ISIN: JP3633400001

Toyota Motor-Aktie: Prüfstand stellt starkes Zeugnis aus


18.09.12 13:24
Sarasin Research

Zürich (www.aktiencheck.de) - Dr. Philipp Gamper, Analyst von Sarasin Research, bewertet die Toyota Motor-Aktie weiterhin mit dem Votum "kaufen".

Die drei letzten Geschäftsjahre seien für Toyota zur größten Bewährungsprobe der Firmengeschichte geworden. Sie seien geprägt gewesen von Qualitätsproblemen mit Massenrückrufaktionen, Überkapazitäten sowie insbesondere dem Erdbeben in der Tohoku Region und der Flutkatastrophe in Thailand, wo sich eine der bedeutendsten Produktionsbasen außerhalb Japans befinde.

Die negativen Auswirkungen der Ereignisse seien insbesondere auf das Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März 2012) enorm gewesen. Nachdem Toyota über Jahre die weltweite Nummer Eins gewesen sei, sei das Unternehmen gemessen an der Anzahl abgesetzter Autos 2011 auf den dritten Platz hinter General Motors (GM) (ISIN US37045V1008 / WKN A1C9CM) und Volkswagen (ISIN DE0007664039 / WKN 766403; VZ) zurückgefallen.

Während Toyota (inkl. Nobelmarke Lexus) im Kalenderjahr 2011 noch 7,10 Mio. Autos verkauft habe, was einem Minus von 6% entsprochen habe, seien es bei GM 9,03 Mio. (+8%) und bei Volkswagen 8,36 Mio. (+15%) gewesen. Der globale Marktanteil von Toyota (inkl. der Nobelmarke Lexus) sei damit auf 9,9% zurückgegangen, nachdem er 2010 noch 10,0% bzw. 2009 noch 11,9% betragen habe.

Das neue Geschäftsjahr 2012/13 stehe hingegen unter einem bedeutend besseren Stern. Die rasch eingeleiteten Maßnahmen zur Wiederherstellung der von Toyota selbst auferlegten hohen Standards punkto Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte hätten Erfolg gezeitigt. Toyota sei mit starken Produkten auf einen eindrücklichen Wachstumspfad zurückgekehrt und setze die Konkurrenz entsprechend unter Druck.

Beflügelt durch den neuen durchschlagenden Markterfolg mit eindrücklichen Verkaufszahlen in den USA und Asien habe das Management anfangs August den für das Kalenderjahr 2012 geplanten Absatz nochmals nach oben revidieren können. So rechne Toyota (inkl. Lexus) nun mit einer Absatzsteigerung von 23% auf 8,75 Mio. Fahrzeuge. In Japan sollten sogar 39% mehr Autos verkauft werden, während außerhalb Japans ein Plus von 20% angestrebt werde.

Für das 1Q 2012/13 (per Ende Juni 2012) habe Toyota (inkl. Lexus) 2,08 Mio. Fahrzeuge verkaufen können, was einem Absatzplus von 87% gegenüber dem vom Erdbeben geprägten schwachen Vorjahresvergleichsquartal entsprochen habe (1Q 2011/12: 1,11 Mio. Fahrzeuge).

Insbesondere in den USA habe sich Toyota erfolgreich in Szene setzen können. So habe sich der Marktanteil von Toyota (inkl. Lexus) in den ersten acht Monaten 2012 gegenüber 2011 um 1,5%-Punkte auf 14,4% erhöht (2011: 12,9%; 2010: 15,2%). Toyota habe damit erstmals seit zwei Jahren wieder näher an Ford heranrücken können, welche auf einen Marktanteil von 15,6% gekommen seien, was einem Rückgang von 1,2%-Punkte gegenüber 2011 entsprochen habe (2011: 16,8%; 2010: 16,7%). Klarer Marktführer sei hingegen weiterhin GM mit einem Marktanteil von 18,1% geblieben, was jedoch ebenfalls einen Rückgang von 1,5%-Punkte gegenüber Vorjahr bedeutet habe (2011: 19,6%; 2010: 19,1%).

Außerordentlich erfreulich sei das Geschäft für Toyota auch in den dynamischen Märkten Asiens verlaufen. So habe die weltgrößte japanische Autoherstellerin ihren Marktanteil in den ersten acht Monaten 2012 um weitere 0,4%-Punkte auf 6,0% erhöhen können (2011: 5,6%; 2010: 4,9%). Auch in Indien, wo Toyota den Marktanteil 2011 gegenüber 2010 von 2,8% auf 4,9% habe erhöhen können, sei das Geschäft weiterhin gut verlaufen.

In Brasilien, dem mit Abstand größten Automarkt Lateinamerikas, sei Toyota bis Ende August 2012 auf einen Marktanteil von 2,7% gekommen, was einen Wert nur leicht unter den beiden Vorjahren dargestellt habe (2011: 2,9%; 2010: 3,0%).

Im schwierigen Automarkt Westeuropas habe Toyota den Negativtrend der letzten Jahre stoppen können. Bis Ende August 2012 habe ein Marktanteil von 4,3% resultiert, was gegenüber 2011 eine leichte Verbesserung von 0,2%-Punkte bedeutet bzw. wieder dem erreichten Marktanteil von 2010 entsprochen habe. Im wichtigen Automarkt Deutschland habe Toyota in den ersten acht Monaten 2012 einen gegenüber 2011 unveränderten Marktanteil von 2,6% erzielt (2010: 2,7%).

Insbesondere in den Ländern Asiens und Lateinamerikas dürfte die Nachfrage auch längerfristig viel versprechend bleiben. So würden in China erst rund 50 Autos auf 1.000 Einwohner entfallen, während es in Indien sogar nur deren 15 seien. In Brasilien seien es immerhin bereits 160 Autos pro 1.000 Einwohner und in Russland 280. Im Vergleich dazu würden in Deutschland 580 und in den USA 780 Autos auf 1.000 Einwohner kommen.

Trotz der zahlreichen Rückschläge, die Toyota in den letzten Geschäftsjahren habe hinnehmen müssen, sei die Innovationskraft des führenden japanischen Autobauers mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch kaum in Frage gestellt. So nehme Toyota zusammen mit Honda und Volkswagen die führende Position bei verbrauchsarmen Benzinmotoren ein.

Noch stärkere Beachtung und Anerkennung genieße Toyota für die Leistungen im Bereich Hybridtechnologie, wo Toyota (Prius, Camry Hybrid, Highlander Hybrid) und Honda die erfolgreichsten Produkte am Markt lanciert hätten. Auch die Möglichkeit von Brennstoffzellen und Wasserstoff basierten Antrieben und das von Batterien betriebene Auto würden von Toyota aktiv ausgelotet. Das Management von Toyota gehe davon aus, bis spätestens 2015 Wasserstoff angetriebene Autos an den Markt bringen zu können.

Fast drei Viertel der von Toyota abgesetzten Fahrzeuge hätten ihren Käufer außerhalb von Japan gefunden. Dennoch sei 2011 noch immer rund die Hälfte der verkauften Autos, Busse und Lastwagen aus heimischer Produktion gekommen. Aufgrund des starken Yens wie auch den vergleichsweise hohen Lohnkosten sehe sich das Management einem zunehmenden Margenproblem ausgesetzt.

Mit einer Verschiebung bedeutender Produktionskapazitäten in die jeweiligen Absatzmärkte könnte das Währungs- und Arbeitskostenproblem entschärft werden. Hingegen müsste dann die für die Qualitätssicherheit wichtige Zulieferkette (Supply Chain) neu strukturiert werden, was Toyota vor erhebliche Herausforderungen stellen dürfte. Die hohe Konzentration auf japanische Fertigungswerke und Zulieferer sei in der Vergangenheit ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Sicherstellung von Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards gewesen.

Die Reputation von Toyota als Herstellerin von innovativen, qualitativ guten und zuverlässigen Autos zu einem vernünftigen Preis habe infolge der großen Rückrufaktionen 2009/10 insbesondere in den USA gelitten, was auch die erheblichen temporären Marktanteilsverluste bestätigt hätten. Die Wiedergewinnung des Käufervertrauens bleibe eine große Herausforderung. Zudem würden Toyota wie auch alle anderen japanischen Automobilhersteller und die europäischen Volumenhersteller von den attraktiven Produkten ihrer südkoreanischen Konkurrenten (Hyundai, Kia) zunehmend unter Druck gesetzt.

Vor dem Hintergrund der jüngsten großen Markterfolge in USA und Asien dürfte es Toyota gelingen, im laufenden Jahr nach den temporären markanten Rückschlägen erneut an die Spitze als größter Autobauer der Welt zurückzukehren. Die gesteckten Finanzziele des Managements für das Geschäftsjahr 2012/13 würden als durchaus realistisch erscheinen.

So rechne Toyota mit einem Umsatzanstieg von 18% gegenüber dem Vorjahr auf JPY 22,0 Bio. (USD 282 Mrd.) und einem operativen Gewinn (EBIT) von JPY 1,0 Bio. (USD 12,8 Mrd.), was einer Verbesserung von nicht weniger als 181% gegenüber dem letzten Geschäftsjahr entspreche. Zwar sehe sich Toyota einer starken Konkurrenz ausgesetzt, würden doch die bekannten deutschen Premiumautohersteller ihre Produktpalette nach unten abrunden, während die südkoreanischen, französischen und nicht zuletzt die übrigen japanischen Volumenhersteller einerseits verstärkt in die Premiumklasse vordringen und andererseits noch kosteneffizientere Autos bauen würden.

Die schiere Größe und die überzeugenden Positionen in vielen rasch wachsenden Märkten der Welt würden den weiteren Geschäftserfolg von Toyota dennoch nachhaltig unterstützen. Toyota weise mit einer innovativen Produktpalette und kosteneffizienten Prozessabläufen ein deutlich höheres Wachstums- und Ertragssteigerungspotenzial auf als der Automobilsektor insgesamt.

Die Analysten von Sarasin Research stufen die Aktien von Toyota Motor nach wie vor mit "kaufen" ein. (Analyse vom 18.09.2012) (18.09.2012/ac/a/a)




 
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