Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 26. August 2019, 11:35 Uhr

CFDs: Bafin beschränkt den Handel


18.01.19 18:15
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Gegen Jahresende begann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) mit der Übernahme zahlreicher Positionen der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (kurz: ESMA).

Hebelregulierungen sind - zum Teil - nicht nachvollziehbar


Der wohl entscheidendste Punkt: Der maximale Hebel ist nun gesetzlich reguliert - für Major-Forex-Paare wurde er auf 1 zu 30, für andere Währungspaare, Gold sowie für wichtige Indizes auf 1 zu 20 gesetzt. Kleinere Indizes und andere Rohstoffe können nur noch mit einem Hebel von 1 zu 10 gehandelt werden - für Aktien gibt es eine Beschränkung von 1 zu 5. Der maximale Hebel für Kryptowährungen beträgt gerade noch 1 zu 2.

Folgt man der ESMA, so basieren nun die Hebel auf Basis der Volatilität. Natürlich wird sich der kritische Trader hier tatsächlich ein paar Fragen stellen müssen. So etwa, ob der SMI, der als kleiner Index gewertet wird, die doppelte Volatilität vom DAX hat oder auch, ob das Währungspaar EUR/GBP weniger volatil als das Währungspaar EUR/AUD ist. Besonders interessant wird es bei den Staatsanleihen, die unter dem Begriff "Andere" geführt werden und somit nur noch mit einem Hebel von 1 zu 5 gehandelt werden können. Das würde bedeuten, deutsche Staatsanleihen sind um rund 400 Prozent volatiler als der DAX. Dasselbe gilt natürlich auch für die US Staatsanleihen, die somit doppelt so volatil wie die Tesla-Aktie eingestuft werden.

Weitere Änderungen


Liegt der Margin-Prozentsatz bei 50 Prozent, so kommt es zur automatischen Close-Out dieser Position. Übersteigt der Verlust aller noch offenen Positionen 50 Prozent der geforderten Margin, so kommt es also zur Liquidation. Bislang lag die Entscheidung immer bei den Brokern.

Auch wurde eine Restriktion für die Vergabe von Boni festgelegt. Das heißt, viele Aktionen - so etwa "100 Euro Gutschrift, wenn Sie 1.000 Round-Turns handeln" - gehören nun für immer der Vergangenheit an.

Ein weiterer Punkt, der jedoch durchaus als positiv gesehen werden kann, ist die Abschaffung der sogenannten Nachschusspflicht. Für den deutschen Trader hat sich aber nichts geändert: Die Nachschusspflicht wurde von Seiten der BaFin bereits mit Mitte 2017 abgeschafft - nun ist die Nachschusspflicht auch innerhalb der EU verboten.

Broker müssen jetzt auch eine standardisierte Risikowarnung herausgeben. Besonders pikant: In der Warnung muss angegeben werden, wie viele Kunden im letzten Quartal Geld verloren haben - die Angabe muss in Prozent erfolgen.

Warum man sich nicht für einen Broker mit Sitz außerhalb der EU entscheiden sollte


Viele Trader suchen jetzt natürlich nach Alternativen, weil sie keine Lust auf eine Bevormundung durch die BaFin haben. Jedoch kann das EU-Ausland nur bedingt empfohlen werden. Denn auch wenn man mitunter unzufrieden mit den Hebelbeschränkungen ist, so darf nicht außer Acht gelassen werden, dass außerhalb der EU gerne auf diverse Schutzmechanismen verzichtet wird, die vor allem den Kleinanlegern helfen.

Auch wenn die Beschränkungen durch die BaFin ärgerlich sind, weil zum Teil auch nicht nachvollziehbar, müssen die Trader dennoch einen kühlen Kopf bewahren. Jetzt sein Geld über fragwürdige Broker - Testberichte zu den diversen Brokern findet man etwa auf aktiendepot.com - zu investieren, kann nicht die Lösung sein.

Interessanter sind etwa alternative Tradinginstrumente - so etwa Futures - geworden. Hier konnte vor allem die Eurex mit verlängerten Handelszeiten wie neuen Produkten, so beispielsweise dem Mini-DAX, für verbesserte Rahmenbedingungen sorgen. (18.01.2019/ac/a/m)