Suchen
Login
Anzeige:
Do, 23. Mai 2019, 15:46 Uhr

China BIP: Wirtschaftspolitische Maßnahmen stützen das Wachstum


17.04.19 11:05
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Die heute gemeldeten BIP-Zahlen aus Peking zeigen, dass sich das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte zum Start des neuen Jahres stabilisieren konnte, so die Analysten der Nord LB.

Im Jahresvergleich habe der reale Output in China im ersten Quartal abermals um 6,4% angezogen. Einige monatlich gemeldete Konjunkturindikatoren hätten zwar bereits recht frühzeitig dezente Hinweise in diese Richtung gesendet, viele Marktteilnehmer (und die Analysten) hätten allerdings doch die Gefahr der Veröffentlichung von leicht schwächeren Daten zum Wirtschaftswachstum in der wichtigsten asiatischen Volkswirtschaft gesehen. Insofern könne nun schon von einer positiven Überraschung gesprochen werden. Selbst wenn man die Frage nach der Datenqualität einmal ausklammere, sollte man die ökonomische Bedeutung der robusten BIP-Zahlen aus China aber wohl auch nicht überbewerteten. Es handle sich einfach nur um eine leicht positive Überraschung.

Dabei sei auch zu bedenken, dass die chinesische Wirtschaftspolitik eine maßgebliche Verantwortung für das Ausbleiben von negativen Überraschungen bei den BIP-Zahlen im ersten Quartal gehabt haben dürfte. Die ökonomischen Stimuli aus Peking sollten am aktuellen Rand zweifellos bei der Stabilisierung des Zulegens der ökonomischen Aktivität geholfen haben. Die keinesfalls bittere Medizin der chinesischen Wirtschaftspolitik habe also Wirkung gezeigt. Nun müsse verhindert werden, dass eine Abhängigkeit von der stimulierenden Droge entstehe; vor allem die Schuldenlast sollte in diesem Kontext im Auge behalten werden.

Angesichts der positiven Signale bezüglich des Verlaufs der Handelsgespräche zwischen Peking und Washington könne dies auch gelingen. Ein Deal zwischen den USA und China würde der Wirtschaft im Reich der Mitte sicherlich neue Impulse bringen. Zwar möge sich zunächst ein belastender Anpassungsdruck ergeben, weil manche Firmen in der wichtigsten asiatischen Volkswirtschaft ihre Geschäftsmodelle an die neuen Regeln im Handel mit Nordamerika anpassen müssten, die Unternehmen in China dürften aber flexible genug sein, um diese Herausforderungen zu meistern.

Perspektivisch wäre eine nachhaltige Öffnung der chinesischen Wirtschaft sicherlich förderlich für das Land. Skeptiker könnten argumentieren, dass schwächere Wachstumszahlen heute den Handlungsdruck in Peking noch weiter erhöht hätten. Diese Einschätzung möge nachvollziehbar sein, die Analysten würden aber trotzdem denken, dass es relativ kurzfristig zu einer konstruktiven Einigung bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China kommen werde.

Das Wirtschaftswachstum in China präsentiere sich zum Start des neuen Jahres robust. Diese Nachricht werde von den Finanzmärkten positiv bewertet. Die Zahlen würden somit schon für eine erhöhte Risikofreunde der Investoren sprechen und seien folglich grundsätzlich hilfreich für die internationalen Aktienmärkte und die australische Währung. Man sollte bei der Interpretation der Daten allerdings im Hinterkopf behalten, dass die chinesische Wirtschaftspolitik ohne jeden Zweifel stützend gewirkt habe. Nun müsse auf den Handelsdeal zwischen Washington und Peking gewartet werden. (17.04.2019/ac/a/m)