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Di, 22. Mai 2018, 0:43 Uhr

China: Wirtschaft wächst auf breiter Basis


14.02.18 17:01
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die stabile Entwicklung der Einkaufsmanagerindices (PMIs) in China deutet darauf hin, dass die Konjunktur zu Beginn von 2018 kaum an Schwung verloren hat, so die Analysten der DekaBank.

Die Dynamik im Dienstleistungssektor sei dabei höher als in der Industrie. Auch die Außenhandelszahlen würden eine gute Entwicklung signalisieren: Die Exporte seien im Januar um 11,1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wobei das Wachstum bei technologieintensiven Produkten stärker gewesen sei als bei arbeitsintensiven. Das rasante Importwachstum von 36,9% sei überzeichnet gewesen, weil es hier zu Nachholeffekten nach einer schwachen Entwicklung im Dezember und zu Vorzieheffekten wegen des anstehenden Neujahrsfestes gekommen sei. Rechne man diese Verzerrungen heraus, bleibe immer noch eine kräftige Importdynamik, die für eine solide Inlandsnachfrage spreche. Das Wirtschaftswachstum stehe damit auf breiter Basis.

Der Inflationsdruck bleibe derweil gering: Die Inflationsrate sei im Januar von 1,8% auf 1,5% zurückgegangen. Aufgrund eines Basiseffekts sei ab Februar zwar mit Raten über 2% zu rechnen, doch wäre auch dies noch nicht problematisch. Das Inflationsziel werde zwar erst im Rahmen der Tagung des Volkskongresses bekannt gegeben, die am 5. März beginne. Doch die Analysten der DekaBank würden ein gegenüber 2017 unverändertes Inflationsziel von 3% erwarten. Eine Anhebung des Einlagensatzes, der gegenwärtig bei 1,5% liege, werde bei Inflationsraten von deutlich über 2% wieder wahrscheinlicher, um die Realverzinsung nicht zu stark absinken zu lassen. Allerdings spreche gegenwärtig der Aufwertungsdruck auf den Renminbi gegen höhere Zinsen. Die Analysten der DekaBank würden davon ausgehen, dass die Regierung vor stärkeren Devisenmarktinterventionen zur Schwächung des Renminbi zurückschrecke, da sie dadurch eine Verschärfung des Handelskonflikts mit den USA riskieren würde. Sowohl niedrige Zinsen als auch eine Lockerung der Kapitalausfuhrbestimmungen würden dem Ziel einer etwas schwächeren Währung besser dienen würden.

Die Regierung habe als mittelfristiges Wachstumsziel für die Jahre bis 2020 eine Rate von 6,5% festgelegt. Sie dürfte alles daran setzen, dass dieser Wert nicht deutlich unterschritten werde, was für Wachstumsraten oberhalb von 6% spreche. Obwohl die Infrastrukturinvestitionen noch immer einen wichtigen Beitrag zur Stützung der Konjunktur liefern würden, komme der angestrebte Umbau der Wirtschaft voran: Der Dienstleistungssektor steuere mittlerweile über 50% zur Wirtschaftsleistung bei. Die hohe Verschuldung des Unternehmenssektors schüre zwar Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Solange aber die Verschuldung überwiegend in Inlandswährung erfolge, könne die Notenbank das Finanzsystem stabilisieren und werde dies auch tun. Die Verschärfung der Kapitalverkehrskontrollen habe zu einer Stabilisierung der Währungsreserven und zu einer Aufwertung des Renminbi geführt. Ein dauerhafter Aufwertungstrend der Währung dürfte allerdings seitens der Regierung nicht erwünscht sein, was für eine Lockerung der Kapitalverkehrskontrollen spreche.

Der massive Anstieg der Unternehmensverschuldung führe zu anhaltenden Sorgen bei Investoren und Ratingagenturen. So habe zuletzt S&P das Rating auf A+ herabgestuft, nachdem zuvor schon Moody’s die Bonitätsnote gesenkt habe. Insgesamt würden die Ratings der Agenturen (Moody‘s: A1; Fitch: A+) aber weiterhin zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas sehr hoch sei. Die größten Risiken würden derzeit von den Spannungen um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm und drohenden US-Handelssanktionen gegen China ausgehen. Die USA hätten bereits einige chinesische Firmen mit Sanktionen belegt, die Geschäftsbeziehungen zu Nordkorea unterhalten würden. Der Kreis dieser Unternehmen könnte noch erweitert werden. (14.02.2018/ac/a/m)