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Do, 18. Oktober 2018, 14:28 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

DAX: Hoffen auf die Schnäppchenjäger und den US-Konsumenten


12.10.18 12:22
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - An den Finanzmärkten sind Risikofaktoren zuletzt wieder viel stärker in den Fokus der Anleger gerückt, so die Analysten der Nord LB.

Neben der Sorge vor einer Verschärfung des Handelskonfliktes zwischen Peking und Washington habe in diesem Kontext auch eine signifikante Verunsicherung bezüglich der weiteren Ausrichtung der US-Geldpolitik eine große Rolle gespielt. Anleger hätten offenkundig befürchtet, dass das Zinsniveau in den Vereinigten Staaten zu stark steigen könnte - beziehungsweise dies vielleicht sogar schon getan habe. Vor allem diese Sorge scheine die jüngst zu beobachtende Schwäche der Kurse der Dividendenpapiere in New York und andernorts maßgeblich ausgelöst zu haben. Oberhalb eines Renditeniveaus von 3,00% seien US-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren sicherlich ein für viele Anleger interessantes Investment. Umschichtungen in festverzinsliche Wertpapiere aus dem USD-Universum hätten dann zu neuen Kursverlusten am Aktienmarkt geführt und die Attraktivität der "sicheren" US-Staatsanleihen sogar noch weiter erhöht - es handle sich hier also fast schon um einen Teufelskreis.

In jedem Fall habe sich gezeigt, dass die Schwäche der internationalen Aktienmärkte auch Implikationen für andere Asset-Klassen gehabt habe. Dies liege unter anderem wohl auch daran, dass der VIX derzeit als das zentrale Maß für die Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten gelte. Daher habe der Kursverfall an den Aktienmärkten, der den S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) in Richtung 2.700 Punkte gedrückt habe, ein generelles Anziehen der Risikoprämien zur Folge gehabt, was dann die Kurse der Dividendenpapiere nicht nur in den USA weiter belastet habe.

Beim DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) sei durch die Turbulenzen inzwischen die Marke von 11.500 Punkten in den Fokus gerückt. Deutsche Dividendenpapiere aus dem Blue-Chip-Universum würden daher nun auch optisch nicht mehr übermäßig teuer wirken. Mit Blick auf eine mögliche perspektivische Erholung der Kurse seien somit nun wohl vor allem die Schnäppchenjäger unter den Anlegern als die großen Hoffnungsträger zu bezeichnen. Zudem könnte der US-Konsument einmal mehr für eine positivere Stimmung an den Börsen sorgen. Am Montag sei in den Vereinigten Staaten mit erfreulichen Zahlen zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze zu rechnen. Auch gestützt auf die Vertriebserfolge der US-Autohäuser sollte sich im September in der Tat ein deutliches Anziehen des nominalen Volumens des Konsums zeigen. Diese Nachricht dürfte die Hoffnungen auf ein auch im 3. Quartal 2018 zu beobachtendes starkes US-Wirtschaftswachstum an den Finanzmärkten weiter verstetigen. Damit könnten steigende Aktienkurse und höhere US-Staatsanleiherenditen zumindest für eine Weile durchaus wieder Hand in Hand gehen.

Auch die zuletzt von Medienberichten ausgelöste Spekulation, dass das US-Finanzministerium China nicht als Manipulator am Devisenmarkt bezeichnen wolle, möge den globalen Aktienmärkten in den kommenden Tagen helfen. Zudem sollte die Ankündigung eines Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping im November stützend für die Kurse der Dividendenpapiere sein.

Die aktuellen Marktturbulenzen hätten die Kurse der Dividendenpapiere global belastet. Damit würden sich Aktien mittlerweile optisch so günstig präsentieren, dass zunehmend schon die Schnäppchenjäger unter den Investoren angelockt werden könnten. Auch der US-Konsument müsse als Hoffnungsträger gelten. So sei im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit sehr erfreulichen September-Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen zu rechnen. Die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft sollte grundsätzlich schon für den Aktienmarkt sprechen. Zwar könne momentan wohl noch kein exzessiver Pessimismus der Marktteilnehmer diagnostiziert werden, die Risikoaversion habe aber schon ein hohes Niveau erreicht. Damit würden die durchaus vorhandenen Chancen von den Investoren derzeit wahrscheinlich zu stark ausgeblendet. (12.10.2018/ac/a/m)




 
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