Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 22. Januar 2020, 12:55 Uhr

Deutsche Industrie sendet positive Signale


06.11.19 12:37
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Der gestern bekannt gegebene Rückgang des US-Außenhandelsdefizits von 55,0 auf 52,5 Mrd. US-Dollar lag im Rahmen der Erwartungen und signalisiert damit auch keinen größeren Revisionsbedarf für das US-BIP-Wachstum von annualisiert 1,9 Prozent im 3. Quartal, so die Analysten von Postbank Research.

Ein Vergleich des Handelsvolumens in den ersten drei Quartalen 2019 mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres zeige aber die Bremsspuren, die die diversen Handelskonflikte auch in den USA hinterlassen hätten. So seien die US-Exporte (-1,2 Prozent) angesichts der global integrierten Wertschöpfungsketten im Vergleichszeitraum sogar wesentlich deutlicher zurückgegangen als die Importe (-0,3 Prozent), auf die die US-Strafzölle ursprünglich gezielt hätten. Auffällig in dieser Statistik sei natürlich insbesondere China, wobei auch hier die US-Exporte (-15,5 Prozent) einen stärkeren Rückschlag als die Importe (-13,4 Prozent) verbucht hätten. In der Summe hätten die neuesten Handelsdaten damit aber lediglich das bekannte Bild bestätigt.

Der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe der USA sei im Oktober vergleichsweise deutlich von 52,6 auf 54,7 Punkte gestiegen. Positiv seien dabei insbesondere die Anstiege der wichtigen Subindizes für Geschäftsaktivitäten und Neuaufträge zu werten. Gleichwohl signalisiere der ISM-Serviceindex auf diesem Niveau nur ein verhaltenes Wachstum des Dienstleistungssektors. Auch wenn dieser sich damit weiter gegen die schwächelnde Industrie stemme, zeichne sich ab, dass das US-Wirtschaftswachstum wohl im laufenden Quartal weiter nachgeben dürfte.

Von der deutschen Industrie seien heute Morgen positive Nachrichten gekommen. Danach hätten die Auftragseingänge in der deutschen Industrie vorläufigen Berechnungen zufolge im September um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit überraschend stark zugelegt. Gleichzeitig sei die Veränderungsrate für August von -0,6 Prozent auf -0,4 Prozent nach oben korrigiert worden. Im September hätten sowohl die Bestellungen aus dem Inland (+1,6 Prozent) wie auch aus dem Ausland (+1,1 Prozent) kräftig zulegen können. Bei den Auslandsaufträgen habe es allerdings eine gespaltene Entwicklung gegeben. Während deutsche Industriegüter in Ländern außerhalb des Euroraums stärker gefragt waren (+3,0 Prozent), sei es bei Aufträgen aus den EWU-Staaten zu einem Rückgang um 1,8 Prozent bekommen. Insgesamt würden die neuen Auftragsdaten die Hoffnung nähren, dass es nach den starken Einbrüchen seit Anfang 2018 zu einer Bodenbildung kommen könnte und die vom Handelsstreit ausgehenden dämpfenden Effekte allmählich nachlassen würden. (06.11.2019/ac/a/m)