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So, 18. Februar 2018, 4:17 Uhr

Deutsche Konjunktur mit starkem Start ins neue Jahr


14.02.18 17:10
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Der ifo-Geschäftsklimaindex lag im Januar bei 117,6 Punkten und damit auf dem höchsten jemals ermittelten Niveau, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Der Einkaufsmanagerindex (EMI) für das Verarbeitende Gewerbe habe im Januar bei 61,1 Punkten und damit nur 2 Punkte unter dem historischen Höchststand gelegen. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe im Januar bei 54,9 Punkten gelegen und damit 4,1 Punkte über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Die drei genannten Indikatoren würden in Summe auf eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,75% bis 1% p.q. hindeuten.

Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erwerbstätigen habe im Dezember 2017 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 67.000 zugenommen. Gegenüber Dezember 2016 betrage das Plus 636.000. Deutlich mehr neue Stellen seien in jüngster Geschichte nur in den Boomjahren 2000 und 2007 besetzt worden. Der Anstieg der gemeldeten unbesetzten Stellen auf das Rekordniveau von 786.000 im Januar spreche dafür, dass sich der Beschäftigungszuwachs in einem Ausmaß von rund 50.000 pro Monat bis mindestens weit ins Jahr 2018 fortsetzen werde. Die Zahl der Arbeitslosen habe im Januar saisonbereinigt um 24.000 auf 2,415 Mio. abgenommen. Gegenüber Januar 2017 sei das ein Minus von 207.000. Die Arbeitslosenquote habe im Januar bei 5,4% gelegen und damit auf dem niedrigsten Wert seit September 1981.

Das reale Bruttoinlandsprodukt sei im vierten Quartal um 0,6% p.q. gewachsen. Für 2017 ergebe sich damit ein Anstieg um 2,5% p.a. Für das erste Quartal 2018 zeichne sich erneut ein kräftiges Plus gegenüber dem Vorquartal ab. So würden sowohl der Auftragseingang in der Industrie als auch die Industrieproduktion mit einem deutlichen statistischen Überhang starten. Zudem lägen die Stimmungsindikatoren auf unverändert hohem Niveau. Dank des erwarteten guten Jahresauftakts sowie des statistischen Überhangs aus dem letzten Jahr würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG 2018 mit einer ähnlich starken Zunahme der Wirtschaftsleistung wie im letzten Jahr rechnen. Ihre Prognose einer Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,2% p.a. liege eher am unteren Ende der Spanne wahrscheinlicher Ergebnisse. Angesichts eines von ihnen angenommenen Potenzialwachstums von 1,3% p.a. würde sich die Produktionslücke damit weiter vergrößern. Ende 2018 bzw. im Jahr 2019 wäre dann ein Grad der konjunkturellen Überhitzung erreicht, der in etwa dem entspreche, was zuletzt in den Hochkonjunkturphasen um den Jahrtausendwechsel und in den Jahren 2007/08 zu beobachten gewesen sei. Mit zunehmender Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten steige aber erfahrungsgemäß die Anfälligkeit für eine Korrektur, sprich eine merkliche konjunkturelle Abkühlung. Der ausgehandelte Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD wirke in diesem wie im nächsten Jahr als zusätzlicher konjunktureller "Brandbeschleuniger". Die Staatsausgaben sollten bis 2021 demnach um EUR 48 Mrd. steigen. Zusätzlich sollten die Steuerzahler durch Steuersenkungen bzw. Beitragsentlastungen um EUR 19 Mrd. entlastet werden. Die Fiskalpolitik werde also noch prozyklischer als sie dies ohnehin schon sei.

Die Inflationsrate (HVPI) habe im Januar bei 1,4% p.a. gelegen. Im weiteren Jahresverlauf würden die Analysten der Raiffeisen Bank Internationla AG angesichts einer leichten Zunahme des unterliegenden Preisauftriebs sowie des deutlichen gestiegenen Ölpreises mit einem Anstieg auf bzw. leicht über 2% p.a. rechnen. (14.02.2018/ac/a/m)