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Fr, 18. Oktober 2019, 6:25 Uhr

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Großbritannien: Never-ending Brexit


09.10.19 18:25
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Brexit, immer wieder Brexit. Das Drama nimmt kein Ende, zeitweise überschlug es sich sogar, so die Analysten der Helaba.

Der offizielle EU-Austrittstermin sei zwar noch der 31. Oktober. Allerdings würden die Verhandlungen von Premierminister Johnson mit der EU ins Leere laufen. Ein demnach eigentlich folgender ungeordneter Brexit werde jedoch mit dem im Unterhaus verabschiedeten "Anti-No-Deal"-Gesetz verhindert, der den Premierminister zwinge, bei der EU eine Fristverlängerung zu beantragen. Sofern sich Johnson an das Gesetz halte und die EU den Antrag einstimmig bestätige, wovon die Analysten jeweils ausgehen würden, dürfte sich der Brexit erneut verschieben, mutmaßlich vorerst bis Ende Januar 2020. Bis dahin könnte es in Großbritannien Neuwahlen geben, zumal Johnson seine Parlamentsmehrheit verloren habe. Ob ein neuer Wahlgang aber helfte, das Brexit-Dilemma in die eine oder andere Richtung zu klären, sei fraglich. Umfragen zufolge würden die Konservativen zwar deutlich die stärkste Partei bleiben, klare Mehrheiten würden sich aber nicht abzeichnen.

Gemessen am politischen Chaos schlage sich die britische Konjunktur fast schon erstaunlich gut. Der Rückgang des Bruttoinlandprodukts im zweiten Quartal erkläre sich als Gegenbuchung nach dem Wachstumsschub aufgrund des deutlichen Lageraufbaus im ersten Vierteljahr. Im zweiten Halbjahr dürfte die Wirtschaft nur geringfügig expandieren. Damit wachse Großbritannien 2019 mit 1,0% ähnlich stark wie die Eurozone, jedoch dynamischer als Deutschland. Der solide Konsum stütze das britische Wachstum.

Der Arbeitsmarkt sei überraschend robust. Die Arbeitslosenquote habe sich unter 4,0% eingependelt, die durchschnittlichen Wochenlöhne würden mit knapp 4% steigen, die Arbeitnehmereinkommen würden merklich wachsen. Dagegen würden die Investitionen unter der politischen Unsicherheit leiden. Eine Änderung sei vorerst nicht in Sicht, die Stimmungsindikatoren seien eingetrübt. Die Regierung zeige sich ausgabenfreudiger und gebe damit leichte Impulse. Der Export werde von Handelskonflikten und einem schwächeren Wachstum der Handelspartner beeinträchtigt.

Im kommenden Jahr sei mit einem ähnlichen Zuwachs wie 2019 zu rechnen. Allerdings könne die politische Entwicklung starken Einfluss nehmen. Ein ungeordneter Brexit würde die britische Wirtschaft 2020 in eine markante Rezession drücken. Umgekehrt könnte eine klare, geordnete Lösung die Unsicherheit reduzieren und insbesondere den Unternehmensinvestitionen helfen. Auch wenn die Analysten der Helaba einen geregelten EU-Austritt als das wahrscheinlichste Szenario erachten, so ist doch ein zügiges Ergebnis nicht absehbar. Jenseits vom Brexit berge ein potenzieller Regierungswechsel hin zu Labour andere Risiken. Unter einem Premierminister Corbyn könnte eine "altlinke" Wirtschaftspolitik die Unternehmen ebenfalls verunsichern.

Bei all den politischen Faktoren sei es kein Wunder, dass die Bank of England in ihrer Warteposition verharre. Schließlich dürfte die Inflation trotz eines jüngsten Rücksetzers eher um die Zielmarke von 2% schwanken. Konjunkturelle Sorgen sowie der internationale Trend würden zwar auf Zinssenkungen deuten, aber nationale Daten wie die Lohnsteigerungen würden eher für höhere Zinsen sprechen. Damit gelte auch für die Geldpolitik: Vieles sei möglich, jedoch nichts entschieden. (09.10.2019/ac/a/m)





 
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