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Fr, 20. September 2019, 9:19 Uhr

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Türkei: Wirtschaftserholung setzt sich fort


11.09.19 12:40
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die türkische Wirtschaft hat die politischen Unsicherheiten und die neuerliche Schwäche der Türkischen Lira im zweiten Quartal überraschend gut verarbeitet, so die Analysten der DekaBank.

Das Bruttoinlandsprodukt habe gegenüber dem ersten Quartal um 1,2% zugelegt und damit nur 1,5% unter dem Vorjahresniveau gelegen. Bereits im ersten Quartal sei die Wirtschaft um 1,6% qoq gewachsen und habe damit die schwere Rezession überwunden. Den wichtigsten Wachstumsbeitrag habe im zweiten Quartal der private Konsum geliefert, der gegenüber dem ersten Quartal um 3% zugenommen habe. Die Investitionen seien dagegen um mehr als 7% gefallen, was vor allem auf die angespannte Finanzlage vieler Unternehmen und auf die Zurückhaltung des privaten Bankensektors bei der Kreditvergabe zurückzuführen sein dürfte.

Für die kommenden Quartale würden die Analysten ein anhaltendes Wachstum unterstellen, wobei die Dynamik der ersten Jahreshälfte nicht aufrechterhalten werden dürfte. Aufgrund des starken zweiten Quartals und des leicht verbesserten Ausblicks hätten die Analysten ihre BIP-Wachstumsprognose für 2019 von -1,7% auf -0,1% und für 2020 von 1,6% auf 2,3% angehoben. Die Veränderung des Ausblicks sei zum Teil auf den verbesserten Inflationsausblick zurückzuführen. Die Inflationsrate sei im August von 16,7% auf 15,0% gefallen und werde im September noch einmal deutlich sinken, denn aufgrund der Währungskrise im vergangenen Jahr wirke hier ein starker Basiseffekt.

Dieser Inflationsrückgang ermögliche es der Notenbank, ihren Lockerungskurs fortzusetzen. Nach der überraschend kräftigen Senkung um 425 BP im auf 19,75% im Juli würden die Analysten für die nächste Sitzung am 12. September einen weiteren Schritt um 300 Bp erwarten. Das makroökonomische Umfeld aus Konjunktur, Inflation und Leistungsbilanz stütze gegenwärtig die Stimmung an den türkischen Finanzmärkten. Zu einer Belastung dürfte dagegen erneut die Politik werden. Schon bei der Zentralbanksitzung sei eine erneute Überraschung möglich, da Präsident Erdogan bereits angekündigt habe, der Leitzins werde "sehr bald im einstelligen Bereich" liegen. Außenpolitisch seien spätestens dann neue Spannungen mit den USA zu erwarten, wenn die Türkei das bereits gelieferte russische Luftabwehrsystem S400 wie angekündigt im kommenden April in Betrieb nehme.

Schon zuvor könnte die Einrichtung einer "Pufferzone" in Nordsyrien das Klima belasten. Offenbar seien die mit den USA verbündeten Kurden bereit, einer 15 Kilometer breiten Zone zuzustimmen, die vom türkischen Militär kontrolliert werde. Doch da in diesem Gebiet etwa 1 Million syrische Flüchtlinge, die gegenwärtig in der Türkei leben würden, angesiedelt werden sollten, dürfte die Zone eher noch breiter ausfallen. Dies dürfte nicht nur bei den Kurden und den USA zu Widerstand führen, sondern auch beim syrischen Präsidenten. Russland stehe zwar auf der Seite Syriens, dürfte aber über den Konflikt zwischen den Nato-Staaten Türkei und USA durchaus erfreut sein.

Der Währungsverfall 2018 habe zu deutlich steigenden Finanzierungskosten und zu einem Anstieg der Insolvenzen geführt. Die Investitionstätigkeit werde noch für einige Quartale unter der schwachen Kreditvergabe der Privatbanken leiden. Die Verbraucher würden von dem starken Preisanstieg belastet, auch wenn die Inflationsrate langsam sinke. Langfristig müsste die Türkei ihr Wachstumsmodell stärker auf Exporte ausrichten, um das Problem in der Leistungsbilanz nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Politische Fehlentwicklungen, das hohe Leistungsbilanzdefizit, steigende Auslandsverschuldung und der Glaubwürdigkeitsverlust der Geldpolitik hätten dazu geführt, dass die drei großen Ratingagenturen die Türkei in den vergangenen Jahren herabgestuft hätten. S&P (auf B+) und Moody’s (auf B1) hätten das Rating in den Single-B-Bereich gesenkt, was zuvor seit 2005 nicht mehr der Fall gewesen sei. (11.09.2019/ac/a/m)




 
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