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Fr, 18. Januar 2019, 21:40 Uhr

Türkische Lira bleibt anfällig


11.01.19 16:50
BNP Paribas

Paris (www.aktiencheck.de) - Um es kurz zu machen: Die türkische Wirtschaft und somit auch die Türkische Lira (TRY) sind noch nicht über den Berg, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Zwar habe sich die Lira von ihrem Crash im vergangenen Jahr wieder erholt - 2018 habe die türkische Währung zum US-Dollar um rund 28 Prozent und zum Euro um etwa 24 Prozent abgewertet -, doch die Lage am Bosporus bleibe angespannt. Eine große Sorge: Um die Wirtschaft zu beflügeln, senke die türkische Notenbank den Leitzins wieder zu früh.

Inflation und Wirtschaft verlieren an Fahrt

Der Reihe nach: Zunehmende Zweifel an der Unabhängigkeit der türkischen Notenbank und ein angespanntes Verhältnis zwischen Ankara und Washington hätten die Lira 2018 kräftig unter Druck gesetzt und die Inflation zwischenzeitlich auf über 25 Prozent ansteigen lassen. In der Hochphase der Krise habe die Notenbank den Leitzins - Experten zufolge zu spät - kräftig angehoben auf aktuell 24 Prozent. Auch aufgrund der restriktiveren Geldpolitik habe die galoppierende Inflation an Fahrt verloren, im Dezember seien die Verbraucherpreise "nur" noch um 20,3 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen. Auf der anderen Seite würden die höheren Zinsen auch beim Wachstum Spuren hinterlassen. Einige Experten wie die Ratingagentur S&P würden für das laufende Jahr auch eine Rezession nicht ausschließen. Für die Lira sei das keine gute Prognose. Und: Sollte die Notenbank deswegen wieder einen expansiveren Kurs einschlagen, wären die Tage einer Lira-Erholung wohl gezählt. (11.01.2019/ac/a/m)