Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 22. Januar 2020, 13:04 Uhr

Vereinigtes Königreich: Das Ass im Ärmel(kanal)


06.11.19 12:15
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - "Wir werden noch unsere Freude haben." Die Experten von La Financière de l'Echiquier stellen sich die Frage, ob das prophetische Worte von Präsident Charles de Gaulle waren, als er sich 1963 gegen den Beitritt des Vereinigten Königreichs in den gemeinsamen Markt aussprach.

Ob mehr als 50 Jahre später die Wirren um den Brexit nun belustigen oder ernüchtern mögen, auf jeden Fall vergiften sie seit mehr als drei Jahren das Leben der Anleger und schrecken sie von britischen Aktien ab, so die Experten von La Financière de l'Echiquier. Der Ausgang dieser scheinbar endlosen Geschichte könnte das Blatt jedoch wenden.

Denn auch wenn sich die Gewichtung des britischen Marktes in den europäischen Indices verringert habe - ihr Anteil im MSCI sei von 33 Prozent vor Juni 2016 auf nun ein Viertel gesunken - so bleibe er gleichwohl der bei weitem wichtigste Markt in Europa. Zu seinen Stärken würden seine Tiefe und die sehr breite Streuung zählen. Private Equity-Fonds würden sich nicht täuschen lassen und seit sechs Monaten umfangreiche Zukäufe erfolgreicher Unternehmen tätigen - vom Luft- und Raumfahrtunternehmen Cobham (ISIN GB00B07KD360/ WKN A0EALE) über den Bierbrauer Greene King (ISIN GB00B0HZP136/ WKN A0F66P) bis hin zu Merlin Entertainment (ISIN GB00BDZT6P94/ WKN A1W713).

Durch die Höhe ihres Zahlungsbilanzdefizits (5,6% des BIP) ähnele die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs zudem der Wirtschaft mancher Schwellenländer. Und die Geschichte geize nicht mit Beispielen, die zeigen würden, dass sich Krisen in Ländern mit Schieflage als fruchtbar erweisen könnten: Asien 1997, Russland 1998 und Brasilien 2002. Eine Entwicklung, die auch britische Aktien bald erleben könnten, während die Untergewichtung dieser Asset-Klasse durch die Anleger Rekordniveaus erreiche und ihr Bewertungsabschlag im Vergleich zu globalen Aktien auf einem Niveau wie Ende der 1980er Jahre liege. Der Brexit könnte dem Vereinigten Königreich durchaus die historische Chance bieten, sein Wirtschaftsmodell neu zu definieren und sein Wachstumspotenzial zu steigern (Singapur an der Themse?). Die konservative Regierung könne Reformen zur Förderung von Investitionen und Unternehmen zweifelsohne umsetzen.

Zudem sei das Königreich ein disruptiver Vorreiter und die Digitalisierung der Wirtschaft sehr weit fortgeschritten. Dies betreffe mit Bankdienstleistungen und Handel insbesondere zwei Sektoren, die in der Vergangenheit von Anlegern bevorzugt worden seien. Im Falle einer Lösung der Brexit-Frage könnten diese Sektoren von einem vorübergehenden Entlastungseffekt profitieren.

Wenngleich die Sorgen einiger Akteure zunähmen, entstünden für die Mutigen mehr Gelegenheiten, denn der Index FTSE 250 (ISIN GB0001384287/ WKN 969553) sei ein Füllhorn an Chancen. In dieser entstehenden schönen neuen Welt liegt unser Fokus darauf, die Perlen zu finden - dies macht seit 28 Jahren die Geschichte und den Mut von LFDE aus, so die Experten von La Financière de l'Echiquier. (06.11.2019/ac/a/m)





 
Werte im Artikel
-    plus
0,00%
1,90 plus
0,00%
-    plus
0,00%