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Mi, 19. Dezember 2018, 8:48 Uhr

GameStop: Mit Comic-Helden in den Turnaround


05.07.18 14:59
Max Otte

von Max Otte



Nahezu täglich bekommen wir mittlerweile Zuschriften von Ihnen via Whatsapp und Telegram. Vielen Dank dafür!


Am gestrigen Nachmittag beispielsweise schrieb uns Zock-Abonnent Henrik S.:


„Liebes PI-Team, wie macht Ihr das nur? Ich hätte nie gedacht, dass ich mit GameStop so viel Geld verdienen würde. Ich bin jetzt schon mit 25 Prozent im Plus. Und die Dividenden Ende Juni kamen da noch obendrauf… Danke!“


Es stimmt: Im Gegensatz zu manch anderen Analysten haben wir in GameStop trotz eines schwierigen Marktes immer noch Potenzial gesehen. Fundamental hat sich seit unserer letzten Analyse nichts getan. Das letzte Geschäftsjahr war aufgrund der neuen Konsole Nintendo Switch außerordentlich gut. Dieses Jahr findet eher eine Normalisierung statt. Daher sind die Zahlen auch schlechter als im Vorjahr. Das Tech-Segment läuft schwach, die traditionellen Geschäfte schrumpfen. Die Collectibles (Sammlerobjekte) wachsen jedoch weiter mit rund 20 Prozent pro Jahr.


Kommt der Buyout?


Es waren zunächst Gerüchte, die vor ein paar Tagen aber bestätigt wurden: GameStop verhandelt mit Private-Equity-Buden über einen Leveraged Buyout. Käme dieser zustande, würde das Unternehmen „privat“ werden und nicht mehr an der Börse gehandelt.


Einstieg ins Comic-Geschäft


Daneben gibt es noch weitere Ankündigungen. Anfang Juni enthüllte GameStop einen neuen Versuch zur Diversifizierung und kündigte an, dass in 40 Läden der Testverkauf von Comic-Büchern gestartet werde. Den Anstoß dazu gab wahrscheinlich das bislang recht erfolgreiche Geschäft mit Collectibles, das GameStop mit dem Kauf von ThinkGeek im Jahr 2015 angegangen ist.


In unseren Augen ist dieser Schritt absolut verständlich. GameStop muss sein Geschäftsmodell der neuen Vertriebswelt anpassen, in der Videospiele immer mehr über Download-Kanäle online verkauft werden, und neue Umsatzquellen finden. Mit dem Comic-Geschäft können jugendlich Nerds und Geeks in Zukunft durchaus noch stärker an den Händler gebunden werden. Schnittmengen zwischen den Kundengruppen bestehen in jedem Fall.


Trotz aller Bemühungen von GameStop sein Geschäftsmodell zu erweitern, sind die zukünftigen Hürden weiterhin hoch. Auch wenn das Sammlergeschäft gut wächst, blieb der Umsatz im Jahr 2017 hinter dem ursprünglichen Ziel des Managements von 650 bis 700 Millionen US-Dollar zurück.


Zudem macht das Kerngeschäft – Konsolen, neue sowie gebrauchte Spiele und Zubehör – immer noch mehr als 75 Prozent des Umsatzes von GameStop aus. Es ist zu befürchten, dass diese Segmente aufgrund der neuen und gut laufenden Konsole von Nintendo schrumpfen werden. Denn mit dieser hat Nintendo seine eigenen Online-Vertriebswege enorm gestärkt. Auch die anderen Konsolenhersteller Sony und Microsoft, aber auch große Spiele-Publisher wie Activision Blizzard, punkten mehr und mehr mit ihren eigenen Download-Shops. Dies hat das GameStop-Management bereits eingepreist und erwartet für 2018 einen Umsatzrückgang von 2 bis 6 Prozent.


GameStop bleibt ein Zock


Inwieweit der Comic-Verkauf die Auswirkungen des Online-Trends wird abfedern können, muss natürlich abgewartet werden. Aus unserer Sicht ist GameStop nach wie vor günstig, mit einem KGV von unter 5, bewertet und bietet eine gut gedeckte Dividendenrendite. Das Unternehmen hat Net Cash und positive Cashflows.


Auf gute Investments,


Ihr


Max Otte


P.S.: Mit welchen Aktien Sie gerne ein bisschen ins Risiko gehen dürfen, erfahren Sie hier.









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