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Mo, 19. August 2019, 18:02 Uhr

Marktstimmung: "Zum Kaufen bereit, aber nicht angstfrei"


28.03.19 08:12
Redaktion boerse-frankfurt.de


Etliche professionelle Anleger verziehen sich auf die Seitenlinie, während die Privatanleger schlicht versuchen durchzuhalten - in Summe keine gemütliche Marktsituation für DAX-Aktien. Zusammenfassung 

Trotz überwiegend schlechter Nachrichten und anhaltender Verunsicherung haben sich die Erwartungen der von uns befragten Anleger unterm Strich eher verbessert. Zumindest haben 9 Prozent der Profis ihre Short-Positionen geschlossen und 3 Prozent Aktien gekauft. Die Stimmung dieser Anlegergruppe steht jetzt bei +10 Punkten wieder über dem Nullpunkt. Der DAX hat in der Zwischenzeit 2,6 Prozent verloren. Nach Ansicht von Joachim Goldberg ist es eben diese Skepsis, wegen der nicht mehr Institutionelle die günstigen Einstiegspreise genutzt haben. Anders die privaten Anleger, die wohl auch diesen Einbruch auszusitzen versuchen, wie der Verhaltensökonom anmerkt. 

Goldberg vermutet, dass die Privaten schlicht auf "bessere Zeiten" hofften, die Profis dagegen bei fallenden Preisen gekauft hätten. Insgesamt blieben die Erwartungen neutral, die wenigen Käufe seien eher Testballons. Deswegen geht der Analyst davon aus, dass viele Long-Positionen bei Kursgewinnen in Richtung der bisherigen Jahreshochs wieder schnell aufgelöst würden. Die Situation deutscher Bluechips sei dadurch schwieriger geworden. 27. März 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Einige Überraschungen, vorwiegend unangenehme, hat es seit der vergangenen Sentiment-Erhebung gegeben. Dazu zählt nicht einmal die Sitzung der US-Notenbank vor einer Woche, bei der die Mitglieder des Offenmarktausschusses ihre Zinsprognosen (Dot-Plots) zurückgenommen hatten. Aus diesem zunächst von den Börsianern positiv aufgenommenen Vorhersagen entwickelte sich im weiteren Verlauf allerdings eine regelrechte Pessimismus-Spirale. Nicht nur, weil man vielerorts zu der Einsicht gelangte, die Notenbank habe sich mit ihrer taubenhaften Haltung nicht dem Markt und den Kommentatoren gebeugt, sondern verfügt möglicherweise über weitergehende Erkenntnisse hinsichtlich einer ungünstigen globalen Wachstumsentwicklung. Dass diese nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande wahrscheinlich noch schlechter aussieht als ursprünglich gedacht, vermittelten die ersten Schätzungen zu den Einkaufsmanagerindizes - vor allem diejenigen des produzierenden Gewerbes - für Deutschland und die Eurozone insgesamt. Und es war wohl das Zusammentreffen weiterer ungünstiger Ereignisse wie etwa der teilweise inversen Zinsstrukturkurve in den USA, die - wenn auch umstritten - vielerorts als Vorbote einer Rezession in den kommenden sechs bis 24 Monaten gesehen wird. Denn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag zuletzt unter derjenigen von T-Bills mit einer Laufzeit von drei Monaten. Ganz zu schweigen von der unsicheren Lage um den Brexit.

Interessante Frage war nun, ob sich die von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren angesichts eines Rücksetzers des DAX von 2,6 Prozent (stichtagsbezogen) und der vorgenannten Nachrichtenlage tatsächlich trauen würden, in größerem Stile als Käufer aufzutreten. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index zeigt zumindest, dass dieser Mut vielleicht nicht in dem von uns in der Vorwoche erwarteten Umfang, aber dennoch in Form eines Zuwachses von 12 Punkten gegenüber auf einen Stand von +10 Punkten sichtbar wurde. Dass dieser Mut mit einer gehörigen Portion Angst kombiniert ist, wird daran sichtbar, dass sich das Bärenlager zwar um mehr als 20 Prozent geleert hat, aber zwei Drittel der Befragten sich nicht sofort auf die Seite der Optimisten schlagen wollten - man begab sich vorzugsweise an die Seitenlinie.

Wieder näher zusammengerückt


Wie bereits bei früheren Rücksetzern des DAX in der Größenordnung der vergangenen Tage ließen sich die Privatanleger erneut kaum irritieren. Denn deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gerade einmal um 3 Punkte auf einen Stand von +17 Punkte gefallen. Mit anderen Worten: Dieses Panel versucht derzeit erneut, die DAX-Korrektur auszusitzen. Möglicherweise in der Hoffnung, dass sich das Börsenbarometer, wie bereits im Februar geschehen, auch dieses Mal in ähnlicher Manier erholen werde.

Per Saldo bleibt festzuhalten, dass sich die Stimmungsdivergenz zwischen privaten und institutionellen Investoren der Vorwoche mit der heutigen Erhebung wieder verringert hat. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während die Privatanleger auf bessere Zeiten hoffen und mit vielen Engagements in diesem Jahr schon erheblich besser dastanden, sind die jüngsten Positionen der institutionellen Investoren in die Schwäche hinein eröffnet worden. Dabei ist der Optimismus beider Panels derzeit nicht überbordend. Bei den institutionellen Marktteilnehmern kann man in der relativen Betrachtung sogar eher von einer neutralen Einstellung sprechen. Allerdings zeigt die jüngste Sentiment-Entwicklung, dass die derzeitigen Käufe durch diese Akteure eher als Testballon zu verstehen sind. Mit anderen Worten: Sollte sich der DAX wieder in die Regionen der bisherigen Jahreshochs fortentwickeln, würden die jüngsten Kaufpositionen alsbald wieder aufgelöst werden. Unter dem Strich hat sich damit die Situation des DAX verschlechtert, zumal die Erholung des Börsenbarometers trotz der besagten Käufe bislang spärlich ausgefallen ist.

27. März 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de 

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.




Video-Kommentar von Joachim Goldberg


 



Sentiment-Index institutioneller Anleger 


Bullish Bearish Neutral
Total 43% 33% 24%
ggü. letzter Erhebung +3% -9% +6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.400 (-300 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +10 Punkte (Stand Vorwoche: -2 Punkte)




Sentiment-Index privater Anleger 


Bullish Bearish Neutral
Total 48% 31% 21%
ggü. letzter Erhebung -3% +0% +3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.400 (-300 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +17 Punkte (Stand Vorwoche: +20 Punkte)





Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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