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Fr, 14. Dezember 2018, 15:58 Uhr

Altmaier will im Stromstreit mit Bayern vermitteln


15.11.18 18:34
dpa-AFX

ERFURT (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will den Stromstreit zwischen Thüringen und Bayern entschärfen.

"Ich bin generell bereit zu vermitteln", sagte Altmaier am Donnerstag in Erfurt. Zuvor hatte ihn Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) gebeten, diese Rolle zu übernehmen. Hintergrund ist, dass Bayern nur zwei der vier Leitungssysteme abnimmt, die eine neu gebaute Stromtrasse bietet. Dabei handelt es sich um die 2017 in Betrieb gegangene, etwa 150 Kilometer lange Thüringer Strombrücke.



"Wir leisten damit bereits einen enormen Beitrag zur Energiewende. Es ist aber niemandem zu erklären, dass die nächste Trasse gebaut werden soll, wenn die Kapazität einer anderen nicht genutzt wird", sagte Siegesmund der Deutschen Presse-Agentur.



Er werde das Thüringer Anliegen prüfen "mit dem Ziel, zu einer Verständigung zu kommen", sagte Altmaier. An diesem Freitag wolle er auf seiner Reise zum Ausbau der Stromnetze in Bayern Station machen.



Siegesmund und Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) bekräftigten die ablehnende Haltung Thüringens zum derzeit geplanten Verlauf der Stromtrasse Suedlink durch den Südwesten des Freistaats. Die beiden Ministerinnen verlangten, dass Thüringens Alternativvorschlag zum Trassenverlauf nochmals geprüft wird. Die Bundesnetzagentur hatte ihn bereits abgelehnt. Keller bezeichnete die erste Prüfung als unzureichend. Gegen die Suedlink-Trasse kämpfen auch Bürgerinitiativen in Thüringen.



Altmaier legte sich beim Trassenverlauf nicht fest. Er gehe davon aus, dass es eine Einigung mit den Ländern Thüringen, Bayern und Hessen bei Suedlink geben wird. Er erwarte dabei eine "ausgewogene Lastenverteilung".



Siegesmund hatte den Bundeswirtschaftsminister wegen der beiden Streitpunkte beim Ausbau der Stromnetze nach Thüringen eingeladen. Am Abend wollte sich Altmaier einem Bürgerdialog in Schmalkalden stellen./ro/DP/tos