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Mi, 22. Mai 2019, 13:19 Uhr

Börse Frankfurt-News: Mehr Vorsicht als am Aktienmarkt (Anleihenhandel)


26.04.19 14:53
dpa-AFX

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist wieder unter die Nulllinie gefallen, die Risikoaufschläge für Italien-Bonds steigen.

Und in Argentinien werden Zahlungsausfälle befürchtet.



26. April 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). ). Während an den Aktienmärkten Risikofreude herrscht und an der Wall Street in dieser Woche sogar neue Allzeithochs markiert wurden, signalisieren die Anleihemärkte weiter Risiken. "Grund sind die schlechten Konjunkturdaten", bemerkt Arthur Brunner von der ICF Bank. "Diese Woche erhielten Bundesanleihen durch den wieder gesunkenen ifo-Geschäftsklimaindex nochmals Rückenwind." So ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder in den Negativbereich gerutscht.



In den USA ist die Rendite für zehnjährige Treasuries im April zwar wieder etwas gestiegen, liegt mit 2,52 Prozent aber weiter deutlich unter den Niveaus vom Oktober 2018 bei zeitweise über 3,20 Prozent. Für US-Treasuries meldet Brunner hohe Umsätze auf beiden Seiten. "Da werden auch Gewinne mitgenommen."



Spanische Bonds vor Wahl stabil



Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus einigen Euro-Peripherieländern zogen unterdessen wieder an, etwa für italienische Papiere. Keine auffälligen Umsätze verzeichnen spanische Anleihen vor den Parlamentswahlen am Sonntag, wie Brunner meldet. "Die Renditen bleiben stabil." Aktuell wirft die zehnjährige spanische Staatsanleihe 1,07 Prozent ab, im Oktober 2018 waren es noch 1,73 Prozent. In Umfragen liegt Pedro Sánchez mit seinen Sozialisten von der PSOE zwar vorn, für eine absolute Mehrheit würde es aber nicht reichen.



Sorgen um Argentinien



Deutlich unter Druck gerieten in dieser Woche argentinische Staatsanleihen. "Die Kursverluste wurden bei uns aber zu Käufen genutzt", berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Als Beispiel nennt er eine bis Ende 2033 laufende Anleihe mit Kupon von 7,82 Prozent (WKN A0VTZV), deren Kurs von 79,80 auf 71,25 Prozent gefallen ist. Diese Woche hatten sich Gerüchte über einen eventuellen Zahlungsausfall argentinischer Anleihen verstärkt. In Argentinien stehen im Oktober Wahlen an. Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und hohen Inflation wird eine Niederlage des liberalkonservativen Präsidenten Mauricio Macri befürchtet.



Zypern kam unterdessen mit neuen Staatsanleihen auf den Markt, wie Brunner berichtet: Eine läuft bis Ende 2024 und bietet 0,625 Prozent (WKN A2R1KK), die andere bis 2049 und 2,75 Prozent (WKN A2R1KL).



Otto und Katjes mit vielen Anhängern



Weiterhin gut nachgefragt ist Daniel zufolge die neue Otto-Anleihe (WKN A2TR80). Dabei handelt es sich der Otto Group zufolge um den ersten Sustainable Bond, also die erste Nachhaltigkeitsanleihe, eines deutschen Handelsunternehmens. Dieser bietet 2,625 Prozent und läuft bis 2026. Umsätze auf beiden Seiten gab es in einer älteren Otto-Anleihe (WKN A2LQ0B), wie der Händler meldet. Sehr beliebt bei hohem Handelsaufkommen bleibt laut Brunner die neue Katjes-Anleihe (WKN A2TST9). Der Bond des Süßwarenherstellers läuft fünf Jahre und offeriert 4,25 Prozent. Der Kurs liegt mittlerweile schon bei 104,15 Prozent.



Einen Sprung nach oben machte das Papier von ERB Hellas (WKN A1GJB4), ehemals Eurobank Ergasias, wie Brunner beobachtet hat. "Es hieß, dass die Anleihe vorzeitig zurückgezahlt wird. Der Kurs stieg von 82 auf 99 Prozent."



von: Anna-Maria Borse


26. April 2019, © Deutsche Börse AG



(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)