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Do, 6. Mai 2021, 0:08 Uhr

Banken-Stresstest verbessert Transparenz


02.08.10 09:26
WIN-Guide

Münster (aktiencheck.de AG) - Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten in den Staaten Südeuropas wurde lange Zeit gerätselt, wie stabil die Großbanken auf dem Kontinent noch sind, so die Experten vom Börsenbrief "WIN-Guide".

Im Zuge dessen habe erneut eine schleichende Austrocknung des Interbankenmarktes beobachtet werden können, die zunehmendes Misstrauen unter den Finanzinstituten signalisiere, was Zentralbanker und Politiker in höchste Alarmstufe versetzt haben dürfte.

Abhilfe sollte nun ein Stresstest bringen, der simuliere, wie sich die Kreditanstalten in verschiedenen Krisenszenarien behaupten könnten. In der zweiten Julihälfte seien die mit Spannung erwarteten Daten veröffentlicht worden - und seien auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die Befürworter des Prozeders würden in dem Resultat, dass nur sieben Institute im strengsten Stressfall (simultaner Einbruch von Konjunktur und Anleihenmarkt) durchgefallen seien, darunter vor allem spanische Institute sowie die deutsche HRE und die griechische ATE, ein Zeichen für die Stärke des hiesigen Bankensektors sehen und sich davon eine dauerhafte Reduktion der Unsicherheit erhoffen.

Zahlreiche Kritiker würden hingegen monieren, dass die Kriterien für aussagekräftige Ergebnisse viel zu lasch gewesen seien, da beispielsweise eine Staatspleite in den Szenarien nicht durchgespielt worden sei. Das würden die Experten aber nicht so sehen, denn letzteres würden sie im Euroraum für ein sehr unrealistisches Randszenario halten, da starke Euro-Staaten wie Deutschland oder Frankreich alles daran setzen würden, den Super-GAU zu verhindern. Angesichts der aktuellen Lage habe der Stresstest nach der Einschätzung der Experten zweifelsohne die Transparenz verbessert, was auch an der Marktreaktion ablesbar sei: Seit Anfang Juni habe sich der Euro von 1,192 USD auf mittlerweile mehr als 1,30 USD erholen können, ein klares Signal für eine Rückkehr des Vertrauens. (02.08.2010/ac/a/m)