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WKN: A0JKWU / ISIN: AT0000A00Y78

C.A.T. oil gute Neun-Monats-Zahlen


09.12.10 08:55
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" stufen die Aktie von C.A.T. oil (ISIN AT0000A00Y78 / WKN A0JKWU) als spekulativen Kauf ein.

Der SDAX schneide innerhalb der deutschen Leitindices im bisherigen Jahresverlauf 2010 am stärksten ab. Zu den schwächsten Werten des Kursbarometers gehöre die Aktie von C.A.T. Oil, die sich in den vergangenen Monaten kaum von der Stelle bewegt habe. Vielleicht könnten die jüngst vorgelegten Neun-Monats-Zahlen daran etwas ändern.

Der in Wien ansässige Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen, der in Russland und Kasachstan aktiv sei, habe durchaus ansprechende Ergebnisse vorgelegt. Eigenen Angaben zufolge habe C.A.T. oil weiter von den verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der steigenden Ölnachfrage profitiert. Deutlich werde dies unter anderem bei der Kapazitätsauslastung. Sie habe im dritten Quartal auf einem hohen Niveau gelegen und mit 846 ausgeführten Jobs (Vorjahr: 827 Jobs) einen neuen Spitzenwert im dritten Quartal erreicht. Dies habe sich auch auf die Umsätze ausgewirkt. Im Zeitraum Juli bis September hätten sie sich um 10,2% auf 65,4 Mio. Euro erhöht. Abgesehen vom zuträglichen konjunkturellen Umfeld und der hohen Auslastung habe die Aufwertung des Rubels zum Euro positiv gewirkt.

Das Plus im dritten Quartal habe jedoch nicht ausgereicht, um die negativen Effekte aus dem ersten Halbjahr, wie beispielsweise die ungewöhnlich hohen wetterbedingten Arbeitsausfälle im ersten Quartal, vollständig auszugleichen. Daher hätten die Einnahmen in der Neun-Monats-Betrachtung leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen, sie hätten sich um 1,7% auf 173,8 Mio. Euro verringert.

Dieser kleine Rückgang trete jedoch angesichts der auf Neun-Monats-Sicht gestiegenen Ertragskennziffern schnell in den Hintergrund. C.A.T. oil habe durch die fortlaufenden Maßnahmen zur Prozessoptimierung, durch Kostenmanagement sowie rückläufige Materialkosten seine Gewinne verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe um 6,4% auf 21,6 Mio. Euro zugelegt. Die EBIT-Marge sei von 11,5% auf 12,5% gestiegen. Unter dem Strich habe der Konzern 16,2 Mio. Euro verdient, was einem Plus von 36,2% entspreche.

Ein kleiner Wermutstropfen seien allerdings die rückläufigen Gewinne im dritten Quartal. Das EBIT habe sich hier um 19% auf 9,3 Mio. Euro verringert, was zu einem Rückgang der EBIT-Marge von 19,3% auf 14,2% geführt habe. Unterm Strich sei der Nachsteuergewinn von 9,2 auf 7,7 Mio. Euro gesunken. Maßgebliche Gründe für die Schmälerungen seien die um 21,2% auf 51,5 Mio. Euro gestiegenen Umsatzkosten wegen höherer Abschreibungen, negativer Wechselkurseffekte infolge der Rubelaufwertung sowie höherer Zulieferkosten für Serviceaufträge in entlegenen Gebieten.

Darüber hinaus habe die Gesellschaft die Reklassifizierung von Verlusten aus den Seismik-Aktivitäten von 6,8 Mio. Euro auf die direkten Kosten, die im dritten Quartal 2009 vorgenommen worden sei, rückgängig gemacht. Um diesen Effekt bereinigt, hätten sich die Umsatzkosten lediglich um 4,4% auf 49,3 Mio. Euro erhöht. Der Rückgang bei den Gewinnen im dritten Quartal sei somit vor allem einem nicht operativen Faktor geschuldet, was die Einbußen entsprechend etwas relativiere.

Insgesamt betrachtet könne somit von guten Neun-Monats-Zahlen gesprochen werden. Außerdem habe die Gesellschaft ihre Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. C.A.T. oil erwarte weiterhin einen Umsatz zwischen 215 und 225 Mio. Euro. Infolge der Abwertung des Rubels zum Euro im vierten Quartal sei die Berechnungsgrundlage des Umsatzziels jedoch angepasst worden, sodass der Vorstand von Erlösen am unteren Ende der anvisierten Spanne ausgehe. Darüber hinaus habe der Konzern sein Ziel bekräftigt, Erträge über dem Niveau von 2009 zu realisieren und die Margen auf einem hohen Niveau zu halten. Im Geschäftsjahr 2009 habe er 228 Mio. Euro umgesetzt und dabei ein EBIT von 18,3 Mio. Euro erzielt. Die EBIT-Marge habe bei 8% gelegen. Unter dem Strich habe C.A.T. oil 8,4 Mio. Euro verdient.

Das Unternehmen dürfte somit 2010 gemessen am Umsatz zwar nicht zulegen, sollte künftig aber weiter profitabel wachsen. Basis dafür sei ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. C.A.T. oil biete Dienstleistungen, mit denen die Lebensdauer von Öl- und Gasquellen verlängert oder unerschlossene Öl- und Gasquellen zugänglich gemacht werden könnten. Kernmärkte seien Russland und Kasachstan. Dort habe die 1991 gegründete Gesellschaft Anfang der 90er Jahre als eine der ersten westlichen Firmen Fuß gefasst, welche die Öl und Gas fördernde Industrie Russlands und die GUS-Staaten nach dem Ende der Sowjetunion mit spezialisierten Dienstleistungen unterstützt hätten. Daraus seien langjährige Beziehungen zu bedeutenden Produzenten in der Region entstanden, die laut C.A.T. oil einen wichtigen Wettbewerbsvorteil darstellen würden.

Wachstumspotenziale für den Konzern würden sich aus den endlichen und schrumpfenden Öl- und Gasressourcen ergeben. Bereits erschlossene Ölfelder müssten daher bestmöglich stimuliert werden, um die Fördermengen zu optimieren. Gleichzeitig würden stillgelegte Vorkommen reaktiviert oder durch neue Methoden anderweitig zugänglich gemacht, um auch diese maximal auszuschöpfen.

Künftig wolle die Gesellschaft zudem Conventional Drilling-Verfahren anbieten, um das eigene Angebot weiter zu diversifizieren. Hier sollten dann völlig unerschlossene Öl- und Gasvorkommen aktiviert werden. Laut Unternehmen biete der russische Conventional Drilling-Markt mit einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 10% attraktive Möglichkeiten. Hier würden zudem besonders hohe Margen winken. Zum Aufbau dieser dritten Säule sollten 2011 und 2012 insgesamt 150 Mio. Euro investiert werden.

C.A.T. oil habe bereits neun hochmoderne Drilling Rigs (Bohranlagen) aus Nordamerika bestellt. Sie würden ab dem zweiten Halbjahr 2011 angeliefert und zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 sukzessive in Betrieb genommen. Finanziert werden solle das Investitionsprogramm größtenteils durch den operativen Cashflow und zu einem kleineren Teil durch langfristiges Fremdkapital. Nach der Instandsetzungsphase und damit verbundenen Anlaufkosten sollten die Investitionen ab 2012 einen wesentlichen Beitrag zur Ertragsentwicklung leisten.

Mit der geplanten Expansion erweitere C.A.T. oil das bestehende Dienstleistungsportfolio um Services zur Erschließung unberührter Ölquellen. Ein plausibel klingender Schritt, bei dem der Konzern seine umfassende Erfahrung und auch seine starke Marktposition nutzen könne. Abzuwarten bleibe allerdings, inwieweit die Kosten für das neue Geschäftsfeld die Erträge in den nächsten beiden Jahren belasten würden. Größere Einschnitte könnten den Aktienkurs durchaus drücken.

Die Strategie der Diversifizierung sei jedoch einleuchtend und sollte künftig für zusätzliches Wachstum sorgen, was eventuell eine treibende Kraft sei. Zudem könne das Unternehmen durch seine fundamentalen Kennziffern überzeugen. Die Neun-Monats-Zahlen seien solide gewesen. Daneben sei der Konzern finanziell gesund: C.A.T. oil habe eine Eigenkapitalquote von 81,7% und sei netto praktisch schuldenfrei. Ferner sei der operative Cashflow sehr ordentlich.

Alles in allem scheine die Aktie daher langfristig aussichtsreich und eine Spekulation wert. Ein Manko sei jedoch der enttäuschende Kursverlauf in den vergangenen Monaten. Immerhin zeige sich seit dem Zwischentief von Anfang November 2010 ein kleiner Aufwärtstrend. Dieser könnte zunächst bis zu der seit Ende Oktober 2009 gebildeten Abwärtstrendlinie reichen. Sollte sie überwunden werden, wäre damit die Konsolidierung aufgelöst, was zunächst Kursspielraum bis zur Hürde von 9,19 Euro eröffne. Sollte auch diese geknackt werden, könnte dann der Bereich von 13,60 Euro in den Fokus rücken.

Die Experten von "Aktienservice Research" stufen die Aktie von C.A.T. oil als spekulativen Kauf ein. (Aktien Ausgabe 522 vom 08.12.2010) (09.12.2010/ac/a/nw)

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