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Di, 17. Mai 2022, 19:10 Uhr

Mercedes-Benz Group

WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000

Daimler langfristiger Kauf


30.10.08 09:11
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Daimler-Aktie (ISIN DE0007100000 / WKN 710000) ein langfristiger Kauf.

Schwierige Zeiten für die Autobauer. Die Konsumenten würden sich mit dem Kauf neuer Autos zurückhalten und für empfindliche Absatzrückgänge sorgen. Daimler habe erneut seine Gewinnprognose kürzen müssen und zudem einen Produktionsstopp angekündigt. Dennoch erscheine der Kurseinbruch überzogen. Nachdem die Notierung allein in diesem Jahr um fast 70% nachgegeben habe, habe es sich für Anleger mit Weitblick lohnen können, getreu dem Motto "Buy on bad news" erste Positionen aufzubauen.

Am Dienstag habe die Daimler-Aktie bei knapp 18 Euro den tiefsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten markiert. Gegenüber dem Hoch, das vor fast genau einem Jahr bei rund 79 Euro erreicht worden sei, habe sich der Börsenwert des Automobilherstellers geviertelt. Allein seit Jahresbeginn habe der DAX-Titel fast 70% seines Wertes eingebüßt. Der Grund für die zuletzt immer heftigeren Kursabschläge: Die ohnehin eingetrübten Aussichten der Automobilbranche hätten sich durch die Verschärfung der Finanzkrise nochmals deutlich verschlechtert, der Absatz breche quer über alle Marken abrupt ein.

Auch Daimler bleibe von dieser Entwicklung nicht verschont. Am vergangenen Donnerstag habe das Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2008 kürzen müssen. Im dritten Quartal hätten die Stuttgarter einen Umsatzrückgang um 7% auf 23,79 Mrd. Euro verzeichnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei sogar um 66% auf 648 Mio. Euro eingebrochen und habe damit bei weitem die Erwartungen verfehlt. Der Nettogewinn sei wegen des Wegfalls negativer Sondereffekte zwar auf 213 Mio. Euro gestiegen, habe damit aber ebenfalls deutlich unter den Analystenerwartungen gelegen.

Besonders drastisch seien die Einbußen bei der Mercedes Car Group ausgefallen, die einen Gewinneinbruch um 92% habe verzeichnen müssen. Für das Gesamtjahr rechne Daimler nun mit einem leichten Umsatzrückgang, nachdem man bislang von einem leichten Anstieg ausgegangen sei. Beim EBIT-Ergebnis prognostiziere das Management nur noch gut 6 Mrd. Euro, nach zuvor 7 Mrd. Euro.

Damit nicht genug: Nur wenige Tage nach der erneuten Gewinnwarnung sei die nächste Hiobsbotschaft aus Stuttgart gefolgt. Auf die drastischen Absatzrückgänge reagiere Daimler mit einem Produktionsstopp. Vom 11. Dezember an schicke der Konzern seine Mitarbeiter in eine Zwangspause, die bis zum 12. Januar nächsten Jahres andauern werde. Umfassende Stellenstreichungen seien zumindest bislang noch nicht geplant. Zunächst werde erst einmal der Bedarf an Leiharbeitern gekürzt, an einzelnen Stellen würden Angestellten Abfindungen angeboten. Betriebsbedingte Kündigungen seien durch eine Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Management bis Ende 2011 zwar ausgeschlossen, für schwierige Zeiten verfüge der Vorstand jedoch über eine Ausstiegsklausel. Ob Daimler die Beschäftigungsgarantie halten könne, sei derzeit zumindest fraglich.

Die Aussichten für die gesamte Automobilbranche seien zweifellos düster. Dennoch erscheine der massive Kursrutsch der vergangenen Monate gerade bei Daimler übertrieben. Auf dem aktuellen Kursniveau werde der schwäbische Automobilkonzern mit weniger als 20 Mrd. Euro bewertet. Dies seien nicht einmal 20% des im vergangenen Jahr erzielten Umsatzes von mehr als 99 Mrd. Euro. Die eklatante Unterbewertung werde noch deutlicher, wenn man bedenke, dass Daimler über liquide Mittel von rund 10 Mrd. Euro verfüge, womit mehr als die Hälfte des aktuellen Börsenwerts abgedeckt sei. Damit sei das Unternehmen ein interessantes Übernahmeziel für Private Equity- Investoren. Wenngleich diese in Zeiten der Finanzkrise Schwierigkeiten haben dürften, einen derartigen Deal finanziert zu bekommen.

Es sei zwar verständlich, dass die Börse auf die jüngsten Negativmeldungen mit Kursabschlägen reagiere. Das Ausmaß des Rückgangs erscheine jedoch überzogen. Auf Basis der bereits deutlich reduzierten Analystenschätzungen belaufe sich das KGV für 2009 auf weniger als sechs. Wenngleich man davon ausgehen müsse, dass diese Prognosen noch immer zu optimistisch seien, errechne sich ein einstelliges KGV. Hinzu komme eine stattliche Dividende. Auf Basis der letzten Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2007 ergebe sich eine Rendite von gut 10%. Selbst wenn die Dividende halbiert werden sollte, beliefe sich die Rendite noch immer auf 5%.

Trotz der derzeit nicht gerade rosigen Aussichten für die Autobranche würden bei Daimler auf dem aktuellen Niveau die Chancen überwiegen. Schließlich werde an der Börse die Zukunft gehandelt. Und die sehe keineswegs so düster aus. Der Stuttgarter Premium-Hersteller sei für die Herausforderungen, denen die Automobilbranche gegenüber stehe, gut gewappnet. So sollten in Zukunft alle Modelle mit Hybridantrieb erhältlich sein. Bereits ab 2009 gelte dies für das Flaggschiff des Konzerns, die S-Klasse. Daimler setze vor allem auf Spritspartechnik und eine Verbesserung der Abgaswerte. Insgesamt sollten bis 2010 rund 14 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investiert werden, um den Vorsprung der japanischen Konkurrenz bei den neuen Antriebstechniken aufzuholen.

Ob mit dem jüngsten Kursrutsch bis auf ein Tief bei knapp 18 Euro bereits die Tiefstände erreicht worden seien, sei angesichts der aktuellen Turbulenzen schwer zu prognostizieren. Auf lange Sicht würden vom aktuellen Niveau aus aber ganz klar die Chancen überwiegen. Denn die Bewertung des Daimler-Konzerns mit knapp einem Fünftel des Jahresumsatzes erscheine fast schon lächerlich und dürfte die Begehrlichkeiten großer Finanzinvestoren wecken. Für Anleger mit Weitblick sollte es sich daher lohnen, den Kursrutsch, den die jüngsten Hiobsbotschaften ausgelöst haben, zum Aufbau erster Positionen zu nutzen.

Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Daimler-Aktie ein langfristiger Kauf. (Aktien Ausgabe 489 vom 29.10.2008) (30.10.2008/ac/a/d)




 
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