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Do, 26. Mai 2022, 15:41 Uhr

Derby Cycle

WKN: A1H6HN / ISIN: DE000A1H6HN1

Derby Cycle auf Wachstumskurs


14.04.11 16:47
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Derby Cycle ein spekulativer Kauf.

Hierzulande hätten jüngst einmal mehr die hohen Spritpreise für Gesprächsstoff gesorgt. Sie seien nun nicht mehr weit von den Rekorden aus dem Jahr 2008 entfernt. Ein Grund sei der hohe Ölpreis. Daneben steige wetterbedingt die Benzinnachfrage in der nördlichen Hemisphäre. Hinzu geselle sich wohl das Chaos um den Biosprit E-10. Die damit verbundenen Kosten würden von den Mineralölfirmen sicherlich auf die Preise umgelegt. Kurzum: Autofahren werde immer teurer. Ein Trend, der sich fortsetzen könnte und daher alternative Mobilitätslösungen ankurble. Dazu würden die inzwischen auch hierzulande zum Verkaufsschlager avancierten Fahrräder mit Elektromotor gehören. Die Branche boome, wovon auch der Börsenneuling Derby Cycle profitiere.

Im Februar dieses Jahres habe der gemessen am Umsatz größte deutsche Fahrradhersteller den Gang aufs Parkett gewagt. Mit seinen fünf Marken (Focus, Kalkhoff, Raleigh, Univega und Rixe) zähle er sich zu den führenden Herstellern Europas. Das Sortiment umfasse klassische Fahrräder wie qualitativ hochwertige Trekking-, City-, Offroad- und Kinderräder für Alltag und Reise, aber auch Mountainbikes und Wettkampf-Rennmaschinen. Daneben setze man auf die boomenden Räder mit Elektromotor. In diesem Bereich sei Derby Cycle nach eigener Aussage mit einem Marktanteil von 20% führend in Deutschland.

Diese Stellung wolle der Konzern erweitern, wozu auch die im Rahmen des Börsengangs durch die Kapitalerhöhung eingenommenen Gelder beitragen sollten. Zur Strategie gehöre demnach die weitere Internationalisierung. Ferner wolle die Gesellschaft in die Entwicklung von Elektrofahrrädern investieren und dieses Geschäft ausbauen. Sie setze vor allem darauf, die Kunden mit den eigenen so genannten E-Bikes und Pedelecs zu begeistern.

E-Bikes seien elektrisch betriebene Mofa-ähnliche Fahrräder, die ausschließlich mit ihrem Motor angetrieben würden. Bei Pedelecs ("Pedal Electric Cycles") handle es sich um Fahrräder mit Unterstützungsmotor. Dieser wirke als Zusatzantrieb, wenn der Fahrer in die Pedale trete - je nach Modell und Modus unterschiedlich stark. Es könne zudem ganz ohne Motor und damit wie ein herkömmliches Rad gefahren werden. Zum Sortiment von Derby Cycle würden diese Pedelecs sowie schnelle E-Bikes gehören, die eine Mischung aus einem mittels Gashebel beschleunigten E-Bike und einem durch Tretkraft regulierten Pedelec seien.

Seien die Fahrräder mit Elektromotor zunächst als "Oma-Drahtesel" belächelt und als Hilfe für weniger fitte Fahrer angesehen worden, seien sie nun auch für eine breitere und dabei auch jüngere Klientel immer attraktiver geworden. Die Argumente seien einfach überzeugend. Zwar seien die Anschaffungspreise gegenüber herkömmlichen Fahrrädern deutlich höher, dafür könnten sie anderweitig punkten. Habe man als Fahrer von klassischen Rädern damit rechnen müssen, verschwitzt am Arbeitsplatz anzukommen, sorge der elektrische Motor nun für ein flottes, deutlich weniger anstrengendes Fortkommen. Auch längere Touren würden sich so leichter meistern lassen. Trotzdem könne man mit den trendigen Flitzern etwas für seine Gesundheit, die Umwelt und - nicht zu vergessen - den Geldbeutel tun.

Generell gehe der Trend hierzulande wieder verstärkt zum Fahrrad, bediene es doch gleich mehrfach den Zeitgeist. Dazu gehöre die zunehmende Nachfrage nach umweltfreundlichen Verkehrslösungen. Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx meine sogar: "Das Fahrrad ist der evolutionäre Gewinner des Klimawandels." Außerdem bediene die eigene Fortbewegung mit dem Fahrrad das steigende Gesundheitsbewusstsein. Zudem seien Fahrräder in den oft überfüllten Städten mobiler und praktischer.

Dank modernster Technik würden sich zudem die komfortablen E-Bikes und Pedelecs einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen. Sie seien in den vergangenen Jahren zum Verkaufsschlager avanciert. Zwar sei man hier noch weit von chinesischen Verhältnissen entfernt, schließlich würden in dem Fahrradland inzwischen mehr als 120 Mio. E-Bikes durch die Gegend surren, aber auch in Deutschland zeige der Trend klar aufwärts.

2010 seien nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) in Deutschland rund 200.000 E-Bikes verkauft worden und damit so viele wie noch nie. Das Plus zum Vorjahr habe bei 33% gelegen. Für Impulse würden die sich ständig weiterentwickelnde Technik, neue Designs und die Erschließung neuer Zielgruppen sorgen. Inzwischen hätten die E-Bikes einen Anteil von 5% am deutschen Fahrradmarkt - bei weiter steigender Tendenz. Eine ähnliche Entwicklung zeige sich europaweit.

Von dem Boom in der Branche profitiere auch Derby Cycle. Das Unternehmen habe die Vorzeichen erkannt und setze in diesem lukrativen Segment eigenen Angaben zufolge deutliche Akzente. Man verweise auf den evolutionären Vorteil des Fahrrades gegenüber dem Stadtauto. CO2-Einsparung, autofreie Innenstädte, umweltbewusste Kunden - Fahrrad und E-Bike fahren auf der Überholspur. Vor allem die E-Bikes erobern würden den Markt zunehmend, während Elektroautos noch in der Entwicklung stecken würden. Derby Cycle lege bei seinen Fahrrädern einen sehr großen Wert auf Qualität, entwickle und produziere weitgehend in Deutschland. Dies habe seinen Preis. Die Kunden bekämen dafür jedoch attraktive, hochwertige und langlebige Produkte.

Das anziehende Sortiment, die starken Marken sowie der hohe Bekanntheitsgrad, verbunden mit den Wachstumstrends im Fahrradmarkt, würden sich auch in den Ergebnissen widerspiegeln. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe sich der Umsatz nahezu verdoppelt. Im Geschäftsjahr 2009/10 (bis Ende September) habe er zum Vorjahr um 4,2% auf 173,2 Mio. Euro zugelegt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei um 12,1% auf 12,1 Mio. Euro gestiegen. Der Überschuss habe sich um 40,8% auf 7,5 Mio. Euro erhöht. Deutliche Zuwächse habe die Gesellschaft auch im ersten Quartal 2010/11 verzeichnet. Im traditionell eher schwachen Jahresviertel habe der Umsatz um 30,5% auf 37,8 Mio. Euro geprescht.

Derby Cycle habe insgesamt 80.517 Fahrräder (+5,8%) verkauft, bei den Elektrorädern einen Absatzsprung von 138,6% auf 12.634 Stück verzeichnet. Das EBIT sei von 1,2 auf 1,9 Mio. Euro geklettert. Der Überschuss habe von 0,8 auf 1 Mio. Euro zugenommen. Für das Gesamtjahr erwarte der Vorstand auf Basis der aktuell bereits vorliegenden Bestellungen vom Fahrradfachhandel Umsätze von mindestens 200 Mio. Euro, was einem Plus zum Vorjahr von mindestens 15% entsprechen würde. Bei der EBIT-Marge rechne er mit einer Verbesserung von 7% auf einen Wert zwischen 7% und 8%.

Während bei den Pkws die Elektromobilität noch weitgehend Zukunftsmusik sei, gehe es bei den Fahrrädern mit Elektrounterstützung schon flott voran. Sie seien technisch bereits sehr ausgereift und würden immer beliebter, scheinen sie doch geradezu ideal für urbane Mobilität. Gleichzeitig seien sie Ausdruck für eine gesundheitsbewusste und ökologische Lebenseinstellung. Zudem könnte der in Zukunft wohl immer teurer werdende Sprit günstigere Fortbewegungsmethoden beflügeln.

Insgesamt gelte das Fahrrad somit als Zukunftsmarkt, wobei den elektrisch betriebenen Vertretern die größten Wachstumschancen eingeräumt würden. Derby Cycle könnte von diesem Trend mit seinen attraktiven und qualitativ hochwertigen Produkten sowie gut positionierten Marken profitieren. Entsprechend könnte sich der Wachstumskurs beschleunigen, nicht zuletzt forciert durch die beim Börsengang eingenommenen Mittel.

Für Anleger, die an die Zukunftsbranche Zweirad glauben, könnte nach Ansicht der Experten von "Aktienservice Research" die Aktie von Derby Cycle somit ein spekulativer Kauf sein. (Aktien Ausgabe 526 vom 13.04.2011) (14.04.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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