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Di, 28. April 2026, 8:57 Uhr

Deutsche Telekom AG

WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508

Deutsche Telekom Outperform


31.05.02 15:43
Hornblower Fischer

Die Analysten von Hornblower Fischer bewerten die Deutsche Telekom-Aktie (WKN 555750) mit "outperform".

Der größte europäische Telefonkonzern Deutsche Telekom stehe weiter unter Druck und die Aktie habe ein neues Allzeittief markiert. Die Hauptbelastungsfaktoren seien kurzfristig gesehen technischer Natur, nachdem der stetige Kursverfall zusammen mit der extrem negativen Marktstimmung gegenüber der Aktie die Investoren zum Verkauf zwinge, während das Kaufinteresse sehr dünn bleibe.

Fundamental stehe neben der Schuldenproblematik vor allem das Festnetzgeschäft im Blickpunkt, das im ersten Quartal noch schwächer gewesen sei als beim Vergleichsunternehmen France Telecom. Auch der zu hohe Kaufpreis für den US-Mobilfunkanbieter VoiceStream und die UMTS-Lizenzen bereiteten den Anlegern Kopfzerbrechen.

Die fundamentale Verfassung des Konzerns sei nicht so schlecht wie dies der Kursverlauf suggeriert. Entsprechend sehe man auf aktuellem Kursniveau eine attraktive Bewertung der T-Aktie mit einem positiven Chance/Risiko-Verhältnis. Die Schwäche im Festnetz - zusammengefasst in der Unternehmenssäule T-Com - werte man als temporäres Problem, das sich nicht in der Schärfe des ersten Quartals fortsetzen sollte.

Im Mai seien die Telefonkosten in Deutschland zum Vorjahr um 0,6% nach +0,3% im April gestiegen. Neben höheren Anschlussgebühren wirkten insgesamt steigende Minutenpreise zunehmend positiv auf den Umsatz. Dem stünden leicht rückläufige Einnahmen und künftig steigender Wettbewerb im Ortsnetz gegenüber.

Man erwarte aber weniger scharfe Einschnitte verglichen mit den Auswirkungen der Call-by-Call-Angebote bei Ferngesprächen. Die Ertragsseite von T-Com verbessere sich durch Kosteneinsparungen vor allem beim Personal und bei Investitionen. Somit rechne man für das Gesamtjahr mit einer spürbaren Stabilisierung bei T-Com und erwarte keinen signifikanten Umsatzrückgang mehr.

Weitere negative Überraschungen in Form von Forderungsausfällen wegen insolventer Konkurrenten seien zwar zu befürchten. Gleichzeitig sorge hier aber der langfristig positive Effekt des reduzierten Wettbewerbs für fundamentalen Ausgleich. Der Festnetzbereich sei mit einem Anteil von 54% am Gesamtumsatz 2001 der Körper der Deutschen Telekom und für die Versorgung des gesamten Konzerns mit Liquidität verantwortlich.

Nachdem der Umsatz im Jahresvergleich 2001 um 5,5% zurückgegangen und das Vorsteuerergebnis sogar um 25,8% absackt sei, sei die Sparte zum Sorgenkind des Konzerns geworden. Das Problem habe sich im ersten Quartal in einem erneuten, leichten Umsatzrückgang und einem deutlicheren Minus beim EBITDA und dem Vorsteuerergebnis manifestiert.

Zweiter wesentlicher Belastungsfaktor sei das Schuldenproblem, nachdem vor allem der zu teure Kauf des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream und die UMTS-Lizenzen den Schuldenstand aufgebläht hätten. Die Nettoverschuldung der Telekom sei im ersten Quartal auf 67,3 Mrd. Euro nach 62,1 Mrd. Euro zum Jahreswechsel weiter gestiegen. Somit seien keine Erfolge beim angekündigten Schuldenabbau verzeichnet worden.

Lediglich die planmäßige Erhöhung der Verbindlichkeiten durch den Kauf der restlichen Anteile am debis Systemhaus habe sich negativ auf dem Schuldenberg niedergeschlagen. Dennoch sei die Deutsche Telekom voll durchfinanziert und sehe sich nicht gezwungen Vermögensgegenstände zwanghaft zu den aktuell niedrigen Marktpreisen zu veräußern. Dies sei grundsätzlich positiv.

Erfreulich sei auch der in Aussicht gestellte Freie Cash-Flow von bis zu 1,5 Mrd. Euro in diesem und 3 Mrd. Euro im nächsten Jahr, der voll in den Schuldenabbau fließe. Zusammen mit dem Verkauf weiterer Positionen außerhalb des Kerngeschäfts sollte dies den Schuldenabbau in Gang setzen, auch wenn man das Ziel der Unternehmensführung von 50 Mrd. Euro bis zum Ende 2003 für zu ambitioniert halte.

Die Schlüsselfaktoren blieben der Verkauf des Kabelgeschäfts und das T-Mobil IPO. Die Kursentwicklung der T-Aktie werde von den sehr stark gewichteten negativen Faktoren beherrscht und die Chancen rückten in den Hintergrund. Man halte die Deutsche Telekom aber für den am aussichtsreichsten positionierten Telekomkonzern Europas.

Entsprechend sei das Kursrisiko auf aktuellem Niveau reduziert und es ergebe sich ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis. Die Aktie sei bei einem EV/EBITDA-Multiplikator auf Basis der Schätzungen für 2003 von 6,25 bewertet und liege damit im europäischen Mittelfeld. Angesichts der überdurchschnittlichen Wachstumsraten sei dies günstig.

Die Analysten von Hornblower Fischer bestätigen ihr "outperform"-Rating für die Deutsche Telekom.





 
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