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Sa, 4. Februar 2023, 14:27 Uhr

Elringklinger

WKN: 785602 / ISIN: DE0007856023

ElringKlinger gute Q3-Zahlen


29.10.10 13:50
Montega AG

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Montega AG, Hendrik Emrich, stuft die Aktie von ElringKlinger mit "halten" ein.

Als weltweit tätiger Entwicklungspartner und Erstausrüster für Zylinderkopf- und Spezialdichtungen sowie Gehäuse- und Abschirmteile zeichne sich ElringKlinger als fokussierter Nischenplayer durch eine überdurchschnittliche Profitabilität aus. Die heute berichteten Q3-Zahlen würden nahtlos an das bereits gute zweite Quartal anknüpfen und hätten in jeglicher Hinsicht über den hohen Erwartungen gelegen. Dementsprechend habe das Unternehmen erneut seine Guidance für das Gesamtjahr 2010 angehoben und rechne nun mit einem Umsatz von 745 bis 755 Mio. Euro (alt: 690 bis 710 Mio. Euro) und einem EBIT von 105 bis 110 Mio. Euro (alt: 90 bis 95 Mio. Euro), was die Analysten abermals für eher konservativ halten würden.

Während der Umsatz in den ersten neun Monaten um fast 40% auf 586,2 Mio. Euro habe zulegen können (vor allem getragen vom Erstausrüstungsgeschäft in Asien, Südamerika und den USA), habe insbesondere die abermals sehr robuste EBIT-Marge von fast 16% in Q3 überrascht, die ElringKlinger trotz der geringeren Anzahl von Arbeitstagen, niedrigerer F&E-Zuschüsse und signifikant negativer Währungseffekte in Höhe von 6,0 Mio. Euro erzielt habe.

Nicht zuletzt durch die Erstkonsolidierung der jüngst akquirierten Freudenberg-Gruppe (aktuelle Marge im niedrigen einstelligen Bereich) in den ElringKlinger-Konzern ab 01.01.2011 dürfte sich jedoch im kommenden Jahr eine leichte Margenverwässerung auf leicht unter 14% einstellen. Der Umsatzbeitrag des Bereichs Flachdichtungen von Freudenberg solle für 2011 bei 49 Mio. Euro liegen und die Marktposition in Frankreich und Italien stärken. Mittelfristig sollte die Profitabilität der Tochter im Rahmen der bereits eingeleiteten Integration jedoch auf Konzernniveau gesteigert werden (15 bis 18%).

ElringKlinger habe hierzu erst vor wenigen Wochen eine Kapitalerhöhung in Höhe von knapp 124 Mio. Euro erfolgreich abgeschlossen. Der Emissionserlös werde jedoch nur teilweise für die Freundenberg-Akquisition verwendet (40 Mio. Euro), die Anfang 2011 cashwirksam werde. Der Restbetrag solle für den Aufbau neuer Geschäftsbereiche und weiteren externen Wachstums verwendet werden. Da es jedoch kaum derart profitable Automobilzulieferer wie ElringKlinger am Markt gebe, würden die Analysten auch aus diesem Grund von einer leichten Abschwächung der Konzernmarge in 2011 ausgehen.

Im Rahmen des Conference Calls seien auch die Erwartungen für Q4/2010 gedämpft worden (aufgrund der rund 2-wöchigen Werksferien der OEMs um Weihnachten und einer leichten Nachfrageabschwächung), welches nach Erachten der Analysten ein gewisses Enttäuschungspotenzial beinhalte.

Im Zuge des im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Umsatz- und Ergebniswachstums sowie der erfolgreichen Kapitalerhöhung dürfte die akquisitionsbedingte, recht hohe Verschuldung des Unternehmens wieder reduziert werden. Die Nettoverschuldung sei per 30.09. zwar bereits leicht auf 216 Mio. Euro reduziert worden, allerdings würden sich die Finanzierung des Investitionsbedarfs und das mittlerweile wieder deutlich gestiegene Working Capital in Bezug auf die Cash Flows kurzfristig negativ bemerkbar machen.

Die Bilanzqualität sei mit einer Eigenkapitalquote von 43% allerdings weiterhin solide, was eine der Grundvoraussetzungen für die gestiegene Visibilität im Geschäft mit einigen Automobilherstellern sei. Seit der Finanzkrise werde die Bonität und Finanzlage der Zulieferer durch die OEMs sehr genau verfolgt und nur mit bonitätsstarken Zulieferern werde weiter zusammengearbeitet, zu denen ElringKlinger zweifelsfrei zähle.

Insgesamt würden die Analysten den Konzern sowohl regional (der Auslandsanteil am Konzernumsatz liege bei beachtlichen 71%) als auch produktseitig (Produktinnovationen in den Bereichen Brennstoffzellen, Batterietechnologie, Abgasnachbehandlung etc.) hervorragend aufgestellt sehen. Dabei profitiere das Unternehmen durch seine exzellente Wettbewerbsqualität und fokussierte Nischenstrategie von wichtigen Langfristtrends im Automobilbereich, wie: Einsatz immer kleinerer, leichterer aber leistungsfähigerer Motoren ("Engine Downsizing"), Reduktion des Geräuschpegels im Motorraum durch innovative Abschirmteile, Verminderung der Schadstoffemission, sowie Entwicklung neuer Antriebsverfahren für PKW und Nutzfahrzeuge.

Dies sollte auch in den Folgejahren ein überdurchschnittliches Top Line-Wachstum des Unternehmens ermöglichen, welches zumindest kurzfristig oberhalb der langfristigen Guidance (Umsatzwachstum 5 bis 7% p.a.) liegen sollte. Aufgrund der oben beschriebenen Effekte und möglichen weiteren Akquisitionen, welche die operative Marge verwässern könnten, würden die Analysten die Profitabilität perspektivisch eher am unteren Ende der langfristigen Vorgabe des Unternehmens sehen (EBIT-Marge 15 bis 18%).

Angesichts der sehr guten Performance der Aktie in den letzten Monaten würden die Analysten denken, dass die Bewertung für die ElringKlinger-Aktie bereits weitgehend ausgereizt sei. Ihr DCF-Modell signalisiere einen fairen Wert von 23,50 Euro, den sie auch als Kursziel ansetzen würden.

Es empfiehlt sich somit, die ElringKlinger-Aktie zunächst zu halten und vor Neuengagements auf mögliche Kursrücksetzer zu warten, so die Analysten der Montega AG. (Analyse vom 29.10.2010) (29.10.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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