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Freeport-McMoRan

WKN: 896476 / ISIN: US35671D8570

Freeport-McMoRan Allzeithoch im Visier


10.02.11 08:47
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Einschätzung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Freeport-McMoRan ein spekulativer Kauf.

Nach einer kurzen Verschnaufpause habe der Kupferpreis seine Rally zuletzt fortgesetzt und neue Höchstwerte markiert. Davon angestachelt worden sei auch die Aktie des weltweit größten privaten, börsennotierten Kupferunternehmens: Freeport-McMoRan Copper & Gold. Sie könnte nun erneut ihr Allzeithoch von Mai 2008 ins Visier nehmen.

Das bisherige Rekordhoch habe nach dem in der vergangenen Woche vollzogenen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 2 bei 63,62 US-Dollar gelegen. Diesem Niveau sei der Kurs im Rahmen des steilen Anstiegs seit dem Zwischentief von Anfang Juli 2010 zuletzt schon sehr nahe gekommen, habe am 12. Januar 61,35 US-Dollar erreicht. Es sei jedoch eine Korrektur gefolgt. Dazu beigetragen habe der im Januar begonnene Rücksetzer beim Kupferpreis, der von Sorgen über eine weitere Straffung der Geldpolitik in China, dem weltweit größten Kupferverbraucher, belastet worden sei. Dies habe ein abnehmendes Tempo bei der wachsenden Nachfrage befürchten lassen.

Diese Annahme habe sich aber offenbar schnell wieder in Luft aufgelöst. Kupfer habe seine Korrektur beendet und sei jüngst in noch nie da gewesene Höhen geklettert. Neue Nachrichten, wie der Wirbelsturm im Nordosten Australiens, der die dortige Kupferproduktion beeinträchtigen könnte, aber auch starke US-Konjunkturdaten (ISM-Index Industrie Januar) hätten den Spekulationen, dass der Bedarf im Jahr 2011 nicht durch das Angebot befriedigt werden könne, weitere Nahrung gegeben. Angesichts des erwarteten Defizits sowie der trotz der seit Dezember steigenden Tendenz nicht üppigen Lagerbestände würden einige Analysten von weiter anziehenden Kupferpreisen in den nächsten Monaten ausgehen. Regionen von 12.000 US-Dollar und mehr seien bereits in einigen Berichten genannt worden.

Die derzeit bullische Stimmung bei Kupfer scheine nun auch wieder die Fantasie bei der Aktie von Freeport-McMoRan anzuheizen. Sie habe in der vergangenen Woche kräftig zugelegt und scheine damit ebenfalls ihre Korrekturphase beendet zu haben. Ein erneuter Anlauf in Richtung des bisherigen Allzeithochs von 63,62 US-Dollar sei nun vorstellbar, weshalb einerseits kurzfristige spekulative Long-Positionen mit diesem ersten Kursziel erwägenswert seien. Sollte zudem das Rekordhoch geknackt werden, seien ferner Käufe nach der Darvas-Strategie denkbar. Bei diesem Handelsansatz würden getreu dem Motto "Der Markt hat immer Recht", nur Aktien gekauft, deren Kurse sich auf Mehrjahres- oder Allzeithochs befinden würden. Zugrunde liege dabei die Annahme, dass steigende Aktien dazu neigen würden, weiter zu steigen, da kaum noch Verkaufsdruck auftrete.

Aber nicht nur charttechnisch sehe es interessant aus. Auch die derzeit fundamentalen treibenden Kräfte bei Kupfer könnten weitere Kaufanreize für Freeport-McMoRan liefern. Schließlich dürfte eine weiter positive Entwicklung am Kupfermarkt auch die Geschäfte des weltweit größten privaten Kupferproduzenten schüren.

Die Ursprünge des Konzerns würden zurück bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gehen. Einen wichtigen Schritt zur heutigen Größe habe er mit der 2006 angekündigten und 2007 vollzogenen Übernahme des Kupferproduzenten Phelps Dodge gemacht. Es sei ein Riese im Kupferbereich entstanden. Nur der im Staatsbesitz befindliche chilenische Konzern Codelco produziere noch mehr Kupfer. Freeport-McMoRan betreibe derzeit Minen in Nordamerika, Chile, Peru, der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien. Die geförderten Kupfererze würden zu einer Reihe von Kupferprodukten (z. B. Konzentrate, Drähte, Kathoden, Stangen) eingeschmolzen.

Der Clou bei Freeport-McMoRan sei aber nicht die reine Größe, sondern die günstigen Förderkosten, würden sich in den Erzen doch oft lukrative Nebenprodukte wie Gold finden. Bestes Beispiel dafür sei die Grasberg-Mine in West-Papua (Indonesien), die die weltweit größten Kupfer- und Goldreserven aufweise. Für Freeport-McMoRan sei sie buchstäblich eine Goldgrube, da das hier bei der Kupferförderung anfallende Gold die gesamten Abbaukosten mehr als decke. Sie gelte daher als kostengünstigste Kupfermine der Welt und mache den Konzern zum Kupferproduzenten mit den weltweit niedrigsten Kosten. 2010 hätten von dem konzernweit gewonnenen Kupfer etwa 31% aus dieser Mine gestammt. Bei Gold habe der Anteil sogar bei fast 95% gelegen.

Bislang produziere die Mine insbesondere im offenen Tagebau. Ab 2015 wolle man dann unter Tage gehen, sodass hier derzeit die Transformation begonnen habe. Freeport-McMoRan habe aber nicht nur Kupfer und Gold zu bieten. Die Gesellschaft fördere auch Molybdän.

Sie sei dabei der weltweit größte Produzent des Elements, das vor allem zur Härtung von Stahl eingesetzt werde. Es falle in der Regel als Nebenprodukt bei der Kupferförderung an. Der Konzern besitze aber auch Vorkommen in den USA, in denen direkt nach Molybdänerzen geschürft werde.

Insgesamt habe Freeport-McMoRan im vergangenen Jahr 3,908 Mrd. US-Pfund (je 0,453 kg) Kupfer gefördert. Veräußert worden seien 3,896 Mrd. US-Pfund. Dies seien zwar mengenmäßig 5,2% weniger als im Vorjahr gewesen, der durchschnittliche Verkaufspreis sei jedoch deutlich von 2,60 auf 3,59 US-Dollar je US-Pfund geklettert. Entsprechend seien allein die Erlöse aus der eigenen Kupferproduktion von rund 10,7 auf etwa 14 Mrd. US-Dollar geschnellt. Dies spiegele sich auch im gesamten Konzernumsatz wider: Er habe 2010 um 26,2% auf den Rekordwert von 18,98 Mrd. US-Dollar zugelegt. Zudem seien die Gewinne kräftig gestiegen. Operativ habe sich der Profit von 6,5 auf 9,07 Mrd. US-Dollar erhöht. Unter dem Strich habe Freeport-McMoRan mit 5,54 Mrd. US-Dollar ebenfalls einen neuen Spitzenwert und etwa 57% mehr als 2009 verdient.

In den nächsten Jahren sollten die Profite weiterhin kräftig sprudeln. Zwar rechne die Gesellschaft 2011 mit einer erneut sinkenden Kupferförderung auf 3,85 Mrd. US-Pfund und wie schon 2010 mit einem weiteren deutlichen Rückgang bei der Goldausbeute von 1,886 auf 1,4 Mio. Feinunzen, sie arbeite derzeit aber intensiv an der Ausweitung ihrer Aktivitäten. Es seien einige aussichtsreiche Entwicklungs- und Erweiterungsprojekte in der Pipeline, die in den nächsten Jahren die Produktion steigern sollten. Bereits 2012 werde wieder ein Anstieg bei der Kupferproduktion auf dann 4,1 Mrd. US-Pfund erwartet. 2013 sollten es 4,2 Mrd. US-Pfund sein. Bei Gold solle sich die Abwärtstendenz bis 2012 auf 1,3 Mio. Feinunzen fortsetzen, bevor dann 2013 wieder ein Anstieg auf 1,7 Mio. Feinunzen geplant sei.

Freeport-McMoRan sei eine große Nummer im Kupfergeschäft. Dank sehr lukrativer Minen sollte der Konzern künftig weiter starke Ergebnisse abliefern. Daneben seien einige aussichtsreiche Entwicklungs- und Erweiterungsprojekte in der Pipeline, die in den nächsten Jahren zu einer Ausweitung der Förderung führen dürften. Finanziert werden könne die Expansion durch einen stattlichen Cashflow. Operativ habe er 2010 bei 6,27 Mrd. US-Dollar gelegen und solle 2011 auf etwa 8 Mrd. US-Dollar steigen. Bei den Kapitalkosten sei ein Plus von 1,41 auf 2,5 Mrd. US-Dollar vorgesehen. Davon sollten 1,3 Mrd. US-Dollar in die Hauptprojekte fließen, vor allem in die Umwandlung der Grasberg-Mine in einen Untertagebau.

Kurzfristig könnte die Aktie von weiter steigenden Kupfernotierungen profitieren und daher eventuell bald das bisherige Allzeithoch ansteuern. Eine treibende Kraft könnte ferner der jüngste Aktiensplit sein, der die Aktie optisch günstiger erscheinen lasse. Unabhängig davon sei auch die tatsächliche Bewertung nicht zu teuer. Auf Basis des Ergebnisses je Aktie (EPS) 2010 errechne sich ein KGV von etwa zwölf.

Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Freeport-McMoRan ein spekulativer Kauf. (Aktien Ausgabe 524 vom 09.02.2011) (10.02.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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