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Grammer

WKN: 589540 / ISIN: DE0005895403

Grammer Automobilbranche im Aufwind


10.03.11 08:53
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die die Grammer-Aktie ein spekulativer Kauf.

Die Traditionsfirma Grammer habe im vergangenen Jahr von der rasanten Erholung in der Automobilindustrie profitiert, was sich auch im Aktienkurs widergespiegelt habe. Das Papier habe innerhalb des SDAX(ISIN DE0009653386 / WKN 965338) mit mehr als 200% Plus die beste Performance gezeigt, auch wenn der Kurs im letzten Quartal in eine Korrektur eingeschwenkt und konsolidiert habe. Diese Tendenz habe sich 2011 zunächst fortgesetzt. Vielleicht sei der jüngste kräftige Anstieg nun aber die Initialzündung, um die Verschnaufpause trendkonform nach oben aufzulösen.

Vielleicht heiße es gar: Anschnallen zur Fortsetzung der Rally! Angesichts der kräftigen Zuwächse in den vergangenen Tagen habe der Kurs bereits wieder an den oberen Begrenzungen der seit dem Zwischenhoch von Oktober 2010 gebildeten Konsolidierung gekratzt. Sollte ein Ausbruch gelingen, würden sich zunächst die Hürden bei 19,29 und 19,70 Euro in den Weg stellen. Würden auch sie gemeistert, könnte das aus der Konsolidierung abzuleitende Kursziel von etwa 22 bis 23 Euro angesteuert werden. Bei Letzterem finde sich zudem die nächste horizontale Hürde.

Für Rückenwind könnte der anhaltende Optimismus in der Automobilbranche sorgen. Gerade finde mit dem Genfer Autosalon der erste Höhepunkt des europäischen Autojahres statt. Die Stimmung sei bestens. Vor allem bei den deutschen Herstellern. Sie hätten zuletzt über weiter steigende Absatzzahlen im Februar berichtet. Und auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) habe Daten gemeldet, die die Zuversicht untermauern würden. Demnach hätten die Auftragseingänge im Februar 34% über dem Vorjahreswert gelegen. Gleichzeitig sei die Zahl der Neuzulassungen um 15% gestiegen.

Nach einem deutlichen Rückgang 2010, angesichts der vorgezogenen Käufe 2009 wegen der Abwrackprämie, ziehe die heimische Pkw-Nachfrage damit nun offenbar wieder kräftig an. Immer mehr Deutsche würden sich angesichts des Konjunkturaufschwungs einen Neuwagen leisten. Gut für die deutschen Hersteller, deren Marktanteil zu Hause wieder bei etwa 70% liege. Für die deutschen Autobauer, die 2010 vor allem dank steigender Verkäufe im Ausland gewachsen seien, entstehe damit wieder ein zweites Standbein. 2010 habe die deutsche Autoindustrie ihren Umsatz gegen das Krisenjahr 2009 um mehr als 20% gesteigert. Im laufenden Jahr erwarte der VDA ein weiteres Plus.

"Wir haben allen Grund, mit Optimismus nach vorn zu schauen", habe VDA-Präsident Matthias Wissmann betont. Er rechne damit, dass 2011 in Deutschland wieder die Marke von 3,1 Mio. verkauften Fahrzeugen überschritten werde, nach 2,92 Mio. Pkws im vergangenen Jahr. Aber nicht nur in Deutschland würden die Geschäfte derzeit bestens laufen, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt, wie den beiden größten Absatzmärkten China und USA. In Letzterem seien die Pkw-Verkäufe im Februar laut den jüngst veröffentlichten Daten um mehr als 20% gestiegen und hätten damit die optimistischen Prognosen übertroffen.

Zuwächse in den USA, eine weiter hohe Dynamik in Asien sowie die Erholung in Westeuropa: Die Branche sei insgesamt derzeit im Aufschwung und erhole sich von der Krise. Davon würden auch die Zulieferer profitieren, vor allem, wenn sie bei ihren Produkten führend in Sachen Qualität und Technologie seien. Dazu gehöre Grammer, der sich selbst als Trendsetter bei Ergonomie, Sicherheit und Komfort von Sitzsystemen und Sitzkomponenten in Fahrzeugen bezeichne und sich hier mit einem starken Markenimage global positioniert habe. Und wenn sich jemand mit Sitzen auskenne, dann die Traditionsfirma, deren Ursprünge auf die 1880 gegründete Sattlerei Willibald Grammer zurückgehen würden. Seien 1954 noch Sitzkissen für Traktoren produziert und regional abgesetzt worden, verkaufe der Konzern heute Hightech-Sitze sowie Komponenten und Systeme für die Pkw-Innenausstattung in die ganze Welt.

Unterteilt sei die Geschäftstätigkeit in zwei Bereiche. Im Segment Automotive (Umsatzanteil 2010 etwa 66%) stelle Grammer Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen sowie integrierte Kindersitze her und liefere diese an namhafte Pkw-Hersteller, insbesondere aus dem Premium-Bereich. Im zweiten Segment Seating Systems entwickle und produziere das Unternehmen Fahrersitze für Lkws, Busse, Traktoren, Baumaschinen und Gabelstapler sowie Fahrer- und Passagiersitze für Bahnen.

Die Geschäfte seien im vergangenen Jahr wieder glänzend gelaufen, und nach dem Krisenjahr 2009 mit deutlichen Rückgängen seien die Ergebnisse laut den vorläufigen Zahlen kräftig gestiegen. Im Segment Automotive, das ein Umsatzplus von 23,1% auf 610,2 Mio. Euro verbucht habe, habe der Konzern neben Produktneuanläufen von der steigenden Nachfrage nach Premium-Fahrzeugen aus dem Ausland profitiert. Wachstumstreiber seien dabei vor allem China und die USA gewesen. Noch deutlicher zulegen können hätten die Einnahmen im Bereich Seating Systems mit 38,6% auf 342,5 Mio. Euro. Hier hätten sich die steigende Lkw-Nachfrage und der anziehende Markt für Offroad-Fahrzeuge positiv ausgewirkt. Insgesamt sei der Umsatz 2010 um 27,8% auf 929,3 Mio. Euro geklettert.

Neben den wachsenden Einnahmen hätten die umgesetzten Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz und Senkung der Kosten geholfen, die Erträge deutlich zu verbessern. Nachdem im Vorjahr beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Verlust von 23,9 Mio. Euro angefallen sei, habe es nun wieder einen Gewinn von 32,7 Mio. Euro gegeben. Wie viel unter dem Strich übrig geblieben sei, darüber wolle die Gesellschaft bei Vorlage des vollständigen Jahresabschlusses am 30. März berichten. Dann dürfte es auch ausführlichere Prognosen geben. Bislang habe Grammer angekündigt, auf Basis einer stabilen Marktentwicklung den eingeschlagenen Wachstumskurs auch im Jahr 2011 weiter fortsetzen zu wollen. Ein wenig Kopfzerbrechen würden jedoch die aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Rohstoffmärkten bereiten.

Die weltweite Fahrzeugbranche befindet sich derzeit im Aufwind, sodass die Aussichten für Zulieferer wie Grammer trotz einiger Risiken (Rohstoffpreise, Leitzinsen, Schuldenkrise) aktuell sehr viel versprechend erscheinen, so die Experten von "Aktienservice Research". Sollte sich die Tendenz steigender Verkaufszahlen daher fortsetzen, dürfte dies eine anhaltende Erholung mit weiter wachsenden Ergebnissen nach sich ziehen. Schließlich gehöre der Traditionskonzern zu den führenden Firmen bei Pkw-Innenausstattungen und Sitzsystemen sei außerdem sehr innovativ und weltweit präsent. Die Erholung in der Branche spiegle sich auch in den Zahlen 2010 wider. Zwar dürften die Zuwächse 2011 angesichts der nun wieder höheren normalisierten Basis nicht ganz so dynamisch ausfallen wie im Vorjahr, sollten aber dennoch signifikant sein.

Sollte daher nun auch die Konsolidierung der vergangenen Monate trendkonform nach oben aufgelöst werden, sind spekulative Käufe bei der Grammer-Aktie erwägenswert, so die Experten von "Aktienservice Research". Mit Grammer könnte man dann komfortabel und richtig sitzen, um von einem anhaltenden Aufschwung in der Branche zu profitieren. (Aktien Ausgabe 525 vom 09.03.2011) (10.03.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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