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Fr, 3. Februar 2023, 18:50 Uhr

Grammer

WKN: 589540 / ISIN: DE0005895403

Grammer erhält Mittelkonsolenauftrag von Volkswagen


20.10.10 11:25
Montega AG

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Montega AG, Hendrik Emrich, senkt sein Votum für die Grammer-Aktie von "kaufen" auf "halten".

Die Grammer AG habe heute einen Auftrag für die Produktion und Belieferung von Mittelkonsolen für den VW Jetta publiziert. Hierbei rechne das Unternehmen bis 2016 mit einem Volumen von insgesamt 1,8 Mio. Fahrzeugen. Der Jetta gelte in den USA bereits als "Klassiker" und solle nun auch wieder stärker in Europa ausgeliefert werden. In ihrem Modell hätten die Analysten ab 2011 ein Absatzvolumen von 300.000 Mittelkonsolen p.a. unterstellt, wenngleich die Volumina langsam hochgefahren werden dürften. Zudem seien hier Risikoabschläge infolge einer möglichen Abschwächung der US-Automobilkonjunktur ab 2011 zu berücksichtigen, die sich negativ auf die Abrufe von Volkswagen (ISIN DE0007664039 / WKN 766403; VZ) auswirken würden.

Der Preis pro verkaufter Mittelkonsole liege nach Aussage des Unternehmens je nach Ausstattungsumfang zwischen 25 Euro in der Basisversion und 50 Euro in der Premiumversion (mit Cupholder etc.). Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 35 Euro ergebe sich auf Basis der obigen Volumina ab 2011 ein Umsatzeffekt von gut 10 Mio. Euro p.a., der insofern lediglich ca. 1% des Konzernumsatzes ausmache. Aus diesem Grund dürfte der vermeldete Auftrag zwar eine positive Signalwirkung für mögliche Folgeaufträge haben, er werde sich jedoch nicht nennenswert auf die P&L auswirken.

Positiv sähen die Analysten eher, dass bei diesem Großauftrag erstmals ein neues, innovatives Fertigungsverfahren verwendet werde, welches sich aufgrund des deutlich reduzierten Montageaufwands überproportional auf die Ergebnissituation des Konzerns auswirken werde. Trotz der überdurchschnittlich hohen Marge der Mittelkonsolen von rd. 8-10% sei jedoch auch der Ergebniseffekt auf Konzernebene zu vernachlässigen (EBIT-Effekt <1 Mio. Euro). Insofern würden sie ihre Schätzungen unverändert lassen, zumal sie bereits in ihrer Publikation vom 6. Oktober auf den steigenden Anteil des Mittelkonsolengeschäfts hingewiesen hätten, der mittelfristig 10% des Konzernumsatzes ausmachen dürfte.

Die Grammer-Aktie habe sich als einer der Top-Performer im SDAX auch in den letzten Monaten sehr positiv entwickelt und mittlerweile das Kursziel der Analysten von 19,35 Euro erreicht. Die Analysten hätten zudem mehrfach darauf hingewiesen, das sie etwaige Übernahmespekulationen nicht teilen würden, zumal das Unternehmen seine Unabhängigkeit mehrfach betont habe und bereits Anstrengungen unternommen haben dürfte, um diese Eigenständigkeit auch langfristig aufrecht zu halten. Insofern könnten mögliche Übernahmefantasien des Marktes enttäuscht werden, was sich negativ auf das Sentiment für die Grammer-Aktie auswirken würde.

Aus diesen Gründen stufen die Analysten der Montega AG die Grammer-Aktie bei einem unveränderten Kursziel von 19,35 Euro von "kaufen" auf "halten" zurück. Wenngleich die Aktie anhand des KGVs noch immer moderat bewertet scheine, relativiere sich diese Einschätzung auf Basis des DCF-Modells (fairer Wert 19,35 Euro) und des anhaltend negativen Free Cash Flows und der zunehmenden Verschuldung. (Analyse vom 20.10.2010) (20.10.2010/ac/a/nw)





 
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