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Do, 18. August 2022, 14:58 Uhr

Kabel Deutschland Holding

WKN: KD8888 / ISIN: DE000KD88880

Kabel Deutschland hohe Verschuldung wird kontinuierlich abgebaut


22.11.10 15:43
SdK AktionärsNews

München (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "SdK AktionärsNews" ist die Aktie von Kabel Deutschland unverändert ein attraktives Investment.

Seit dem Börsengang am 22.03.2010 habe die Aktie der Kabel Deutschland Holding AG (KDG) über 40% zugelegt. Für viele Beobachter sei dies angesichts hoher Schulden und Investoren, die den Börsengang als Exit nutzen könnten, unerwartet gekommen. Denn die Anteile des Börsenneulings hätten sich zuvor größtenteils im Besitz der Private-Equity-Gesellschaft Providence Equity befunden, die die Börse als Exit-Kanal habe nutzen wollen. Bis heute habe sie ihre Beteiligung in mehreren Schritten bis auf 43,7% abgebaut, sich aber nun freiwillig verpflichtet, mindestens bis Ende März 2011 keine weiteren Verkäufe vorzunehmen.

Zur ersten öffentlichen Hauptversammlung habe das MDAX-Unternehmen für den 20.10.2010 nach München geladen. Der Vorstandsvorsitzende Adrian von Hammerstein habe den etwa 100 Aktionären das Geschäftsmodell der KDG vorgestellt, die mit 15,3 Millionen anschließbaren Haushalten und 8,9 Millionen Kunden das größte Kabelnetz in Europa betreibe. Das Verbreitungsgebiet umfasse dreizehn Bundesländer und insgesamt 47 Millionen Einwohner, also mehr als die Hälfte aller Bundesbürger. Das Fundament des Geschäfts sei eine leistungsstarke Netzwerkinfrastruktur, die in den letzten fünf Jahren mit Investitionen von mehr als 1 Mrd. Euro für Breitbandanwendungen ausgelegt worden sei.

Die Marktdurchdringung liege in Deutschland wegen der späten Privatisierung der Branche noch deutlich hinter anderen Ländern zurück. Bei der Zahl der Kabelanschlusskunden scheine zwar auf hohem Niveau eine gewisse Sättigung erreicht. Erhebliches Wachstum sei aber im Internet- und Telefonie-Geschäft zu verzeichnen. Auf Nachfrage des SdK-Vertreters Daniel Bauer habe Hammerstein erklärt, dass er die KDG als "Substanzwert mit attraktiven Wachstumschancen" sehe. Die erheblichen Mittelzuflüsse würden es erlauben, zugleich die nötigen Investitionen zu finanzieren und eine Dividende zu zahlen, ohne das Wachstumspotenzial zu beschneiden.

Tatsächlich sehe die Planung vor, in zwei Jahren erstmals eine Ausschüttung vorzunehmen, was beim ersten Blick in die Zahlen etwas seltsam anmute. Im Geschäftsjahr 2009/10 habe der Umsatz zwar um 10% auf 1,5 Mrd. Euro zugelegt und das EBITDA sei um 15% auf 659 Mio. Euro gewachsen, womit sich die Marge auf 43,9 (41,6) % verbessert habe. Mittelfristig solle hier ein Wert von 50% erreicht werden. Das Nettoergebnis habe mit -45 (-99) Mio. Euro aber im negativen Bereich verharrt, wofür vor allem die Abschreibungen von 450 (403) Mio. Euro infolge der hohen Investitionen der Vorjahre verantwortlich seien.

Zudem habe das Finanzergebnis mit -214 (-287) Mio. Euro belastet, obgleich durch das niedrigere Zinsniveau eine Verbesserung habe erreicht werden können. Ganz bewusst habe der Vorstand bisher auf größere Sicherungsmaßnahmen verzichtet, worin einige Aktionäre eine gewisse Gefahr gesehen hätten. Ein wichtiger Erfolg sei im Februar mit der Verlängerung eines Großteils der Kredite bis ins Jahr 2014 gelungen. Die Finanzierung sei damit langfristig gesichert, was bei einer Gesamtverschuldung von fast 2,9 Mrd. Euro eine maßgebliche Rolle spiele. Sorgen wegen der Rückzahlung würden den Vorstand nicht plagen. Aus dem hohen operativen Cashflow könnten die Kredite kontinuierlich getilgt werden. Im besten Fall solle sich die Verschuldung in Relation zum EBITDA in diesem Jahr in Richtung 3 reduzieren.

Setze sich der Trend des ersten Quartals fort, könnte dies tatsächlich gelingen. In diesem Zeitraum sei der Umsatz um weitere 6% auf 389 Mio. Euro geklettert, das EBITDA habe sich um 11% auf 176 Mio. Euro verbessert und der operative Free Cashflow sei um 32% auf 115 Mio. Euro gestiegen. Für das Gesamtjahr erwarte der Vorstand einen Umsatzzuwachs auf 1,6 Mrd. Euro und ein EBITDA von 725 Mio. Euro. Ganz ohne Risiken sei das Geschäft zwar nicht. Ein großer Konkurrent sei die Deutsche Telekom mit ihrem Glasfasernetz und auch kleine City-Carrier wie die Münchner M-Net würden zu schaffen machen.

In dem Wachstumsmarkt dürften jedoch alle ihren Platz finden und die Chancen stehen gut, dass die Aktie von Kabel Deutschland nach Meinung der Experten von "SdK AktionärsNews" ein attraktives Investment bleibt. (Ausgabe 225 vom 22.11.2010) (22.11.2010/ac/a/d)

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