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Kerry Group PLC

WKN: 886291 / ISIN: IE0004906560

Kerry Group bleibt auf Wachstumskurs


14.07.11 09:22
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie der Kerry Group ein spekulativer Kauf.

Im Zusammenhang mit Irland hätten in den vergangenen Monaten vor allem die dortige Schuldenkrise und die schwächelnde Wirtschaft für Gesprächsstoff gesorgt. Die Aktie des Weltmarktführers für Nahrungsmittelzusatzstoffe und Aromen habe sich davon aber weitgehend unbeeindruckt gezeigt und glänze weiterhin mit einem intakten übergeordneten Aufwärtstrend seit dem Tief von Anfang 2009. Jüngst sei das nach Marktkapitalisierung drittgrößte irische Papier sogar auf ein neues Hoch geklettert. Zwar sei es nicht gehalten worden, zuvor habe aber wohl die Firmenpräsentation vor Investoren aus der Vorwoche nachgewirkt, bei der die Gesellschaft ihre langfristigen Wachstumsziele aktualisiert und einen insgesamt positiven Eindruck hintergelassen habe. Die Kerry Group bleibe demnach wohl auf einem profitablen Wachstumskurs, was die Aktie als Investment interessant mache.

Das Unternehmen habe eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. Nach den bescheidenen Anfängen 1972 mit einer ersten Molkerei in Irland sei durch organisches Wachstum und Zukäufe ein weltweit tätiger Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 5 Mrd. Euro entstanden. Das Unternehmen sei heute in 23 Ländern mit Produktionsstätten und in 20 anderen Ländern mit Vertriebsgesellschaften präsent. Verkauft würden die mehr als 15.000 Produkte in über 140 Staaten. Größte Absatzregion sei mit 60% der Wirtschaftsraum EMEA, bestehend aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Auf Rang 2 lägen Nord- und Südamerika mit zusammen 30%. Die restlichen 10% würden auf die Wachstumsregion Asien-Pazifik entfallen.

Stärkste Einnahmequelle sei der Bereich Nahrungsmittelzusatzstoffe und Aromen, auf den 2010 etwa 68% der Konzernumsätze entfallen seien und in dem ferner das meiste Geld verdient werde. Kerry biete hier Produkte für die Nahrungsmittel- und Getränke-, aber auch die Pharmaindustrie. Mit ihnen würden beispielsweise Geschmack, Textur und Aussehen von Lebensmitteln verbessert. Sie würden aber auch zur Unterstützung der Produktionsprozesse bei der industriellen Herstellung dienen. Daneben entwickle die Gesellschaft neue Zusatzstoffe und Aromen. Diese kämen bei Innovationen im Bereich der Nahrungsmittel zum Einsatz.

Das Unternehmen habe sich in seiner größten Konzernsparte auf Wachstumstrends fokussiert, wie den steigenden Bedarf an Convenience Food, also bereits verzehrfertigen würden oder nur noch zu erhitzenden oder aufzutauenden Speisen. Daneben würden die großen Nahrungsmittelkonzerne ihre internationale Expansion vorantreiben und müssten dabei landesübliche Geschmäcker berücksichtigen. Zudem würden in den Entwicklungsländern Osteuropas, Südamerikas und Asiens große Wachstumschancen winken, wovon auch Kerry als Zulieferer für die Nahrungsmittelindustrie profitiere. Habe sich der Umsatzanteil der Entwicklungsländer in dem Segment Zusatzstoffe und Aromen von 2006 bis 2010 von 15% auf 22% erhöht, solle er bis 2017 auf 30% zulegen.

Darüber hinaus sei in den vergangenen Jahren der Trend zu beobachten, dass Fertiggerichte deutlich höheren Ansprüchen genügen müssten, indem beispielsweise frische natürliche Zutaten verwendet würden, weshalb andere Zusatzstoffe und natürliche Aromen benötigt würden. Als ein weiteres aussichtsreiches Wachstumsfeld gelte der Markt für gesunde Lebensmittel. Hier würden einerseits künstliche Aromen oder im Übermaß genossen gesundheitlich bedenkliche Zutaten wie Zucker und Salz weitgehend eliminiert. Andererseits würden die Lebensmittel mit Mineralien, Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und anderen Stoffen aufgepeppt, um sie so gesünder zu machen oder mit einem Zusatznutzen auszustatten, der vor Krankheiten schützen solle, was bei vielen Verbrauchern das Verlangen nach einem gesunden Lebensstil bediene.

Kerry habe sich frühzeitig auf all diese Wachstumstreiber hin ausgerichtet und könne dank der vorhandenen Innovationskraft sowie Technologien die immer größer werdenden Anforderungen der weltweiten Nahrungsmittelindustrie erfüllen. Die Zusatzstoffe und Aromen fänden auch im Konzern Verwendung, stelle er in seiner zweiten Säule Kerry Foods (Umsatzanteil: 32%) doch auch selbst Nahrungsmittel (z.B. Wurst, Käse, Fertiggerichte, abgepackte verzehrfertige Sandwiches) her. Sie würden vor allem in Irland und Großbritannien verkauft, in denen das Unternehmen bei Kühl- und Tiefkühlprodukten zu den umsatzstärksten Anbietern gehöre und einige der eigenen Marken in ihren Segmenten führend seien.

Mit seinem Geschäftsmodell sei das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten sehr erfolgreich gewesen. Bestes Beispiel dafür sei die Gewinnentwicklung. Seit dem Jahr des Börsengangs 1986 habe Kerry sein um immaterielle Abschreibungen und nicht zum Kerngeschäft gehörende Sondereffekte bereinigtes Ergebnis je Aktie (EPS) kontinuierlich von 0,076 auf 194,5 Cent steigert. Dies entspreche einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14,5%. In den vergangenen vier Jahren habe sie bei 10,6% gelegen. Absolut habe der Konzern 2010 einen Profit von 324,2 Mio. Euro und damit 61,1% mehr als in dem von der weltweiten Wirtschaftskrise beeinträchtigten Vorjahr mit 201,2 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz habe sich gleichzeitig von 4,52 auf 4,96 Mrd. Euro verbessert.

An die glänzende Entwicklung der vergangenen Jahre wolle das Unternehmen anknüpfen und auch in den nächsten Jahren weiter profitabel wachsen. In der Vorwoche habe es sich Investoren präsentiert und dabei die langfristigen Wachstumsziele aktualisiert. Beim bereinigten EPS wolle Kerry in den nächsten fünf Jahren demnach weiterhin um durchschnittlich mehr als 10% pro Jahr zulegen. Wie Firmenlenker Stan McCarthy erläutert habe, wolle der Konzern dazu zum einen beim Absatzvolumen stärker wachsen als die Branche und peile eine durchschnittliche organische Steigerungsrate von 3% bis 5% pro Jahr an.

Das Segment Zusatzstoffe und Aromen solle dabei um 4% bis 6% zulegen und dabei vor allem in den Entwicklungsländern mit 10% überproportional wachsen würden. In der Nahrungsmittelsparte Kerry Foods seien Zuwächse von jährlich 2% bis 3% anvisiert. Zum anderen sollten steigende Margen und weitere positive Effekte aus den laufenden Effizienzsteigerungsprogrammen ("1 Kerry", "Kerry Connect") die Profitabilität im Konzern erhöhen. Beispielsweise wolle man die Strukturen im Konzern durch die Implementierung eines globalen IT-Systems optimieren. Wie der Vorstand weiter erläutert habe, sei man auch auf Kurs, die Ziele für 2011 zu erreichen. Kerry wolle das bereinigte EPS von rund 1,95 Euro im Vorjahr auf 2,10 bis 2,18 Euro steigern.

Der irische Konzern besteche durch eine sehr solide Geschäftsentwicklung in der Vergangenheit, die dank eines etablierten und erfolgreichen Geschäftsmodells wohl fortgeschrieben werden dürfte. Kerry sollte dabei in beiden Geschäftsbereichen auch künftig von seinen starken Positionen, der hohen Innovationskraft und dem technologischen Know-how profitieren und die sich bietenden Wachstumschancen nutzen. Davon würden auch die Investoren überzeugt scheinen.

Seit dem Tief im Januar 2009 zeige die Aktie einen übergeordneten Aufwärtstrend, habe jüngst ein neues Hoch markiert, sei dann jedoch wieder etwas zurückgekommen. Die Hürde von 30,11 Euro bleibe aber in Reichweite. Ein nachhaltiger Ausbruch käme einem Kaufsignal gleich. Trotz der positiven Performance in den vergangenen Monaten sei die Bewertung der Aktie mit einem KGV (2011e) von etwa 14 nicht zu teuer.

Vor dem Hintergrund der guten fundamentalen Verfassung könnten nach einem erfolgten nachhaltigen Ausbruch somit spekulative Käufe der Kerry Group-Aktie in Erwägung gezogen werden, so die Experten von "Aktienservice Research". (Aktien Ausgabe 529 vom 13.07.2011) (14.07.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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