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Fr, 1. März 2024, 21:42 Uhr

MOLOGEN AG

WKN: 663720 / ISIN: DE0006637200

MOLOGEN-Aktie: Endspurt beim Partnering


15.11.12 16:15
Montega AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Dr. Stefan Schröder, Analyst der Montega AG, bewertet die MOLOGEN-Aktie unverändert mit dem Rating "kaufen".

MOLOGEN habe für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2012 Umsatzerlöse von 0,1 Mio. Euro (Vj: 0,1 Mio. Euro), sonstige betriebliche Erträge von 0,2 Mio. Euro (Vj: 0,5 Mio. Euro), F&E-Aufwendungen von 4,3 Mio. Euro (Vj: 4,0 Mio. Euro) und einen operativen Verlust in Höhe von 5,7 Mio. Euro berichtet (Vj: 5,1 Mio. Euro). Der Nettoverlust habe sich gleichfalls auf 5,7 Mio. Euro belaufen (Vj: 5,0 Mio. Euro).

Die Zahlen hätten sich weitgehend erwartungskonform eingestellt. Maßgeblich für den im Vergleich zum Vorjahr höheren Verlust seien neben den verringerten sonstigen betrieblichen Erträgen (Forschungsfördermittel) vor allem die im Zuge der klinischen Darm- und Nierenkrebsstudien ausgeweiteten F&E-Aktivitäten gewesen. Der Fortgang der Studien habe den erhöhten Einsatz interner und externer Ressourcen notwendig gemacht. Dies habe beim Personalaufwand zu einem Anstieg auf 2,6 Mio. Euro (Vj: 2,3 Mio. Euro) und zu erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen geführt (2,0 Mio. Euro gegenüber 1,9 Mio. Euro im Vorjahr).

Abweichungen von den Schätzungen der Analysten hätten sich beim Materialaufwand ergeben, der mit 1,3 Mio. Euro geringer ausgefallen als von den Analysten erwartet und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konstant geblieben sei (Vj: 1,3 Mio. Euro). Ihre Prognosen hätten die Analysten entsprechend angepasst.

Nach zwei Kapitalerhöhungen in diesem Jahr mit Bruttoemissionserlösen von insgesamt 24,7 Mio. Euro (Netto-Mittelzufluss 23,0 Mio. Euro) sei MOLOGEN sehr solide finanziert. Ende September hätten sich die Finanzmittelreserven auf 25,2 Mio. Euro belaufen, nachdem im dritten Quartal durch die Ausübung von Mitarbeiteroptionen weitere 0,3 Mio. Euro brutto an liquiden Mitteln hätten vereinnahmt werden können. Der Liquiditätsverbrauch habe in den ersten neun Monaten 2012 recht konstant bei rund 0,6 Mio. Euro pro Monat gelegen (Vj: 0,5 Mio. Euro pro Monat) und habe insgesamt 5,5 Mio. Euro erreicht.

Im vierten Quartal sollte der Cashburn allerdings wegen der Beratungsleistungen im Vorfeld der geplanten klinischen Studien und aufgrund der forcierten Business-Development-Aktivitäten mit Blick auf die angestrebte Auslizenzierung von MGN1703 auf etwa 0,7 Mio. Euro pro Monat ansteigen. Für das laufende Geschäftsjahr würden die Analysten daher mit einem Cashverbrauch von rund 7,6 Mio. Euro rechnen.

Nach Auskunft des Managements seien die auf der ESMO-Konferenz vorgestellten detaillierten Wirksamkeitsdaten der Phase-II-Darmkrebsstudie (IMPACT-Studie) nicht nur beim Fachpublikum sondern gerade auch bei Pharmafirmen auf ein ausgesprochen großes Interesse getroffen. MOLOGEN habe daraufhin seine Aktivitäten zur Lizenzierung von MGN1703 nochmals verstärkt und befinde sich derzeit in intensiven Gesprächen mit Pharmaunternehmen in den USA, Europa und Asien.

Im Business Development werde MOLOGEN aktiv unterstützt von einem Berater mit 15 Jahren Erfahrung in der erfolgreichen Durchführung von Partneringprozessen. Die veröffentlichten Daten würden die Analysten hinsichtlich der Erfolgsaussichten dieser Lizenzverhandlungen weiterhin zuversichtlich stimmen. Sie würden allerdings nicht mehr damit rechnen, dass das Partnering bis Jahresende zu einem Abschluss geführt werden könne. Zumal es sich bei der Immuntherapie um eine komplexe Materie handle und die klinischen Entwicklungsstrategien in diesem Bereich anspruchsvoll seien. Dies dürfte die interne Entscheidungsfindung bei potenziellen Pharmapartnern zusätzlich verlängern.

Die Zeitschiene, die MOLOGEN seinen Verhandlungspartnern vorgebe, sehe eine Lizenzierung spätestens bis Mitte 2013 vor. Dank seiner hohen Finanzmittelreserven, die es erlauben würden, die klinische Entwicklung von MGN1703 gegebenenfalls im Alleingang voranzutreiben, befinde sich MOLOGEN in einer starken Verhandlungsposition. In ihrem aktuellen Szenario würden die Analysten von einer Unterzeichnung des Lizenzvertrages im ersten Halbjahr 2013 ausgehen und ihre Prognosen entsprechend anpassen.

Ende 2012/Anfang 2013 plane MOLOGEN die Genehmigungsanträge für die Phase-II-Studie des zellbasierten Krebsimpfstoffes MGN1601 in fortgeschrittenem Nierenkrebs (RCC) zu stellen. Mit der Rekrutierung der ersten Patienten rechne das Unternehmen Mitte 2013.
Das Design der Phase-III-Zulassungsstudie für Immunmodulator MGN1703 in fortgeschrittenem Darmkrebs werde MOLOGEN voraussichtlich im Januar mit den Arzneimittelbehörden FDA und EMA beraten. Das Unternehmen plane aktuelle Auswertungen aus der noch laufenden IMPACT-Studie in die Diskussionen einzubringen. Diese Beratungen würden indirekt auch den Startschuss zur Phase-II-Studie mit MGN1703 in Lungenkrebs (NSCLC) beeinflussen, sodass die Analysten mit dem Beginn in Q1/2013 rechnen würden.

Nach dem Stand der internen Vorbereitungen bei MOLOGEN und dem regulatorisch bedingten, zeitlichen Vorlauf werde Q3/2013 als optimaler Zeitpunkt für den Beginn der Phase III in Darmkrebs genannt. Bis dahin sollte MOLOGEN ein Pharmaunternehmen als Lizenz- und Entwicklungspartner für die Immuntherapie gewonnen haben.

Der derzeitige Kurs der MOLOGEN-Aktie sei weit davon entfernt, das Blockbusterpotenzial der Pipeline und die seit Veröffentlichung der Phase-II-Daten signifikant gestiegenen Erfolgschancen des Antikrebsmittels MGN1703 adäquat abzubilden. Die Analysten würden weiterhin deutliches Kurspotenzial sehen. Allein der vor Eintritt in Phase III stehende Medikamentenkandidat MGN1703 werde in zwei großen Tumorindikationen entwickelt (metastasierter Darm- und Lungenkrebs), die zusammen mit Spitzenumsätzen für die Substanz von über 2 Mrd. Euro pro Jahr locken. Nach Anpassung der Analystenprognosen und einer Aktualisierung der Pipelinebewertung ergebe sich ein Fair Value von 18,00 Euro je Aktie (bisher: 17,50 Euro pro Aktie). Der Wert leite sich von den risikobereinigten Nettobarwerten (rNPV) des klinischen Produktportfolios ab und lege den gegenwärtigen Entwicklungsstatus zugrunde.

Angesichts der hohen Werthaltigkeit der Pipeline sowie des zu erwartenden positiven Newsflows (Lizenzdeal, Start weiterer klinischer Studien etc.) lautet das Rating der Analysten der Montega AG für die MOLOGEN-Aktie "kaufen". Das Kursziel werde bei von 17,50 EUR auf 18,00 EUR erhöht. (Analyse vom 15.11.2012) (15.11.2012/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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