Suchen
Login
Anzeige:
Fr, 9. Dezember 2022, 17:58 Uhr

Makroökonomische Ungleichgewichte Hauptgrund für Euro-Krise


23.01.12 11:17
Zürcher Kantonalbank

Zürich (aktiencheck.de AG) - "Die Euro-Krise wird uns im Jahr 2012 noch durchgehend beschäftigen, Europa steht vor einer Rezession, die Zukunft findet aus heutiger Sicht in den Schwellenländern statt", so Anastassios Frangulidis, Chefökonom der Zürcher Kantonalbank.

Anastassios Frangulidis habe im Rahmen eines Vortragsabends in Wien nicht allzu rosige Einschätzungen für den europäischen Wirtschaftsraum abgegeben. Für Anleger sehe der Experte attraktive Renditechancen in Unternehmensanleihen und Gold.

Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG habe zu einem "Jahresausblick 2012" ins Wiener Radisson Blu Palais Hotel geladen, mehr als 120 Gäste hätten gespannt den Ausführungen des Anlagestrategen Frangulidis verfolgt. Der gebürtige Grieche sehe in der Euro-Krise viel mehr als eine reine Schuldenkrise der einzelnen Staaten: "Sie ist Ausdruck der im letzten Jahrzehnt entstandenen makroökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der europäischen Währungsunion."

Während viele südeuropäische Länder seit dem Euro-Start im Jahr 1999 klar an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hätten, seien die Löhne beispielsweise in Deutschland deutlich weniger stark angestiegen als die Arbeitsproduktivität. "Genau das macht die deutschen Unternehmen so erfolgreich", erkläre Frangulidis. "Eine Reduktion der Arbeitskosten ist in Griechenland, Portugal, Italien und Spanien kurzfristig auch die einzige Möglichkeit, die hohen Leistungsbilanzdefizite umgehend abzubauen."

Während Europa auf eine Phase der Rezession zusteuere, sehe der Ökonom in den USA erste Anzeichen einer Stabilisierung der Konjunktur. "Die Zukunftsmusik spielt aber in den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indonesien", so Frangulidis. "Mehr als die Hälfte des globalen BIP-Wachstums kommt bereits von den Schwellenländern. Und ihr Beitrag nimmt stetig zu."

Was bedeute das für Anleger? Christian Nemeth, Leiter Asset Management und Chief Investment Officer (CIO) der Zürcher Kantonalbank Österreich, rate zu einer "opportunistisch-chancenorientierten" Ausrichtung des Anlageportfolios: "Chancen an den Kapitalmärkten zu nutzen, ohne dabei das Risiko aus den Augen zu verlieren, wird für den mittelfristigen Anlageerfolg entscheidend sein." Momentan seien noch relativ geringe Diversifikationsmöglichkeiten vorhanden. "Diese konsequent auszunutzen ist im derzeitigen volatilen Umfeld sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt besonders wichtig", so Nemeth.

Anastassios Frangulidis sehe auch in Gold weiterhin attraktive Chancen, da das Edelmetall von der sehr expansiven Geldpolitik und den Risiken im Zusammenhang mit den Staatsfinanzen vieler westlicher Staaten profitiere. Gute Möglichkeiten böten auch Aktien "Die sehe ich im Moment eher unterbewertet, die Gewinne gut aufgestellter Unternehmen sind in den letzten Jahren stärker gestiegen als die Aktienpreise", so der Experte. (23.01.2012/ac/a/m)





 
Werte im Artikel
23,65 plus
+2,65%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
0,026 minus
-0,38%