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Di, 7. Februar 2023, 17:07 Uhr

Merkur Bank

WKN: 814820 / ISIN: DE0008148206

Merkur Bank für Langfristanleger


22.06.10 13:22
SdK AktionärsNews

München (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "SdK AktionärsNews" ist die Merkur Bank-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau nur für Langfristanleger geeignet.

Nachdem der Mehrheitsaktionär der Merkur Bank KGaA, Berndt-Ulrich Scholz, Anfang des Jahres den Verkauf seines Aktienpakets zu einem Preis von 7 Euro je Aktie vermeldet habe, sei der Börsenkurs in Erwartung eines Übernahmeangebots auf über 5 Euro explodiert. Mittlerweile notiere die Aktie wieder bei etwa 4 Euro, nachdem sich herausgestellt habe, dass der vermeldete Verkauf eine Falschmeldung gewesen sei. Im Rahmen der Hauptversammlung letzte Woche habe sich Scholz, der auch im Aufsichtsrat der Gesellschaft sitze, zu diesem Thema geäußert.

Über seinen Vertrauten und gleichzeitig den Aufsichtsratsvorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Michael Oltmanns, habe Scholz die Hintergründe des gescheiteren Verkaufs erläutern lassen. Scholz suche schon lange nach einem Käufer für sein Aktienpaket, allerdings sei das nicht so einfach, da kein Investor bereit sei, in eine Bank in der Rechtsform einer KGaA zu investieren. Anfang des Jahres sei dann ein Kaufvertrag mit einer englischen Ltd. geschlossen worden. Dieser Abschluss sei dann auch gemeldet worden, ohne den Namen des Käufers zu veröffentlichen. Leider habe die BaFin dem Verkauf nicht zugestimmt, zudem sei der Käufer mittlerweile auch im "Vermögensverfall".

Auf die Nachfrage, inwieweit der geplante Kauf denn auch Zahlungsgarantien unterlegt worden sei, habe es geheißen, dass eine persönliche Bürgschaft und ein Handelsregisterauszug vorgelegen hätten. Zudem hätte ein Kontoauszug vorgelegen, der den gesamten Kaufpreis von 21 Mio. Euro belegt habe. Wieso der Käufer aber bereits jetzt, vier Monate nach der Kaufabsicht, pleite gegangen ist, konnte oder wollte niemand erläutern, so die Experten von "SdK AktionärsNews". Letztlich bleibe ein fader Beigeschmack in der Gesamtbetrachtung der Transaktion und werfe kein gutes Licht auf den Großaktionär Scholz.

Neben diesem unerfreulichen Thema habe der persönlich haftende Gesellschafter, Dr. Marcus Lingel, aber gute Zahlen für das erste Quartal vermelden können. So habe die Bank ihre Profitabilität nochmals steigern können. Durch den Direktvertrieb von Einlagen, der seit August letzten Jahres als weiterer Vertriebskanal integriert sei, hätten zwischenzeitlich Einlagevolumen von rund 87 Mio. Euro mit insgesamt 1.400 neuen Kunden akquiriert werden können. Im Gegenzug seien Einlagen von institutionellen Anlegern zurückgeführt worden.

Die Zinsspanne habe im ersten Quartal leicht auf 3,0% gesteigert werden können, dadurch sei das Zinsergebnis auf rund 5,6 Mio. Euro geklettert (Vj. 4,2 Mio. Euro). Insgesamt habe das Teilbetriebsergebnis von 1,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 2,6 Mio. Euro gesteigert werden können. Hinzu komme ein Einmalertrag von insgesamt rund 600.000 Euro.

Auch wenn diese Zahlen überzeugen würden, müsse konstatiert werden, dass sich im ersten Quartal die Risikovorsorge aufgrund der konjunkturellen Situation nochmals deutlich auf 2,5 Mio. Euro erhöht habe, so dass unter dem Strich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nur leicht von 426.000 Euro auf über 695.000 Euro angestiegen sei. Im Klartext bedeute das, dass ein Großteil des erwirtschafteten Gewinns durch die Rückstellungsbildung aufgezehrt worden sei. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte also die zukünftige Politik der Risikovorsorge sein. Gelinge es dem Management, diese mittelfristig zu reduzieren, weise die Merkur Bank eine hohe Ertragskraft auf und werde für Anleger wieder interessant.

Auf dem aktuellen Kursniveau ist die Merkur Bank-Aktie aber nur für Langfristanleger geeignet, die dem Unternehmen den Turnaround zutrauen, so die Experten von "SdK AktionärsNews". (Ausgabe 213 vom 21.06.2010) (22.06.2010/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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