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Fr, 27. Januar 2023, 21:37 Uhr

MorphoSys

WKN: 663200 / ISIN: DE0006632003

MorphoSys Technologieoffensive erweitert Geschäftsperspektiven operativ und strategisch


03.03.11 17:11
MIDAS Research

Mannheim (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von MIDAS Research, Thomas Schießle, rät nach wie vor zum Kauf der MorphoSys-Aktie.

Bei der MorphoSys AG ist und bleibt alles beim Alten - oder doch nicht, fragen sich die Analysten von MIDAS Research. Vordergründig seien die abgelieferten Ergebnisse des vergangenen Jahres und die Aussichten für das aktuelle Geschäftsjahr "von überschaubarem Neuigkeitswert", wie es ein Marktteilnehmer ausgedrückt habe.

Die strategische Grundrichtung in Martinsried bleibe unverändert: Unter profitablem Wachstum wolle man auch künftig - auf eigene Rechnung und für Partner gegen Bezahlung und Umsatzbeteiligung später zuzulassender Medikamente - eine wachsende Zahl an Antikörpern zu Therapeutika und künftig auch verstärkt zu Diagnostika entwickeln.

Und doch: MIDAS Research erwarte für 2011 ein EPS von 0,50/Aktie, was erstmals seit zwei Jahren wieder einem Zuwachs - und zwar in Höhe von fast 25% zum Vorjahr - entspreche.

Erreicht werden solle dieses Plus, das sich an die offiziellen Prognose aus Martinsried anlehne, trotz einer für nicht wenige überraschenden 50%igen Ausweitung des F&E-Aufwands auf bis zu EUR 45 Mio. Doch die gegenläufigen Entwicklungen würden nach Erachten der Analysten sehr wohl kompatibel bleiben; denn während der Sprung beim F&E-Budget dem in 2011 besonders stark wachsenden klinischen Studien-Portfolio (insbesondere MORI03) geschuldet sei, würden sie dank der anvisierten Margenausweitung im Segment Partnered Discovery gute Voraussetzungen für die Realisierung der Umsatz- und Ergebnisziele 2011 sehen.

Denn aus den momentan 75 aktiven Programmen sollten binnen Jahresfrist weit über 80 werden und die Einnahmeseite beflügeln, was für einen sehr stabil ansteigenden Erlöspfad sorgen dürfte, der von rund 80% wiederkehrenden Einnahmen charakterisiert sei. Auf dieser Basis lasse sich aufbauen und die Eigenentwicklungen vorantreiben, wenn neben der kostspieligen MOR103 (RA) noch bis zu vier weitere Phase I - und damit nicht so teure - klinische Studien auf eigene Rechnung durchgeführt werden sollten.

Die zeitgleich laufende Technologieoffensive habe zum Ziel, wesentliche Verbesserungen zu erreichen, was Erfolgswahrscheinlichkeit und Zeitbedarf der Antikörperentwicklung betreffe. Diese zentralen Erfolgsparameter könnten die Wettbewerbsstärke von MorphoSys entscheidend voranbringen und ein wichtiger Schritt (abgesehen von den Herstellkosten der Antikörper) hin zur angestrebten Positionierung als Goldstandard für die Antikörperentwicklung sein.
In welchem Ausmaß die angestrebte operative Effizienzsteigerung nun in Gewinnausweitungen oder in eine weitere Aufstockung der eigenen Programmanzahl münde, sei aus der heutigen Sicht der Analysten nicht zu erkennen und dürfte wohl auch zum guten Teil opportunistisch entschieden werden.

Zusammenfassend würden die Analysten in den kommenden Quartalen eine schneller steigende Zahl von aktiven Programmen erwarten, deren Einnahmen - zu welchem Teil auch immer - in eine steigende Anzahl von fortschreitenden klinischen Tests der Eigenentwicklungen reinvestiert werden könnten. Die vom Management zu treffende Balance zwischen mittelfristiger Wertsteigerung via Pipelineausweitung und kurzfristiger Gewinnerhöhung dürfte von der Börse auch weiterhin sehr genau hinterfragt werden, denn sonst könnten - bei rund 46% Institutionellen Anlegern im Aktionariat und einem nach Erachten der Analysten immer noch sehr hohen Bewertungspotenzial (MIDAS Research-Zielkurs: EUR 33,00) - Übernahmegerüchte schnell mehr als nur Gerüchte sein.

Schließlich habe die Personalie des Weggangs von Dave Lemus im Markt für einige Fragezeichen gesorgt. Ziemlich genau zwölf Jahre nach dem Börsengang im März 1999 werde der sehr renommierte CFO das Unternehmen verlassen und "eine neue berufliche Herausforderung annehmen." Die Aufbauarbeit sei getan, neue Herausforderungen seien gefragt. Die Analysten würden diese sicherlich nicht einfache Entscheidung nicht als Misstrauensvotum gegenüber der Geschäftsstrategie von MorphoSys, sondern vielmehr als Neuorientierung des wohl dienstältesten CFO in der deutschen Biotech-Szene werten. Mit der zunehmend marktdominierenden HuCAL-Bibliothek, einem Cashbetrag von EUR 108 Mio. als Fundament und der jüngst gestarteten technologischen Komplettierungsoffensive würden die typischen CFO-Aufgaben (Finanzierung, M&A) auch in nächster Zeit im strategischen Fokus bleiben.

Ab 1. Mai 2011 werde Jens Holstein, derzeit Regional Chief Financial Officer der Fresenius Kabi AG und Geschäftsführer der Fresenius Kabi Deutschland GmbH, als neuer Finanzvorstand und Mitglied des Vorstands der MorphoSys AG seinen Dienst antreten.

Auch wenn es die kurzfristige Kursreaktion anlässlich der kommunizierten Aussichten für 2011 und des Wechsels im Vorstand habe vermuten lassen; aus Sicht der Analysten stehe keine Phase steigender Kosten und moderaterer Wertsteigerungen bei MorphoSys bevor. Vielmehr würden sie die Chance, durch die erweiterte Technologieplattform Wert- und Ergebnissteigerung gleichzeitig zu realisieren, als gut wenn nicht sogar als besser ansehen als in der Vergangenheit.

Die Analysten von MIDAS Research nutzen die Gelegenheit des Kursrücksetzers und empfehlen die analytisch preiswerte MorphoSys-Aktie weiterhin zum Kauf. Das Kursziel werde unverändert bei 33 EUR gesehen. (Analyse vom 03.03.2011) (03.03.2011/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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