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RWE

WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129

RWE-Aktie: Talsohle erreicht - und schon bald durchschritten?


14.03.12 16:54
Aktienservice Research

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von RWE ein langfristiger Kauf.

Wie erwartet habe sich der deutsche Atomausstieg im vergangenen Jahr stark negativ auf die Geschäftsergebnisse des Energieversorgers RWE ausgewirkt. Doch insgesamt habe das Unternehmen bei einigen wichtigen Kennzahlen die eigenen Prognosen leicht übertreffen können - was die Hoffnung nähre, das schwierige Jahr 2011 endgültig hinter sich zu lassen. Trotz eines immer noch eher bescheidenden Ausblicks für die nahe Zukunft glaube man auf Unternehmensseite, die richtigen Maßnahmen in die Wege geleitet zu haben, um bei der Energiewende ein gewichtiges Wort mitreden zu können. Die Anleger an der Börse scheinen von den neuerlichen Erfolgsaussichten für das Unternehmen überzeugt zu sein, so die Experten von "Aktienservice Research".

Bei der jüngsten Bekanntgabe der Geschäftszahlen seien die negativen Auswirkungen des deutschen Atomausstiegs auf das RWE-Ergebnis für das Jahr 2011 deutlich geworden. Insgesamt habe man im vergangenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 3% auf 51,7 Mrd. Euro verbuchen müssen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei um 18% auf 8,5 Mrd. Euro zurückgegangen, das betriebliche Ergebnis sei um 24% auf 5,8 Mrd. Euro gesunken, und das für die Dividendenberechnung entscheidende nachhaltige Nettoergebnis habe mit 34% im Minus bei 2,5 Mrd. Euro gelegen. Somit müssten sich die Aktionäre mit einer niedrigeren Dividende von 2,0 Euro je Aktie begnügen, was nach 3,50 Euro im Vorjahr einen deutlichen Rückgang bedeuten würde.

Nach Unternehmensangaben seien diese Rückgänge hauptsächlich der deutschen Energiewende geschuldet gewesen, welche einen negativen Ergebniseffekt von deutlich mehr als 1 Mrd. Euro gehabt haben solle. Dieser negative Ergebniseffekt setze sich hauptsächlich aus zwei Komponenten zusammen: der Abschaltung des Meilers Biblis und der dadurch entgangenen Gewinne sowie der Brennelemente-Steuer. Es sei allerdings nicht der Atomausstieg allein gewesen, der auf Umsatz und Gewinn gedrückt habe. Daneben habe das Unternehmen mit einer ungünstigen Entwicklung am Gasmarkt zu kämpfen gehabt. Während sich die Verkaufspreise in Deutschland für RWE auf einem niedrigen Niveau bewegt hätten, habe man das Gas aus Ländern wie Russland, Norwegen oder den Niederlanden teuer einkaufen müssen. Diese ungünstigen Verträge wolle man auf Seiten von RWE nach Möglichkeit neu verhandeln.

Aufgrund der einschneidenden Ereignisse im Jahr 2011 in Fukushima und der darauf folgenden Beschlüsse der Bundesregierung zum Atomausstieg, habe man von Analystenseite damit gerechnet, dass die RWE-Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr schwächer als im Vorjahr ausfallen würden. Doch viel interessanter sei es gewesen, von den Verantwortlichen im Unternehmen zu erfahren, wie der RWE-Konzern plane, sich in Zukunft auf die veränderte Marktsituation einzustellen.

Nach den Aussagen des Noch-Konzernchefs Jürgen Großmann, die er im Rahmen der Veröffentlichung der Zahlen getätigt habe, befinde man sich zwar immer noch in einer Talsohle, der Boden sei allerdings erreicht. Diese Talsohle solle aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zügig durchschritten werden. In den Jahren 2013 und 2014 solle ein neues Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung die Kosten um etwa 1 Mrd. Euro senken, wobei offen geblieben sei, ob zu der bereits angekündigten Streichung von 8.000 Arbeitsplätzen weitere hinzukommen würden. Weiterhin solle der Verkauf von Unternehmensanteilen, wie des Hauptstadtversorgers Berlinwasser, zu einer Verbesserung der zukünftigen Ergebnisse beitragen. Da die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr allerdings nicht ganz so schlecht ausgefallen seien wie es zuvor befürchtet worden sei, solle das Volumen beim Verkauf von Unternehmensanteilen anstatt 11 Mrd. Euro nur noch 7 Mrd. Euro betragen.

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr und das Jahr 2013 würden allerdings insgesamt eher bescheiden aussehen und zum Ausdruck bringen, dass man sich noch eine Weile in der Talsohle aufhalten werde. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass sich die Ertragslage im Jahr 2012 stabilisieren werde und man das Vorjahresniveau halten könne, genauso wie im Jahr 2013. Der scheidende Vorstandschef Jürgen Großmann habe sich mit der Ankündigung verabschiedet, dass die Talsohle für den zweitgrößten deutschen Energieversorger erreicht sei und es nicht weiter nach unten gehen sollte. Der kommende Vorstandsvorsitzende Peter Terium trete hingegen mit dem Vorhaben an, die Talsohle möglichst schnell zu durchschreiten.

Am Aktienmarkt seien diese Bemühungen zunächst honoriert worden. Dabei habe sich die RWE-Aktie am Tag der Bekanntgabe der Zahlen als einziger Wert im deutschen Leitindex DAX lange Zeit deutlich im Plus halten können, wobei der Gesamtmarkt auf Tagessicht um über 3% nachgegeben habe. Allerdings habe die negative Gesamtstimmung auch das Papier von RWE bis zum Handelsschluss mit 0,7% leicht ins Minus gezogen. Damit habe die RWE-Aktie allerdings immer noch zu den besten Werten des Tages gehört.

Es sei aber nicht nur die relativ gesehen positive Entwicklung der RWE-Aktie im Zuge der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse, sondern ein schon längere Zeit andauernder Vertrauensbeweis der Anleger gegenüber der Aktie von RWE, der für den Glauben der Anleger an ein Comeback des Energieversorgers spreche. Insgesamt scheine das Vertrauen der Investoren in das Papier seit Jahresbeginn zurückgekehrt zu sein, wobei die Aktie innerhalb von zwei Monaten um über 30% an Wert habe zulegen können. Nach dem schwierigen Jahr 2011 traue man RWE wohl zu, mit der Energiewende in Deutschland auf lange Sicht fertig zu werden.

Sollte man davon überzeugt sein, dass RWE aus dem schwierigen Geschäftsjahr 2011 gestärkt hervorgehe, sollte man auf den fahrenden Zug aufspringen und in die RWE-Aktie investieren. Diese habe sich nach den deutlichen Abschlägen im Vorjahr stark erholt, wobei sicherlich noch Luft nach oben bleibe. Denn die Hochs vor den letztjährigen Turbulenzen seien noch lange nicht erreicht. Neben dem eingeschlagenen Aufwärtstrend würden ein 2012er-KGV von nicht einmal sieben und eine Dividendenrendite von über 7,5% eine attraktive Einstiegsmöglichkeit bieten.

Außerdem scheine die neue Führung des Konzerns mehr an der Energiewende interessiert zu sein als dies bei der alten Führung unter Jürgen Großmann der Fall zu sein schien, so die Experten von "Aktienservice Research". Dieser habe mit der Entscheidung der deutschen Politik gehadert, für einen schnellen Wechsel in der Energiepolitik einzustehen. Ihm sei von einigen Seiten häufig vorgeworfen worden, dass er sich zu sehr auf die Kohlekraftwerke in Deutschland und den Bau von Atomkraftwerken im Ausland konzentrieren würde, statt in grüne Zukunftstechnologien zu investieren. Der neue Chef Peter Terium habe angekündigt, dass RWE bei der Energiewende Teil der Lösung sein werde und dass der Anteil erneuerbarer Energien am Konzern-Strom bis zum Jahr 2020 auf 20% steigen solle. Diese Aussagen könnte man somit auch als kleine Spitze gegen die alte Führung werten und als ein Indiz für ein Umdenken in der Unternehmensphilosophie.

Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die RWE-Aktie ein langfristiger Kauf. Das Stopp-Loss-Limit sollte bei 30,00 EUR platziert werden. (Aktien Ausgabe 537 vom 14.03.2012) (14.03.2012/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
Werte im Artikel
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