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Di, 17. Mai 2022, 19:23 Uhr

Salzgitter

WKN: 620200 / ISIN: DE0006202005

Salzgitter für langfristig orientierte Anleger


21.08.08 07:25
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "Aktienservice Research" könnte das aktuelle Kursniveau der Aktie von Salzgitter langfristig orientierten Anlegern eine gute Einstiegsgelegenheit bieten.

Lange Zeit hätten die Papiere des Stahlherstellers Salzgitter eher ein Schattendasein gefristet. In den vergangenen Jahren habe jedoch der Rohstoffboom für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt. Inzwischen sei sogar von einem möglichen Aufstieg in den DAX die Rede.

Im Jahre 1858 sei die Gründung der Gesellschaft als "Aktiengesellschaft Ilseder Hütte" mit Sitz in Peine, Königreich Hannover erfolgt. Als Geschäftszweck sei die Erzeugung von Roheisen aus den im Raum zwischen Hannover und Magdeburg festgestellten Eisenerzvorkommen eingetragen worden. Im Jahr 1970 sei der Zusammenschluss mit der Salzgitter Hüttenwerk AG durch Aufnahme der Hüttenbetriebe in Salzgitter erfolgt. Hierin eingeschlossen gewesen seien ein Hochofenwerk, Stahlwerk und Blechwalzwerke. Zugleich habe es die Umfirmierung zu "Stahlwerke Peine-Salzgitter AG" gegeben. Es sollte dann nochmals 28 Jahre - bis 1998 - dauern, bis das Unternehmen dann endlich unter dem bis heute gültigen Namen Salzgitter AG firmiert habe.

Salzgitter zähle mit einem Außenumsatz von rund 10 Mrd. Euro, einer Produktion von über 7 Mio. Tonnen Rohstahl und ca. 23.000 Mitarbeitern zu den führenden Stahlkonzernen Europas. Unterteilt in die zwei Sparten Stahl und Röhren würden Flachstahlprodukte, Träger, Grobbleche sowie längsnaht- und spiralgeschweißte Rohre und nahtlose Edelstahlrohre zum Portfolio gehören. Dieses werde abgerundet durch weiterverarbeitete Erzeugnisse für die Automobil- und Bauindustrie.

Im Bereich der Profil- und Flachstahlprodukte erreiche das Unternehmen eine Platzierung unter den Top fünf in Europa. Bei den mittleren Leitungs- und Präzisionsrohren sei man europaweit auf Platz eins, im Großrohrbereich sei Salzgitter sogar weltweit führend. Mit der Beteiligung an der Klöckner-Werke AG zähle der Konzern außerdem zu den führenden Anbietern in der Abfüll- und Verpackungstechnologie.

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen in der vergangenen Woche hätten sich die Analysten begeistert gezeigt. Und dies aus gutem Grund: So habe der Konzernaußenumsatz um 32% auf 6,23 Mrd. Euro zulegen können. Der Vorsteuergewinn (EBT) sei mit 646,4 Mio. Euro unter dem Rekordergebnis des Vorjahreszeitraums von 663,6 Mio. Euro geblieben. Unter dem Strich habe die Gesellschaft jedoch 436,9 Mio. Euro und damit 9,6% mehr als im Vorjahr verdient. Das Ergebnis je Aktie (EPS) habe sich von 6,94 auf 7,64 Euro verbessert.

Es könne nicht verwundern, dass die Zahlenvorlage auch Auswirkungen auf den Ausblick gehabt habe. Nach dem starken ersten Halbjahr rechne die Unternehmensführung nun im Gesamtjahr 2008 mit einem EBT von mehr als einer Milliarde Euro. Bislang seien hier lediglich 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Und auch langfristig scheine Salzgitter auf Kurs. In einem Interview habe Firmenlenker Wolfgang Leese das Ziel bekräftigt, im Jahr 2010 einen Umsatz von 13 bis 15 Mrd. Euro erzielen zu wollen. Er sehe dabei eher Spielraum nach oben als nach unten.

Doch die Quartalszahlen und der Ausblick seien nicht die einzigen Punkte, die den Wert interessant erscheinen lassen würden. Auch die Beteiligung an der Norddeutschen Affinerie werde von den Analysten positiv bewertet. Inzwischen sei das Engagement auf 10,8% aufgestockt worden. Die Strategen von Salzgitter würden diese Aktivität mit der Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen begründen, "um die bevorstehenden Untersuchungen zu diversen Möglichkeiten der mittel- und langfristigen Zusammenarbeit in souveräner Form durchführen zu können."

Zu Beginn des kommenden Monats komme der Arbeitskreis Aktienindices der Deutschen Börse zusammen. Derzeit gebe es Spekulationen, wonach dann bis zu drei Werte aus der ersten Börsenliga - dem DAX - ausgewechselt werden könnten. Dass TUI aus dem Leitindex rausfliegen werde, scheine dabei inzwischen nahezu sicher. Derzeit würden noch die Hypo Real Estate und Infineon als Wackelkandidaten gehandelt. Einer der Nachrücker könnte dann Salzgitter sein.

Wie die jüngsten Halbjahreszahlen zeigen würden, präsentiere sich Salzgitter trotz der zuletzt eher ungünstigeren konjunkturellen Rahmenbedingungen in einer sehr guten Verfassung. Eine weiterhin sehr erfreuliche Entwicklung der Nachfrage nach Stahlprodukten und auch die Tatsache, dass der Konzern die höheren Rohstoffkosten zu einem großen Teil an die Kunden habe weitergeben können, dürften dafür sorgen, dass auch im Gesamtjahr gute Ergebnisse erwirtschaftet würden. Und auch darüber hinaus sehe es für den Stahlhersteller vielversprechend aus.

Für langfristig orientierte Investoren könnte das aktuelle Kursniveau der Salzgitter-Aktie daher eine gute Einstiegsgelegenheit bieten, so die Experten von "Aktienservice Research". Mit einem KGV (2009e) von 7 sei der Wert zudem im Branchenvergleich günstig bewertet. Ferner scheine sich der Kurs nach der Korrektur, ausgehend vom Hoch im Mai dieses Jahres, zuletzt stabilisiert zu haben. Seit Anfang Juli habe sich eine Seitwärtsbewegung herauskristallisiert, und eine charttechnische Bodenbildung erscheine möglich. Die untere Begrenzung der Seitwärtsbewegung liege bei etwa 95,30 Euro. Kurzfristige Widerstände gebe es bei 103,20, 106,99 und 109,25 Euro. Der Stopp-Loss sollte bei 89,00 Euro gesetzt werden. (Aktien Ausgabe 479 vom 20.08.2008) (21.08.2008/ac/a/d)





 
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