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Sartorius Vz

WKN: 716563 / ISIN: DE0007165631

Sartorius auf profitablem Wachstumskurs


11.08.11 09:30
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Vorzugsaktie von Sartorius ein spekulativer Kauf.

Die Aktien des Anbieters von Labor- und Prozesstechnologie hätten sich in der vergangenen Woche lange gegen das allgemein sehr schwache Gesamtmarktumfeld gestemmt. Letztendlich hätten sie die zwischenzeitlich relativ starken Zuwächse aber nicht halten können und zur Vorwoche nachgegeben. Zunächst hätten die starken Halbjahreszahlen aus der Vorwoche nachgewirkt, was weitere Investoren angelockt habe. Zudem schien es, als wenn die Verschnaufpause der vergangenen Monate beendet werden könnte, so die Experten von "Aktienservice Research".

Habe die Aktie bereits in der Woche zuvor kräftig zugelegt und sich damit dem Widerstand von 36,80 Euro (Vorzugsaktien) genähert, sei in der vergangenen Woche ein Versuch unternommen worden, diese aus dem Zwischenhoch von Ende April dieses Jahres resultierende Hürde nachhaltig zu knacken. Gelänge dies, wäre damit aus längerfristiger Sicht wohl der Weg frei bis zum bisherigen Allzeithoch von 47,15 Euro. Ein solcher Ausbruch sei aber ausgeblieben, und im Zuge der Gesamtmarktschwäche sei auch Sartorius unter die Räder gekommen, habe kräftig verloren. Zuvor habe es noch Unterstützung von der fundamentalen Seite gegeben. Sartorius habe nicht nur starke Halbjahreszahlen abgeliefert, sondern auch die Prognosen für das Gesamtjahr 2011 erhöht.

Der Anbieter von Labor- und Prozesstechnologie gehe nun für beide Sparten (Biotechnologie und Mechatronik) und somit auch für den Konzern von einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen 8% und 10% aus. Bislang habe er 6% bis 8% angepeilt. Im Vorjahr habe es hier einen Zuwachs von 6,4% auf 659,3 Mio. Euro gegeben. Firmenchef Dr. Joachim Kreuzburg habe mit Blick auf die zweite Jahreshälfte erläutert, dass sich zwar die herausragenden Wachstumsraten in der zyklischeren Mechatroniksparte allmählich wieder normalisieren sollten. Für die Biotechnologiesparte, die rund zwei Drittel des Konzernumsatzes erziele, rechne er aber mit einer Fortsetzung des dynamischen Wachstums.

Wie der Vorstand weiter erklärt habe, werde ferner ein stärkerer Anstieg der Profitabilität erwartet. Demnach dürfte sich die Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) bei konstanten Wechselkursen in der Biotechnologiesparte auf 17% bis 18% (bisher: rund 17%) und in der Mechatroniksparte auf 10% bis 11% (bisher: rund 8%) erhöhen. Konzernweit werde mit einem Anstieg der EBITA-Marge auf 14,5% bis 15,5% (bisher: rund 14%) gerechnet. 2010 sei das währungsbereinigte EBITA um 40,4% auf 85,5 Mio. Euro geklettert, was zu einem Anstieg der entsprechenden Marge von 10,1% auf den neuen Höchstwert von 13% geführt habe. Zudem gehe Sartorius im Gesamtjahr 2011 weiterhin von einem deutlich positiven operativen Cashflow aus.

Basis für die zuversichtlichen Aussichten und angehobenen Prognosen sei die erfreuliche Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2011, in dem es zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Profit gegeben habe. "Wir sind in beiden Konzernsparten und allen Geschäftsregionen dynamisch und profitabel gewachsen", habe sich Firmenlenker Kreuzburg gefreut. So habe der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten um 13,6% (wechselkursbereinigt +14,6%) auf 382,3 Mio. Euro zugelegt. Der Umsatz habe sich um 12,2% auf 353,7 Mio. Euro erhöht. Wechselkursbereinigt seien es 13,1% Plus gewesen. Regional habe sich einmal mehr das Asiengeschäft als größter Wachstumstreiber erwiesen. Dort sei der Umsatz um 28,7% auf 80,1 Mio. Euro gestiegen.

Mit Blick auf die Konzernsparten hätten sich beide prächtig entwickelt. Im größeren Bereich Biotechnologie konzentriere sich Sartorius auf Einwegprodukte (Single-use-Produkte) für biopharmazeutische Anwendungen. Diese Erzeugnisse seien im ersten Halbjahr 2011 besonders gefragt gewesen, was sich in einem Auftragsplus der Sparte von 16,2% (wechselkursbereinigt: +17,4%) auf 257,2 Mio. Euro sowie einem Umsatzanstieg um 9,7% (wechselkursbereinigt: +10,8%) auf 229,4 Mio. Euro widergespiegelt habe. Dem Bereich Einwegprodukte werde ein kräftiges Wachstum in den nächsten Jahren prophezeit, dürfte der bereits in vollem Gang befindliche Technologiewechsel von Mehrweg- zu Einweglösungen doch fortschreiten und sich Letztere schließlich als Standard in der Pharma- und Biotechnologieindustrie durchsetzen.

Im Vergleich zu den herkömmlichen fest installierten Edelstahlanlagen in der Biotechproduktion seien Einweglösungen flexibel einsetzbar und weniger zeit- und kostenintensiv. Beispielsweise entfalle der Aufwand für die Reinigung. Sartorius biete dabei ein umfangreiches Technologie-, Produkt- und Serviceportfolio, mit dem das Unternehmen der Kundschaft helfe, Medikamente und Impfstoffe auf biologischer Basis sicher und effizient zu entwickeln und herzustellen. Eigenen Angaben zufolge besetze der Konzern weltweit führende Positionen in Bioprozessfiltration, Fermentation, Fluid-Management-Technologie und der Membranchromatografie sowie bei verschiedenen weiteren Aufarbeitungstechnologien.

Ebenfalls sehr erfreulich habe sich die Mechatroniksparte entwickelt, in der insbesondere Geräte und Systeme der Wäge-, Mess- und Automationstechnik für Labor- und Industrieanwendungen hergestellt würden. Hier trage offenbar die 2009 begonnene strategische Neuausrichtung weiter Früchte. Sartorius wolle hier künftig durchgängig, das heiße von der Entwicklung bis in den Vertrieb, stärker anwendungsorientiert und weniger produkt- bzw. technologieorientiert auftreten. Konkret wolle sich der Konzern darauf konzentrieren, den Kunden bei der Qualitätssicherung und der Produktivitätssteigerung ihrer Herstellungsprozesse zu helfen. Der Schwerpunkt liege den Angaben zufolge auf der Nahrungsmittel- und der Pharmaindustrie, die beide relativ gering von der Konjunktur abhängig seien und als langfristige Wachstumsbranchen gelten würden.

Im ersten Halbjahr 2011 sei in dieser Sparte der Auftragseingang um 8,7% (wechselkursbereinigt: +9,2%) auf 125,1 Mio. Euro geklettert. Der Umsatz habe sich sogar um 17,2% (wechselkursbereinigt: +17,6%) auf 124,3 Mio. Euro verbessert. Zu dieser positiven Entwicklung hätten laut Firmenangaben sowohl das Geschäft mit Laborinstrumenten als auch das Geschäft mit industrieller Wäge- und Kontrolltechnik beigetragen.

Die gute Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten schlage sich auch positiv in den Erträgen nieder. Sie hätten sogar überproportional zu den Umsätzen zugelegt. Das um Sonderaufwendungen bereinigte EBITA habe sich um 40,7% auf 51,1 Mio. Euro erhöht. Die entsprechende EBITA-Marge habe sich von 11,5% auf 14,4% verbessert. Maßgeblich für diese erhebliche Steigerung seien neben dem Plus auf der Einnahmeseite auch die optimierten Kostenstrukturen in der Mechatroniksparte gewesen. Der bereinigte Profit nach Anteilen anderer Gesellschafter habe sich von 15,9 auf 24 Mio. Euro erhöht.

Mit den kräftigen Ergebnissteigerungen sowie den angehobenen Prognosen scheine das 1870 gegründete Traditionsunternehmen den 2010 nach der davor auszumachenden rezessionsbedingten Schwächephase wieder eingeschlagenen profitablen Wachstumstrend fortzusetzen. Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2011 unterstreiche dabei die gute Marktposition in beiden Sparten sowie die insgesamt viel versprechenden Aussichten des zukunftsträchtigen Geschäftsmodells.

Zusammen mit der nicht zu teuren Bewertung, das KGV (2011e) liegt bei etwa elf, könnte dies spekulative Käufe bei der Sartorius-Vorzugsaktie rechtfertigen, sodass der jüngst im Zuge der allgemeinen Marktschwäche zu verzeichnende Rücksetzer Einstiegschancen bietet, so die Experten von "Aktienservice Research". Bei eventuellen Investitionen in Sartorius sei dann die im Gegensatz zur Stammaktie weitaus liquidere Vorzugsaktie vorzuziehen. (Aktien Ausgabe 530 vom 10.08.2011) (11.08.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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