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Starbucks

WKN: 884437 / ISIN: US8552441094

Starbucks, wenn Kaffeetrinken zum Börsen-Kult wird


12.01.12 08:35
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Starbucks ein langfristiger Kauf.

Wer kenne das nicht oder habe es vielleicht selbst auch schon zu Genüge getan: In allen Teilen der Welt würden sich Menschen ein Smartphone, iPad oder ein sonstiges mobiles internetfähiges Gerät schnappen und damit einen Starbucks Store besuchen. Dort genieße man dann in freundlicher Atmosphäre einen in manchen Augen zwar überteuerten, aber auf jeden Fall leckeren Kaffee. Nebenbei entspanne man beim Lesen eines guten Buches oder beim Surfen im Internet. Alternativ komme man mit anderen Menschen in Kontakt, die das gleiche Lebensgefühl mit einem teilen würden, was Starbucks in der heutigen Zeit verkörpere - und die Story sei so gut, dass sie an der Börse voll ankomme, wie ein der Blick auf den Chart der Starbucks-Aktie verrate.

Was 1971 in Seattle noch als kleines, von drei Studienfreunden aus San Francisco gegründetes Kaffee-, Tee- und Gewürzgeschäft begonnen habe, sei heute eine auf der ganzen Welt bekannte Marke für Kaffeegenuss geworden. Starbucks könne täglich mehrere Mio. Kunden an über 17.000 Standorten in mehr als 50 Ländern dieser Welt verzeichnen. Die weltweite Ausbreitung des Phänomens Starbucks sei im Jahre 1981 mit dem Einstieg des damaligen Vizepräsidenten und Verkaufsleiters der Haushaltsgerätefirma Hammarplast, Howard Schultz, gestartet. Diese Firma habe bis dahin Starbucks mit Kaffeemaschinen versorgt, wodurch Howard Schultz überhaupt erst auf das Unternehmen aufmerksam geworden sei.

Nachdem Schultz zwischenzeitlich aufgrund von Zerwürfnissen mit den damaligen Eigentümern über seine Expansionspläne aus der Firma ausgeschieden sei, habe er das Unternehmen im Jahr 1987 mithilfe lokaler Investoren für 3,8 Mio. USD gekauft und die bis heute andauernde Expansion des Unternehmens gestartet. Längst habe Starbucks sein Angebot über Kaffee hinaus verbreitert und biete mittlerweile zum Beispiel Erfrischungsgetränke, frische Speisen, Konsumgüter und auch Merchandise-Artikel an. Der Jahresumsatz des Unternehmens betrage mittlerweile stolze 11,7 Mrd. USD. Starbucks sei heute zu etwas mehr geworden als zu einem Ort, an dem man sich nur seinen Kaffee kaufe. Es sei eine Art Lifestyle um die Marke entstanden. Nicht nur für die jüngere Generation seien die Starbucks Stores zu einem Treffpunkt geworden, wo man prima Kontakte knüpfen und pflegen könne.

Etwas mehr als die Hälfte der Starbucks-Geschäfte würden dem Unternehmen selbst gehören, für den Rest seien Lizenzen für den Betrieb vergeben worden. Der Konzern habe zuletzt hervorragende Geschäftszahlen präsentieren können. Im vierten Quartal 2011 habe der Umsatz 3,0 Mrd. USD betragen, was einen Anstieg von 7% gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal bedeutet habe. Der Umsatz habe damit 50 Mio. USD über dem Schnitt der Analystenschätzungen gelegen. Der Gewinn für den gleichen Zeitraum habe 359 Mio. USD betragen, was sogar einen Anstieg von 29% im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal bedeutet habe.

Hier seien allerdings noch Einmaleffekte zu berücksichtigen, die durch getätigte Immobilienverkäufe aufgetreten seien. Die Erwartungen für die Zukunft würden für Starbucks ebenfalls rosig aussehen. Kürzlich seien die Gewinnerwartungen für das Unternehmen nach oben korrigiert worden. Sei man für das Geschäftsjahr 2012 noch von einem Ergebnis von 1,82 USD je Aktie ausgegangen, liege die Erwartung nun bei 1,85 USD. Auch für das Jahr 2013 sei die Prognose erhöht worden, nämlich von bisher 2,30 USD je Aktie auf nun 2,35 USD.

Bei Starbucks dürfe man sich als Anleger wohl auch für die kommenden Jahre auf positive Geschäftszahlen einstellen. Der Konzern treibe weiterhin seine Expansionsstrategie voran. Auch in Deutschland sei die Eröffnung vieler neuer Stores geplant. Deutschland sei übrigens eines der wenigen Länder, in denen sich Starbucks bisher aufgrund stärkerer Konkurrenz, eines späteren Markteintritts und der Errichtung von Stores in Premiumlagen - was natürlich mit höheren Anfangsinvestitionen verbunden sei - nicht so stark habe präsentieren können. In Europa sei Großbritannien der nächste wichtige Expansionsmarkt für das Kaffeehaus.

Hier sei die Schaffung einer Reihe von Drive-In-Cafés geplant. Das Hauptaugenmerk bei der Expansion liege aber auf dem heimischem US-Markt und natürlich dem Wachstumsmarkt schlechthin, China. Der heimische US-Markt sei immer aber noch der mit Abstand wichtigste Markt für Starbucks, da das Unternehmen dort etwa 70% seiner Absätze tätige. China biete dagegen mit seiner Milliardenbevölkerung einen sehr lukrativen Zukunftsmarkt. Da aber in China traditionell sehr viel Tee getrunken werde, versuche Starbucks hier nicht, die Chinesen vom Tee weg hin zum Kaffeegenuss zu bewegen, sondern biete in den chinesischen Stores stattdessen auch Tee an.

Starbucks sei allerdings nicht nur bestrebt, neue Märkte mit seinem bisherigen Angebot von Kaffee zu erobern. Der Erwerb des kalifornischen Herstellers von natürlichen und gesunden Fruchtsäften, Evolution Fresh, für 30 Mio. USD, solle den großen Einstieg für Starbucks in den Gesundheits- und Wellnessmarkt darstellen. Vorstandsvorsitzender Schultz sehe in diesem Markt in den USA erhebliche Wachstumschancen. Starbucks müsse in Zukunft aber auch mit einigen Widrigkeiten rechnen.

Als Konkurrenten stünden Starbucks große Unternehmen wie Nestlé, aber vor allem McDonald's gegenüber, die ebenfalls ihre Kunden mit frisch aufgebrühtem Kaffee würden versorgen wollen. Ebenso habe Starbucks mit hohen Kaffee- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. Die hohen Kaffeepreise hätten schon im vergangenen Jahr kräftig auf die Gewinne des Unternehmens aus Seattle gedrückt. Diese hohen Rohstoffkosten seien es auch, die Starbucks zur Begründung der jüngsten Preiserhöhungen im Nordosten und Süden der USA für seine Produktpalette herangezogen habe.

Ungeachtet der Konkurrenz könne sich das Unternehmen zuletzt an der Börse vieler Fans erfreuen. Das Papier sei eine wahre Trend-Aktie. Mit einem 2012er KGV von mehr als 25 und einer eher mageren Dividendenrendite von knapp über 1,4% sei wohl mehr die aktuelle Charttechnik das Argument für ein Investment in die Kaffeehaus-Kette: Der Kurs des Papiers stehe deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten - und auch die Bollinger-Bänder würden grünes Licht geben.

Das habe zur Folge gehabt, dass jüngst ein neues Rekordhoch bei 47,28 USD markiert worden sei. Werde es übersprungen, stünden einem weiteren Kursanstieg aus charttechnischer Sicht keine Widerstände mehr entgegen, zumal der Langfristtrend intakt zu sein scheine. Kurse oberhalb von 50 USD sollten dann kurzfristig keine Utopie darstellen, da das Papier nach unten solide durch die seit Anfang Oktober gültige Aufwärtstrendgerade und den GD200 abgesichert sei.

Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Starbucks-Aktie ein langfristiger Kauf. Das Stopp-Loss-Limit sollte bei 41,00 USD platziert werden. (Aktien Ausgabe 535 vom 11.01.2012) (12.01.2012/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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