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Di, 17. Mai 2022, 19:19 Uhr

Vossloh

WKN: 766710 / ISIN: DE0007667107

Vossloh langfristiger Kauf


06.11.08 09:36
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Vossloh-Aktie ein langfristiger Kauf.

In Zeiten schwächelnder Konjunktur stünden Gewinnwarnungen praktisch täglich auf der Agenda. Ein angehobener Ausblick wie jüngst von Vossloh sei dagegen eher selten. Trotz Konjunkturschwäche sei der Bahntechnikkonzern unverändert auf Wachstumskurs. Für langfristig orientierte Investoren könnte die aktuell günstige Bewertung daher eine gute Einstiegsgelegenheit bieten.

In der vergangenen Woche habe Vossloh seine Zahlen für das dritte Quartal präsentiert und mit einer Anhebung der Jahresprognose für eine positive Überraschung gesorgt. Der Konzern habe den Umsatz im Berichtszeitraum um 30% auf 312,2 Mio. Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe einen Sprung um 72% auf 39,8 Mio. Euro gemacht. Gleichzeitig habe sich die EBIT-Marge von 9,6% auf 12,7% verbessert. Unter dem Strich habe die Gesellschaft sogar mit 69 Mio. Euro fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum mit 13,8 Mio. Euro verdient. Dieser deutliche Sprung sei jedoch maßgeblich auf die Veräußerung des Geschäftsfeldes Infrastructure Services (VIS) zurückzuführen gewesen.

Die unerwartet gute Entwicklung in den ersten neun Monaten habe Vossloh zum Anlass genommen, seine Prognose für das Gesamtjahr 2008 anzuheben. Der Vorstand gehe nun von einem Umsatz von rund 1,17 Mrd. Euro aus, nachdem man bislang Erlöse von 1,13 Mrd. Euro in Aussicht gestellt habe. Das EBIT solle etwa 135 Mio. Euro und der Überschuss rund 131 Mio. Euro erreichen. Bis dato habe das Unternehmen ein EBIT von 131 Mio. Euro und einen Nachsteuergewinn von 128 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Und nicht nur für 2008 habe sich der Konzern optimistisch gezeigt. Auch für das nächste Geschäftsjahr 2009 halte Vossloh trotz der aus der Finanzkrise resultierenden Belastungen an seiner bisherigen Planung fest und erwarte weitere Zuwächse bei Umsatz und Profit. Im vergangenen Geschäftsjahr 2007 habe Vossloh beim Umsatz von 1,23 Mrd. Euro ein EBIT von 121,5 Mio. Euro sowie einen Nachsteuergewinn von 71,4 Mio. Euro erzielt.

Wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf 2008 habe das Auslandsgeschäft gehabt. Vor allem der chinesische Markt erweise sich als Wachstumstreiber. Wie Vossloh mitgeteilt habe, seien dort seit Mai verstärkt Schienenbefestigungen für den Bau der chinesischen Hochgeschwindigkeitsstrecken abgerufen. Die internationale Aufstellung des Unternehmens sei ein großer Vorteil. Im vergangenen Jahr habe der Konzern, zu dem mehr als 80 Gesellschaften in 30 Ländern zählen würden, einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro erzielt. Davon seien etwa 88% der Erlöse außerhalb des Heimatmarktes erwirtschaftet worden.

Der neue Mann an der Spitze, Werner Andree, der vor etwas mehr als einem Jahr die Nachfolge des entlassenen Ex-Chefs Eschenröder angetreten habe, habe bis dato gute Arbeit geleistet. Unter seiner Regie sei nicht nur der Gleisbaubereich (VIS) abgestoßen, sondern auch der Verkauf der IT-Sparte abgeschlossen worden.

Damit konzentriere sich Vossloh jetzt auf zwei Geschäftsbereiche. Zum einen auf die Sparte Rail Infrastructure, in der man Schienenbefestigungssysteme (Vossloh Fastening Systems), Weichen und Steuerungs- sowie Kontrollsysteme (Vossloh Switch Systems) herstelle. Im zweiten Segment, dem Bereich Motive Power & Components, produziere Vossloh an den beiden Standorten in Kiel und Valencia zum anderen moderne Diesellokomotiven und Züge für den Personennahverkehr. Darüber hinaus biete das Unternehmen Instandhaltungsdienstleistungen und die Vermietung von Lokomotiven an.

Mit der konsequenten Fokussierung auf das Kerngeschäft und der breiten internationalen Aufstellung sei Vossloh in der Lage, der weltweiten Konjunkturschwäche zu trotzen. Nach dem erwarteten deutlichen Gewinnanstieg im laufenden Jahr werde der MDAX-Konzern voraussichtlich auch im kommenden Jahr leichte Zuwächse bei Umsatz und Profit erwirtschaften können. Trotz der guten Perspektiven habe die Aktie in den vergangenen Monaten ebenfalls deutlich an Boden verloren und sei auf dem aktuellen Niveau günstig bewertet. Das KGV (2008e) liege aktuell bei 10. Daneben bestünden angesichts der positiven Geschäftsentwicklung gute Chancen, dass die Dividende weiter angehoben werde. Bereits auf Basis der letzten Ausschüttung errechne sich eine Rendite von knapp 3,5%.

Neben den guten Perspektiven und der moderaten Bewertung sei auch die charttechnische Ausgangslage positiv. Beim jüngsten Kurseinbruch sei die Aktie zwar bis auf ein Tief bei gut 45 Euro abgerutscht, habe von hier aus aber dynamisch nach oben gedreht und die wichtige Haltezone von etwa 47,50 bis 48,50 Euro auf Wochenschlusskursbasis klar verteidigen können. In diesem Bereich habe der Kurs in den Jahren 2004 und 2005 mehrfach nach unten gedreht. Nach dem gelungenen Ausbruch über diese Zone Ende 2006 sei es zu einer Kursverdoppelung gekommen. Die Chancen stünden gut, dass dem erfolgreichen Test dieser Widerstandszone ein neuer mittelfristiger Aufwärtsimpuls folge.

Der Bahntechnikkonzern Vossloh sei mit seiner internationalen Aufstellung bestens positioniert, um die positive Entwicklung weiter vorantreiben zu können. Für das laufende Jahr habe der Konzern seine Prognose sogar angehoben. Positiv dürfte sich daneben auch das Aktienrückkaufprogramm auswirken, das Mitte Oktober gestartet worden sei. Bis April nächsten Jahres sollten bis zu 10% des Grundkapitals über die Börse zurückgekauft werden. Die mit einem KGV von 10 günstig bewertete Aktie könnte für langfristige Investoren daher ein interessantes Investment darstellen.

Für die Experten von "Aktienservice Research" ist die Vossloh-Aktie ein langfristiger Kauf. (Aktien Ausgabe 490 vom 05.11.2008) (06.11.2008/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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