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Sa, 10. Dezember 2022, 11:15 Uhr

Aktien: Marktunsicherheiten bleiben hoch


05.07.22 16:33
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nachdem die Märkte in den USA gestern aufgrund des Unabhängigkeitstags geschlossen hatten, prägt erneut Unsicherheit die Europäischen Aktienmärkte, so die Analysten der National-Bank AG.

Lange Zeit hätten Zinsängste die Marktteilnehmer dominiert und die Rendite 10-jähriger Anleihen nach oben getrieben. Doch mit hohen Energiepreisen und steigender Inflation scheine sich der Schwerpunkt Richtung Stagnations- bzw. Rezessionssorgen zu verschieben. In den USA verlangsame sich die Dynamik, so sei der Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe für Juni schwächer als erwartet ausgefallen und liege nur noch leicht über der Expansionsschwelle. Als Folge seien die Renditen wieder deutlich zurückgekommen.

In Europa belaste die Gefahr eines Stopps russischer Gaslieferungen. Nachdem Russland die Gasversorgung für viele europäische Länder bereits erheblich reduziert habe und durch die wichtige Nord Stream 1-Pipeline derzeit nur etwa 40% der möglichen Gasmenge leite, stehe im Juli die planmäßige Wartung an. Hinzu komme der aktuelle Streik der norwegischen Öl- und Gasarbeiter, der die Lage weiter verschärfe. Während der bis zu zehntägigen Wartungs- und Reparaturarbeiten der Nord Stream-Pipeline werde die Gasdurchleitung komplett gestoppt.

Nach der bereits erfolgten politisch-induzierten Kürzung könnte die Durchleitung nach Ende der Wartung gestoppt bleiben. Ob Putin tatsächlich den Gashahn zudrehe, bleibe aber ungewiss und könnte auch vom weiteren Verlauf seines Angriffskriegs abhängen. Hier bleibe vieles im Ungewissen. Gebe sich Putin mit der Einnahme des Donbass zufrieden. Sei die russische Armee überhaupt in der Lage weitere Gebiete zu erobern (Kluft zwischen Anspruch und Realität)? Lasse sich Putin bei Erreichen eines Minimalziels auf Verhandlungen ein? Heute sei bekannt geworden, dass Diplomaten des Vatikans in geheimen Friedensvermittlungen zwischen Russland und der Ukraine aktiv seien. Komme es doch unerwartet zu Friedensverhandlungen?

Die Marktunsicherheiten würden hoch bleiben. Ein Gasstopp hätte weitreichende wirtschaftliche Folgen und dürfte die Aktienmärkte kurzfristig deutlich belasten. Deshalb würden die Analysten auf kürzere Sicht ihre vorsichtige und abwartende Positionierung beibehalten. Aktuell gelte es vor allem, das Gesamtmarktrisiko an den Aktienmärkten überlegt und planvoll einzugrenzen. Regional würden sie US-Unternehmen bevorzugen, da diese oftmals stärker inlandszentriert seien. Eine hinreichende Diversifikation an den globalen Aktienmärkten bleibe unverzichtbar. "Global Player" mit eigener Preissetzungsmacht sollten sich mittelfristig unverändert rentieren. (05.07.2022/ac/a/m)