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Sa, 10. Dezember 2022, 9:31 Uhr

Aktien: Die USA als Anlageziel ausdrücklich empfohlen - Die nahezu vollständige Energieautarkie als Vorteil


20.09.22 16:22
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Wie hoch die Nervosität der Aktieninvestoren gegenwärtig ist, verdeutlichte die Marktreaktion in der letzten Woche, als der US-Verbraucherpreisindex für den August, statt wie erwartet marginal zu fallen, leicht gestiegen war (8,3% statt erwarteten 8,1%), so Dr. Frank Wohlgemuth, CIIA bei der National-Bank AG.

Die US-Aktienbörsen hätten infolge den schlechtesten Tag des bisherigen Aktienjahres erlebt. Der breite S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) sei um 4,3% gefallen, der US-Technologieindex NASDAQ (ISIN US6311011026/ WKN A0AE1X) habe sogar mehr als 5% verloren. Auch die europäischen Aktienmärkte hätten sich diesem massiven Abwärtsdruck nicht entziehen können und deutlich nachgegeben.

Es zeige sich, dass die Prognose des internationalen Preisdrucks und die Abschätzung, wann dieser aufgrund der restriktiven Maßnahmen der Notenbanken wieder etwas nachlasse, weiterhin als Königsdisziplin im Hinblick auf die Einschätzung der kurz- bis mittelfristigen Aktienmarkttendenz verbleibe. Wir bleiben bei unserer Meinung, dass wir uns in den USA und auch in Europa in der Nähe des Preishochs befinden und in den nächsten Wochen bzw. Monaten aufgrund vielfältiger Faktoren mit abnehmenden Preissteigerungsraten zu rechnen ist, so die Analysten der National-Bank AG. Diese Vorhersage sei im aktuellen Umfeld jedoch mit einem hohen Grad an Unsicherheit behaftet.

Die Prognose eines weiteren massiven Zinsschritts der US-Notenbank zum Ende ihrer zweitägigen Sitzung am morgigen Mittwoch sei hingegen kein allzu großes Wagnis. Die Analysten der National-Bank AG würden einen weiteren Zinsschritt um 75 Basispunkte erwarten, obwohl bereits einige Marktstimmen mit einem Schritt um 100 Basispunkte rechnen würden. Dies dürfte aber zu viel sein, um die ohnehin schon wabernde Rezessionsgefahr sowohl in den USA, als im Besonderen in Europa nicht noch weiter anzufeuern.

Es werde herausfordernd für Staaten und Haushalte in den nächsten Monaten, soviel sei sicher. Trotzdem sollte nicht alles in Moll-Tönen gezeichnet werden. Bislang seien grundsätzlich die Unternehmensergebnisse sehr robust, die Lieferkettenengpässe würden sich sukzessive verbessern und die Notenbanken hätten schon deutlich an der Zinsschraube gedreht.

Die Analysten der National-Bank AG würden sich mit ihrer moderat positiven Aktienmarkteinschätzung weiterhin wohl fühlen, das Bild der breiten Seitwärtsbewegung sähen sie weiterhin als intakt an. Die Prognoseunsicherheit sei momentan jedoch deutlich höher als in "normalen" Zeiten. Es gelte, mit seiner Aktienpositionierung durch den erwartungsgemäß schwankungsreichen Herbst und Winter zu kommen. Dazu gehöre, Aktienpositionen nicht leichtfertig aufgrund von Stimmungen aufzugeben, aber auch nicht zu stark ins Risiko zu gehen. Im nächsten Frühjahr sei die Beurteilungslage deutlich anders als heute (Dauer des Ukraine-Krieges, Prognosesicherheit der Energielieferungen). Die USA als Anlageziel würden die Analysten der National-Bank AG weiterhin ausdrücklich empfehlen, gerade die nahezu vollständige Energieautarkie der USA erweise sich als bedeutsamer Standortvorteil. (20.09.2022/ac/a/m)





 
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