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Mo, 8. August 2022, 15:51 Uhr

Aktienmärkte: Diversifikation bleibt unverzichtbar


28.06.22 18:45
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die europäischen Aktienmärkte versuchen sich weiterhin an einer Bodenbildung nicht weit entfernt von jenen Tiefständen des Jahres, die Anfang März erreicht wurden, so die Analysten der National-Bank AG.

Einen markttechnisch etwas stärkeren Eindruck würden die US-amerikanischen Leitindices vermitteln, die zwar noch in einer flachen Abwärtsbewegung gefangen scheinen, aber im Verlauf der zurückliegenden Börsenwoche bereits den Aufwärtsausbruch aus diesem abwärts gerichteten Trend "geprobt" hätten. Noch sei jedoch (markttechnisch) nichts entschieden. Das Umfeld halte weiterhin umfangreiche Herausforderungen bereit: Sich verfestigender internationaler Inflationsdruck, zurückhaltender werdende gesamtwirtschaftliche Wachstumserwartungen für das laufende Gesamtjahr (mindestens auf G7-Ebene) und das Kriegsgeschehen in der Ukraine, wo der russische Aggressor zusehends Geländegewinne verbuche, würden einen dissonanten Dreiklang entfalten.

Dem stehe positiv zumindest die globale Entschlossenheit gegenüber, durch entsprechende Maßnahmen politischer wie wirtschaftlicher Art ggü. der Russischen Föderation einer möglichen Eskalation des Ukraine-Kriegs schon im Ansatz entgegenwirken zu wollen. Auch erscheine es gemäß IMF und Weltbank weiterhin wahrscheinlich, dass die Weltwirtschaft vor einem Abrutschen in eine Rezession bewahrt werden könne. Die Problematik anhaltender Lieferkettenstörungen rund um den Globus schließlich bremse zwar die Fortentwicklung der Globalisierung, werde diese jedoch nicht stoppen oder gar umkehren.

Während somit das augenblickliche Lagebild mindestens ermutigende Ansätze zeige, gelte es, mit Blick auf den Fortgang des Jahres zwei wesentliche Belastungsfaktoren im Auge zu behalten: Vermutlich würden die globalen Notenbanken ihren Inflationsbekämpfungskurs mindestens fortsetzen (müssen) und damit den Aktienmärkten einen Teil des "Sauerstoffs zum Atmen" nehmen (müssen). Und zum anderen zeichne sich leider bereits spätestens ab dem kommenden Herbst eine sich wieder intensivierende Corona-Infektionsentwicklung (BA.4 und BA.5) ab.

Eine hinreichende Diversifikation an den globalen Aktienmärkten bleibe unverzichtbar. "Global Player" mit eigener Preissetzungsmacht sollten sich mittelfristig unverändert rentieren. Insbesondere auf kürzere Sicht würden die Analysten ihre vorsichtige und abwartende Positionierung und "Politik der ruhigen Hand" beibehalten. Aktuell gelte es vor allem, das Gesamtmarktrisiko an den Aktienmärkten überlegt und planvoll einzugrenzen. (28.06.2022/ac/a/m)