Suchen
Login
Anzeige:
Do, 1. Dezember 2022, 7:51 Uhr

Aktienmärkte: Erholungsmodus hält an


09.08.22 17:15
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Der Erholungsmodus der globalen Aktienmärkte hält unverändert an, so die Analysten der National-Bank AG.

Nachdem sich der Juli zum besten Aktienmonat seit November 2020 entwickelt habe (der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) habe 9% zugelegt), würden die Aktienkurse auch zu Beginn des Augusts weiter ansteigen. Die Einschätzung der aktuellen Situation an den Aktienmärkten sei herausfordernd. Die weiterhin sehr gut laufende US-Wirtschaft - jüngstes Beispiel sei der hervorragende Arbeitsmarktbericht vom letzten Freitag - werde den Druck auf die US-Notenbank weiter hoch halten, an dem steilen Zinserhöhungspfad der letzten Monate festzuhalten. Dies sollte die Aktienmärkte tendenziell eher belasten.

Ein wesentlicher Treiber der jüngsten Aktienrally sei die Erwartung eines abgemilderten Zinserhöhungskurses der FED. Der beeindruckende Zustand des US-Arbeitsmarkts trotz hoher Inflation, restriktiverer Liquiditätsversorgung und geringerer fiskalischer Unterstützung sei bemerkenswert. Mittlerweile seien alle Arbeitsplatzverluste seit dem Start der Corona-Pandemie wieder aufgeholt worden.

Die Entwicklung des Preisdrucks sei eine, wenn nicht die entscheidende Stellgröße für die weitere Aktienmarkttendenz. Diesbezüglich würden die Analysten infolge der leichten Abkühlung des US-Wachstums mittelfristig eine korrespondierende Entwicklung auch am US-Arbeitsmarkt erwarten. Zudem sollten über die nächsten Wochen weitere Fortschritte bei den Lieferengpässen sichtbar werden, sodass aus verschiedenen Richtungen mit Entlastungen an der US-Preisfront zu rechnen sei. Diese sollten den Druck auf die Fed bezüglich weiterer Zinsschritte reduzieren und damit gleichzeitig die Attraktivität der Aktienmärkte weiter unterstützen.

Zinssensitive Wachstumswerte könnten von der skizzierten Entwicklung weiter profitieren. Jedoch: Verschiedene Einflussgrößen würden auf die Zinserwartungen wirken, sodass die weitere Einschätzung nicht einfach sei. Es sei nicht zu erwarten, dass die pandemie- und kriegsbedingten Angebotsengpässe sich kurzfristig lösen lassen würden, der Druck auf die Zentralbanken - gerade auch auf die EZB - werde daher weiter hoch bleiben.

Die Q2-Berichtssaison neige sich dem Ende zu. Zu Buche stünden beim S&P 500 Zuwächse bei den Umsätzen von 14,8% und bei den Gewinnen von 8,5%, die korrespondierenden Ergebnisse beim DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) würden +7,6% respektive -5,8% betragen. Beim EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) stehe ein bemerkenswerter Zuwachs von 22% bei den Umsätzen und von 18,1% bei den Gewinnen. Gerade die Indices mit einem hohen Gewicht von Energieunternehmen hätten davon überproportional profitiert.

"Risk on" scheine nach Monaten der defensiven Ausrichtung ein Comeback zu wagen. Trotz der aktuellen Erholungsbewegung: Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibe weiter herausfordernd. Die Analysten würden daher weiterhin zu einer gehörigen Portion Vorsicht raten. Es gelte, das Gesamtmarktrisiko überlegt und planvoll einzugrenzen. (09.08.2022/ac/a/m)





 
Werte im Artikel
4.076 plus
+2,98%
4.011 plus
+1,56%
14.397 plus
+0,29%