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Sa, 10. Dezember 2022, 10:18 Uhr

Aktienmärkte: Moderat steigende Kurse erwartet


27.09.22 16:12
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die Notenbanken weltweit befinden sich weiterhin in einem signifikanten Zinsanhebungsmodus, so Dr. Frank Wohlgemuth, CIIA, von der National-Bank AG.

Allein in der letzten Woche hätten zehn Zentralbanken in der Welt ihre Leitzinsen deutlich nach oben geschraubt, um den vorherrschenden Preisdruck einzudämmen. Auch die US-Notenbank habe wie erwartet in der letzten Woche ihren Leitzinssatz um 75 Basispunkte erhöht und dabei explizit auf weiter anstehende Zinserhöhungen verwiesen. In der Financial Community werde schon bezogen auf die Größenordnungen der Zinsschritte kolportiert, dass "75 nunmehr das neue 25" sei. Ganz so schlimm werde es wohl nicht werden, aber die Aussage beinhalte schon ein gehöriges Maß an (düsterem) Realismus.

Ob dieser Erhöhungswelle geschockt bzw. verunsichert seien die Aktienmärkte deutlich gefallen. So habe der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) das bisherige Jahrestief von Anfang März am Freitag deutlich durchbrochen und auch die weiteren wichtigen globalen Aktienindices hätten merkliche Verluste hinnehmen müssen.

Es komme momentan einiges an schlechten Nachrichten bzw. Unsicherheiten zusammen: Persistent hohe Inflationsraten, die vor allem die FED dazu zwingen würden, den Leitzins über das neutrale Maß anzuheben; der fortdauernde Ukraine-Krieg, der mit möglichen Schreckensszenarien eher an Brisanz hinzugewinne; eine hohe Unsicherheit im Unternehmenslager, gerade bezogen auf die Energiesicherheit in den nächsten Monaten.

Es gebe aber auch wesentliche Punkten, die für die Aktienmärkte sprächen: Die Notenbanken hätten bereits kräftig an der Zinsschraube gedreht; bei den Lieferketten zeichne sich eine merkliche Entspannung ab; die Ölpreise seien deutlich gesunken; viele Unternehmen befänden sich - divergent zu früheren Krisenszenarien - in einem deutlich besseren Zustand (Liquidität, Verschuldungsgrad).

Trotz aller skizzierten Belastungsfaktoren würden die Analysten der National-Bank AG auf Sicht der nächsten Monate moderat steigende Aktienkurse erwarten. Die Analysten der National-Bank AG sähen die Aktienmärkte jedoch in einer breiten Seitwärtsbewegung "gefangen", einen Trendbruch nach oben würden die Analysten kurzfristig für unwahrscheinlich halten. Vorsicht sei gerade in diesen Zeiten sicherlich kein schlechter Ratgeber, es gelte mit seiner Aktienpositionierung durch den erwartungsgemäß schwankungsreichen Herbst bzw. Winter zu kommen. Die USA als Anlageziel würden die Analysten der National-Bank AG weiterhin ausdrücklich empfehlen, gerade die nahezu vollständige Energieautarkie der USA erweise sich als bedeutsamer Standortvorteil gegenüber einer Vielzahl an europäischen Anlagen. (27.09.2022/ac/a/m)