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Fr, 7. Oktober 2022, 23:39 Uhr

Aktienmärkte beginnen das neue Jahr mit Verunsicherung


18.01.22 12:20
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Trotz positiver Grundstimmung beginnen die globalen Aktienmärkte das neue Börsenjahr mit einer gewissen Verunsicherung, so die Analysten der National-Bank AG.

Diese Verunsicherung habe weniger mit den sich aktuell auf einem sehr hohen Niveau befindenden Omikron-Fallzahlen zu tun, sondern manifestiere sich vor allem in der Gewissheit, dass sich die Kapitalmärkte nunmehr tendenziell in einem Umfeld sich reduzierender geldpolitischer Unterstützung befinden würden und nicht mehr in einer Phase nahezu unbegrenzter Zurverfügungstellung von Liquidität. Dies zeige sich insbesondere an den Rentenmärkten, wo sich beispielsweise die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen seit Mitte Dezember auf einem Höhenflug befinde. Auch die zehnjährigen Bundesanleihen würden momentan an der Null-Prozent Linie kratzen.

An den Aktienmärkten falle die starke Volatilität der Technologieunternehmen ins Auge, also gerade der Unternehmen, welche besonders sensitiv auf Zinserhöhungen reagieren würden. Für den generellen Trend an den globalen Aktienmärkten bedeute der Zinsanstieg keine Umkehr, aber das Anlegen an den Aktienmärkten sei sicherlich schwieriger geworden, als in den letzten beiden Jahren.

Zudem komme ein neuer Risikofaktor, der an den globalen Aktienmärkten bislang noch keinen großen Widerhall gefunden habe. Die drohende Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine habe das Potenzial, die Börsenstimmung merklich zu verdüstern. Hinsichtlich des Konflikts sei die wirtschaftliche Komponente von der emotionalen Komponente zu unterscheiden. Wirtschaftlich wäre zunächst mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Energiepreise zu rechnen, was sicherlich die Inflationsdaten weiter in die Höhe treiben würde und so den Druck auf die Notenbanken zusätzlich erhöhen würde, die Zinsen schneller als geplant zu erhöhen.

Sanktionen gegen Russland würden gerade die europäischen Staaten unter Druck setzen, neue Wege hinsichtlich der Energieversorgung zu finden. Aber insbesondere die emotionale Komponente wäre nicht zu unterschätzen. Eine gewaltsame Grenzverschiebung in Europa würde die Sicherheitsarchitektur des Alten Kontinents infrage stellen und somit Konflikte wieder aufreißen, die man längst überwunden geglaubt habe.

Trotz aller Bedenken und Sorgen: Die relative Attraktivität der Aktienanlage in realer Betrachtung im Vergleich zu den nominalbasierten Anlageklassen sollte sich weiterhin als eine der wesentlichen Determinanten für die Fortführung des Aktienmarktaufschwungs in diesem Jahr herausstellen. Die oftmals gestellte Frage "Wo soll ich denn mein Geld anlegen" werde weiterhin dazu führen, dass eine Fülle von Liquidität auf der Suche nach Werterhalt und/oder Renditechancen trotz aller Belastungsfaktoren in die globalen Aktienmärkte fließen werde. (18.01.2022/ac/a/m)