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Mi, 10. August 2022, 11:13 Uhr

Aktienmärkte weiterhin sehr robust


05.04.22 17:22
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die Aktienmärkte zeigen sich weiterhin sehr robust, so Dr. Frank Wohlgemuth, CIIA von der National-Bank AG.

Weder die signifikant anziehenden Preisdaten und der dadurch verursachte zunehmende Druck auf die Notenbanken nach schnelleren und ausgeprägteren Zinserhöhungen noch die weitere Belastung der Lieferketten sowie die Unsicherheiten, die sich aus den Kriegshandlungen in der Ukraine ergeben würden, hätten bislang dazu geführt, dass die Aktienmärkte ihren Höhenflug der letzten Wochen merklich unterbrochen hätten. Ein wesentlicher Grund sei darin zu sehen, dass Sachanlagen immer noch als bester Schutz gegen Inflation eingestuft würden und daher Aktien neben Immobilien weiter auf der Kaufliste - gerade auch institutioneller Investoren - weit oben stünden.

Ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine sei nicht in Sicht. Aufgrund der grauenhaften Bilder sei es zurzeit nur schwer vorstellbar, wie Russen und Ukrainer in absehbarer Zeit wieder nebeneinander leben könnten. Ohne eine tiefgründige juristische Aufarbeitung werde dies nicht möglich sein, eine solche erscheine jedoch - wenigstens kurz- bis mittelfristig - als vollkommen illusorisch. Die unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen auf die Volkswirtschaften und auf die Unternehmenslandschaft würden weiter im höchsten Maße unsicher bleiben. Dies gelte im Besonderen aufgrund der Kriegsnähe für Europa. Die USA seien aufgrund der nahezu vollständigen Unabhängigkeit von russischen Energieimporten, des sich grundsätzlich in einem hervorragenden Zustand befindenden Unternehmenssektors sowie der boomenden Volkswirtschaft in einer wesentlich besseren Position.

Aufgrund der dynamisch steigenden Preisdaten auch in den USA sei die US-Notenbank mittlerweile klar auf das Ziel der Eindämmung der Preisdynamik eingeschwenkt. Die Abfederung von Konjunkturrisiken sei derweil etwas in den Hintergrund gerückt. Die Erwartungshaltung der Analysten gehe inzwischen - auch aufgrund einer zunehmenden diesbezüglichen Rhetorik durch die Mitglieder der FED - teilweise auch von (mehreren) Zinserhöhungen von 50 Basispunkten aus.

Die Aktienmärkte würden sich momentan sehr stabil angesichts der Vielzahl von Belastungsfaktoren zeigen. Die Analysten der National-Bank AG würden weiterhin eine vorsichtige und abwartende Positionierung bevorzugen. Aufgrund der klaren Zinswende in den USA gebe es momentan eine Fülle von gemischten Signalen für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte. So stehe in den USA eine deutlich restriktiver werdende Geldpolitik einer sehr guten Verfassung der Unternehmenslandschaft gegenüber. Das Argument der relativen Attraktivität der Aktienanlage im Vergleich zu den nominalbasierten Anlageklassen verliere jedenfalls in den USA zunehmend an Gewicht. Trotzdem bleibe der US-Aktienmarkt weiterhin attraktiv, auch aufgrund der räumlichen Distanz zum Kriegsgeschehen in Europa. (05.04.2022/ac/a/m)