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Fr, 2. Dezember 2022, 21:11 Uhr

Aktienmarkt: Investiert bleiben ist der Name des Spiels


29.06.21 13:05
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nach den Aufregungen um die Ankündigung der FED, dass mit ersten Zinserhöhungen in den USA bereits im Jahre 2023 zu rechnen sei, hat sich die Situation an den Kapitalmärkten in den letzten Tagen wieder merklich beruhigt, so die Analysten der National-Bank AG.

Der US-Technologieindex NASDAQ sowie der breite S&P 500 hätten neue Allzeithochs erzielt. Sorgen vor einer anderen Zinswelt sähen eindeutig anders aus. Es scheine, dass die FED aus ihren Fehlern der Vergangenheit (Taper Tantrum im Jahre 2013) hinsichtlich der Kommunikation mit dem Kapitalmarkt gelernt habe. Die Kommunikation im Hinblick auf früher als erwartete Zinsschritte habe - wie an der Marktreaktion ersichtlich - jedenfalls sehr gut funktioniert. Es lasse sich nicht wegdiskutieren: Die hohe Verschuldungssituation der Staaten, aber auch vieler Unternehmen, erlaube sowohl in den USA, als auch im Besonderen in der Eurozone kein grundlegend anderes Zinsbild, im Besonderen nicht in Zeiten der intensiven Anstrengungen zur Überwindung der Corona-Folgen. Es spreche daher vieles dafür, dass die Realrenditen noch auf unabsehbare Zeit negativ bleiben würden. Das stelle einen sehr starken Stützpfeiler für weitere Kurssteigerungen an den globalen Aktienmärkten dar. Der sog. "Reflation Trade" sei daher weiter intakt.

Die Analysten der National-Bank AG sind davon überzeugt, dass die ultraexpansive Ausrichtung der Geldpolitik sowohl in den USA und noch pointierter in Europa noch sehr lange Bestand haben wird. Impulse für die Aktienmärkte würden auch weiterhin von der Fiskalpolitik kommen. Das in den USA geschnürte über parteiliche Infrastrukturpaket wäre bei Verabschiedung zum einen ein großer Erfolg für Präsident Biden hinsichtlich seines Ziels, die tiefen Gräben in der US-Politik und -Gesellschaft wenigstens in Ansätzen einzuebnen. Zum anderen würde es einen signifikanten Impuls für die US-Wirtschaft verkörpern. Auch aus der deutschen Wirtschaft gebe es positive Nachrichten. So sei der ifo-Beschäftigungsindex im letzten Monat deutlich angestiegen. Dieser Anstieg symbolisiere einerseits den erwarteten sehr positiven Impuls für die Beschäftigtenzahlen wegen der vollzogenen Öffnungsschritte, andererseits stehe er stellvertretend für die sehr gut laufende deutsche Industrie, insbesondere auch in den Exportmärkten. Dies gelte vor allem für den Maschinenbau und die Elektroindustrie.

Die Analysten seien weiterhin überzeugt, dass der Aufschwung an den globalen Aktienmärkten noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht habe. Zu günstig präsentiere sich das Aktienmarktumfeld aus niedrigen Zinsen, einem daraus resultierenden Mangel an Anlagealternativen sowie einer zunehmenden Gewinndynamik der Unternehmen im Fortgang der Überwindung der Corona-Pandemie. Investiert bleiben ist daher der Name des Spiels, so die Analysten der National-Bank AG. (29.06.2021/ac/a/m)