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Sa, 4. Februar 2023, 21:00 Uhr

Aktienmarkt: Nach der beeindruckenden Rallye im November beginnt der Dezember mit etwas verhalteneren Tönen


09.12.20 07:50
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nach der beeindruckenden Aktien-Rallye im November begann der Dezember mit etwas verhalteneren Tönen, so Dr. Frank Wohlgemuth, CIIA bei der National-Bank AG.

Die immer deutlicher zutage tretenden nahezu unlösbaren Differenzen in den Brexit-Verhandlungen in Kombination mit schlechten US-Konjunkturzahlen hätten auf dem Aktiensentiment gelastet. Die grundlegenden Faktoren würden aber eindeutig für die Aktienmärkte in 2021 sprechen. Zu nennen seien vor allem vier Punkte:

- Signifikanter Impfstoff-Optimismus
- Eine unverändert sehr expansive Geldpolitik
- Umfassende fiskalpolitische Maßnahmen
- Deutlich ruhigeres politisches Fahrwasser

Gerade die Aussicht auf umfassende, zeitnahe Impfungen gegen Covid-19 habe das Aktiensentiment in den letzten Wochen deutlich belebt. Bei aller Euphorie sei aber auch zu konstatieren, dass es bis zu einer Immunisierung weiter Teile der Weltbevölkerung noch lange dauern werde. Gründe dafür seien in begrenzten Produktionskapazitäten, in logistischen Fragestellungen, gerade was die Kühlung eines Impfstoffes angehe sowie in einer weit verbreiteten Impfskepsis zu sehen.

Zentral für die Beurteilung der Aussichten für die Aktienmärkte im Anlagejahr 2021 sei aber weiterhin der Mangel an Anlagealternativen zur Aktienanlage. Die Corona-Pandemie habe dies nur noch weiter in die Zukunft zementiert, da sie die wichtigen globalen Notenbanken dazu veranlasst habe, in beispielloser Art und Weise auf das geldpolitische Gaspedal zu treten. Gerade in dieser Woche sei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass die EZB auf ihrer turnusmäßigen Sitzung am Donnerstag weitere geldpolitische Erleichterungen beschließen werde.

Ein weiterer Pfeiler unseres Aktienoptimismus ist in Fernost zu verorten, so die Analysten der National-Bank AG. Die chinesische Wirtschaft brumme wie in Prä-Corona-Zeiten. Dies gelte sowohl für den Dienstleistungssektor, als auch für das Verarbeitende Gewerbe. Diesbezüglich seien signifikante Belebungseffekte für die stark exportorientierte europäische Wirtschaft zu erwarten. Im Besonderen gelte dies für die deutsche Wirtschaft. Die Gewinne einer Vielzahl von europäischen Unternehmen sollten daher in 2021 deutlich zulegen können. Dies würde auch die signifikant gestiegenen Bewertungen im Nachhinein relativieren.

Anleger sollten daher weiter dem stabilen Aufwärtstrend an den globalen Aktienmärkten treu bleiben und nicht vorzeitig bei kurzfristigen Irritationen, wie sie immer mal wieder vorkämen, die Segel streichen. Wichtig sei jedoch eine breite Depotaufstellung, welche nicht nur über Länder- und Branchengrenzen hinweg investiere, sondern auch Zukunftsthemen, wie z.B. die künstliche Intelligenz und ihre mannigfaltigen Einsatzgebiete in ausreichender Weise berücksichtige. (Ausgabe vom 08.12.2020) (09.12.2020/ac/a/m)