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So, 27. November 2022, 15:44 Uhr

Aktienumfeld sollte auch in den nächsten Monaten attraktiv bleiben


24.08.21 16:20
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nach den Höhenflügen der globalen Aktienindices zu Beginn der letzten Woche setzten Gewinnmitnahmen ein, so die Analysten der National-Bank AG.

Insbesondere Sorgen vor einem zeitnah beginnenden "Tapering", also dem Zurückfahren der monatlichen Anleihenkäufe der US-Notenbank sowie Sorgen vor einer raschen Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Corona-Virus hätten die Anleger in den "risk-off" Modus übergehen lassen. Dieser habe allerdings nicht lange angehalten, bereits zum Ende der letzten Woche hätten erneute Käufe auf dem erniedrigten Niveau eingesetzt.

Es spreche vieles dafür, dass die Anleger nicht bereit seien, ihre Aktienbestände deutlich zu reduzieren und es gebe gute Gründe dafür: Trotz aller Delta-Sorgen befinde sich die Weltwirtschaft auf einem robusten Erholungspfad im Zuge der Überwindung der Corona-Pandemie. Die Zinsen würden dauerhaft auf sehr niedrigem Niveau verweilen, ein merklich höheres Zinsniveau könne sich die internationale Staatengemeinschaft gar nicht leisten. Daran werde auch die "Tapering"-Diskussion und das zukünftig einsetzende "Tapering" nichts ändern.

Über Zinserhöhungen, die über kosmetische Schritte hinausgehen würden, spreche momentan ohnehin niemand und werde im Besonderen in Europa noch lange niemand sprechen. Dies bedeute, dass die Triebfeder des globalen Aktienmarktaufschwungs der letzten Jahre - nämlich der Mangel an renditeträchtigen Alternativanlagen zur Aktienanlage - weiterhin nichts an ihrer Gültigkeit verlieren werde. Zudem komme ein dynamisches Gewinnwachstum der Unternehmen, welches sicherlich auch im dritten Quartal seine Fortsetzung finden werde.

Natürlich gebe es auch bedeutsame Risiken, die die Analysten nicht verschweigen wollten. Die Aktienmärkte seien wahrscheinlich wie noch nie in ihrer Geschichte abhängig vom billigen Notenbankgeld. Abrupte Änderungen in der geldpolitischen Ausrichtung der Notenbanken würden daher ein signifikantes Risiko darstellen. Ein solches würden die Analysten aber dezidiert nicht erwarten. Die weitere Verbreitung der Delta-Variante sei mit erheblichen Risiken für die Weltwirtschaft verbunden, aber diese Gefahr begrenze natürlich auch die Bestrebungen der Notenbanken, ihre Geldpolitik restriktiver auszurichten.

Die Regulierungs-Volten der chinesischen Regierung, die insbesondere den Tech-Sektor betreffen würden, seien ein Risikofaktor für die Aktienmärkte. Die Analysten würden dieses Risiko aber als begrenzt auf die jeweiligen betroffenen Branchen einstufen, sie würden diesbezüglich kein Gesamtmarktrisiko sehen. Welche Branchen zukünftig betroffen sein würden, sei aber nicht vorhersehbar. Ein sog. "game changer" für die Aktienmärkte wären nachhaltig deutlich erhöhte Inflationsdaten in den westlichen Industrienationen. Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt, aber auch der Langzeitfolgen der Corona-Pandemie (höhere Arbeitslosigkeit und höhere Insolvenzquoten) würden die Analysten solche aber nicht erwarten. Das Aktienumfeld sollte also auch in den nächsten Monaten attraktiv bleiben. (24.08.2021/ac/a/m)