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Fr, 7. Oktober 2022, 8:23 Uhr

Allianz

WKN: 840400 / ISIN: DE0008404005

Allianz: Wie viel ist der Rekordgewinn wert? - Aktienanalyse


04.03.19 09:12
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Allianz: Wie viel ist der Rekordgewinn wert? - Aktienanalyse

Oliver Götz von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Versicherungskonzerns Allianz SE (ISIN: DE0008404005, WKN: 840400, Ticker-Symbol: ALV, Nasdaq OTC-Symbol: ALIZF) unter die Lupe.

"Wir haben den höchsten Jahresüberschuss der letzten zehn Jahre erzielt - trotz eines sehr volatilen Marktumfelds, besonders im vierten Quartal", habe sich Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte vor kurzem und am Rande der Jahresbilanz-Vorlage über die alles in allem sehr solide 2018er Performance seines Konzerns gefreut. Heiße in Zahlen: Operativ habe mit einem Plus von 4% auf 11,5 Milliarden Euro erneut ein Rekordgewinn zu Buche gestanden und auch unter dem Strich sei das Konzernergebnis um zehn Prozent auf 7,5 Milliarden Euro geklettert. Das Ergebnis je Aktie habe dementsprechend deutlich - um 14,4% auf 17,43 Euro, zugelegt. Auch die Eigenkapitalrendite sei angestiegen, von 11,8 auf 13,2%. Der Umsatz habe um 3,5% auf 130,6 Milliarden Euro zugelegt. Darüber hinaus habe die mit Blick auf die finanzielle Stabilität von Versicherern wichtige Solvency-II-Kapitalquote 2018 gegenüber 2017 unverändert bei 229% und damit zweimal so hoch gelegen wie vorgeschrieben.

Den operativen Gewinn in Rekordhöhe hätten Analysten zwar im Schnitt erwartet, was jedoch nicht dessen Bedeutung schmälern sollte. Immerhin erwirtschafte mit Blick auf die DAX-Konzerne inzwischen nur noch Volkswagen ein höheres operatives Ergebnis als die Allianz. Stark sei es mit einem operativen Ergebnisplus von 13% vor allem in der Schaden- und Unfallversicherungssparte gelaufen. Gleichzeitig hätten höhere Prämien für mehr Einnahmen gesorgt, während weniger Schadensfälle durch Naturkatastrophen die Kosten gedrückt hätten.

Grund genug für Europas größten Versicherer die Dividende erneut anzuheben. Und zwar mit einem Plus von 12,5% von acht auf neun Euro je Aktie wesentlich deutlicher, als von Analysten erwartet. Die Dividendenrendite liege damit bei einem derzeitigen Aktienkurs von knapp 194 Euro bei starken 4,8%. Zusätzlich hätten die Münchner einen weiteren großangelegten Aktienrückkauf von März bis Dezember des laufenden Jahres im Wert von 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Damit springe auch die Allianz auf den derzeit überaus populären Zug mit auf, den Kurs der eigenen Aktie über Dividenden und Aktienrückkäufe zu stützen, wenn es die Konjunktur alleine nicht mehr richten könne oder die Ängste um deren globales Einschlafen sogar eher Börsenwert vernichte.

Das habe auch die Allianz über die letzten zwölf Monate zu spüren bekommen. Der Aktienkurs des Versicherungs-Riesen habe sich als auffällig schwankungsanfällig erwiesen. Habe er im Mai 2018 noch bei rund 200 Euro gestanden, sei er innerhalb kürzester Zeit auf 171 Euro im Juni gefallen, nur um dann im September wieder bei knapp 200 Euro zu landen. Anfang Dezember seien davon wiederum nur noch 175 Euro übrig gewesen, ehe er sich über den Jahreswechsel und mit einem Plus von 10,5% seit Jahresbeginn auf 193,50 Euro erholt habe, die 200 Euro-Marke erneut in Reichweite.

Insgesamt aber, und das sei die wohl wichtigere Kennzahl, sei der Kurs der Allianz-Aktie aber auf Sicht von einem Jahr um fast 1,5% angestiegen. Damit zähle das Papier der Münchner - wenn auch knapp - zu den wenigen im DAX, die auf Jahressicht im Plus stünden.

Bleibe die Frage, wie lange das noch so bleibe. Denn auch die Allianz, dieser Megakonzern, dem - so sehe es manchmal aus - kaum jemand etwas anhaben könne, sei man doch im Versicherungsgeschäft breit und global extrem gut aufgestellt, verfüge darüber hinaus über eine solide Investmentsparte und verwöhne Anleger seit jeher mit hohen Dividenden, kämpfe mit mancher Herausforderung.

Im Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen beispielsweise habe das Ergebnis 2018 von 4,4 auf 4,2 Milliarden Euro nachgegeben. Das habe an den unsteten Kapitalmärkten genauso wie an Abschreibungen gelegen, unter anderem auf Aktien. Ebenso hätten Allianz Global Investors und PIMCO geschwächelt, die beiden großen Vermögensverwalter des Allianz-Konzerns. Ende des Jahres hätten sie gemeinsam Mittelabflüsse in Höhe von drei Milliarden Euro verdauen müssen, das operative Ergebnis in der Sparte sei leicht von 2,4 auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Das sei alles andere als ein Grund zur Sorge, gleichzeitig aber eben auch keiner zur großen Freude.

Die habe auch die Prognose für 2019 nicht auslösen können. Der operative Gewinn nämlich solle in etwa auf dem Niveau von 2018 stagnieren, gerade bei einem Versicherer freilich vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse. Das Ziel sei "konservativ und vorsichtig, weil wir in Hinblick auf das sehr schwierige Umfeld sicher sein wollen, dass wir das auch erreichen", habe Vorstandschef Bäte die wenig zufriedenstellende Prognose erklärt. Es sei wegen der Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft "wirklich wichtig, solide zu sein und zu bleiben.", so Bäte weiter. Analysten würden derweil bereits mit rund zwölf Milliarden Euro operativen Gewinn rechnen und stünden der Aktie des Versicherers weiter recht positiv gegenüber.

Kepler Cheuvreux-Analyst Peter Eliot habe das jüngste Zahlenwerk im Rahmen der Erwartungen liegen gesehen, Solvabilität und Dividendenvorschlag aber darüber. Sein Kursziel habe er bei 240 Euro belassen und liege damit rund 20% über dem aktuellen Kursniveau. UBS-Analyst Jonny Urwin habe derweil unter anderem die weiterhin starke Kapitalausstattung des Konzerns positiv hervorgehoben, setze sein Kursziel aber weiter 20 Euro niedriger an als Eliot. Bei der US-Bank J.P. Morgan bleibe die Allianz-Aktie mit einem Kursziel von 222 Euro auf der Top-Pick Liste, Goldman Sachs-Experte Johnny Vo sei da mit 200 Euro pessimistischer. Auf bereinigter Basis seien die Finanzkennziffern schließlich schlechter ausgefallen als erwartet, habe er geschrieben.

Doch wie man es auch drehe und wende, viel Negatives lasse sich derzeit nicht herauslesen aus der Bilanz. Auch nicht aus der Charttechnik. Und selbst die Prognose sei angesichts der konjunkturellen Herausforderungen in diesem Jahr keine besonders negative Überraschung. Vieles hänge nun auch an Bätes "Simplicity wins"-Strategie, im deren Rahmen bis 2021 die Produktwelt des Konzern einfacher und digitaler werden solle. Einerseits um Kosten zu sparen, andererseits um mit der Zeit zu gehen, die eigenen Angebote auch im digitalen Zeitalter attraktiv zu halten. So solle unter anderem bereits in diesem Jahr mit "Allianz Direct" eine neuer Online-Versicherer auf den Markt. In dem Sektor könnten hohe Wachstumsraten drin sein.

Für den Moment - um zur Ausgangsfrage zurückzukehren - dürfte der operative Gewinnrekord gemeinsam mit den weiteren, guten Zahlen durchaus einiges wert sein. In einer Phase der Unsicherheit an den Märkten schaffe er für Allianz-Anleger Sicherheit. Vor allem auch dank der damit einhergehenden Dividendenerhöhung. (Analyse vom 26.02.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Allianz-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Allianz-Aktie:
198,60 EUR +0,56% (04.03.2019, 09:08)

XETRA-Aktienkurs Allianz-Aktie:
197,34 EUR (01.03.2019)

ISIN Allianz-Aktie:
DE0008404005

WKN Allianz-Aktie:
840400

Ticker-Symbol Allianz-Aktie:
ALV

Nasdaq OTC Ticker-Symbol Allianz-Aktie:
ALIZF

Kurzprofil Allianz SE:

Die Allianz Gruppe (ISIN: DE0008404005, WKN: 840400, Ticker-Symbol: ALV, Nasdaq OTC-Symbol: ALIZF) zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 92 Millionen Privat- und Unternehmenskunden. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung.

Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von rund 673 Milliarden Euro. Zudem verwalten ihre Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors mehr als 1,4 Billionen Euro für Dritte. Mit ihrer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in ihre Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen ist die Allianz SE der führende Versicherer im Dow Jones Sustainability Index. 2018 erwirtschafteten über 142.000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern für die Gruppe einen Umsatz von 131 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro. (04.03.2019/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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