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So, 27. November 2022, 6:02 Uhr

Amazon

WKN: 906866 / ISIN: US0231351067

Amazon: Warum die Kurse wirklich fallen - Aktienanalyse


29.10.18 09:29
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Amazon: Warum die Kurse wirklich fallen - Aktienanalyse

Oliver Götz von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des weltgrößten Online-Händlers Amazon.com Inc. (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, Nasdaq-Symbol: AMZN) unter die Lupe.

Im Hause Amazon laufe es weiter blendend. Im dritten Quartal des laufenden Jahres habe der hinter Apple zweitwertvollste Konzern der Welt einen Rekordgewinn in Höhe von 2,9 Mrd. USD erwirtschaftet. Im Vorjahr habe er noch bei dazu im Vergleich mickrigen 256 Mio. gelegen. Auch das Ergebnis je Aktie sei kräftig gestiegen, nämlich auf 5,75 USD. Analysten hätten mit 3,14 Dollar deutlich weniger erwartet. Weiterhin sei es vor allem Amazons Cloud-Sparte AWS, die für einen Großteil des Gewinnwachstums verantwortlich zeichne. Umsatz und Betriebsergebnis seien dort um 46 und 77% auf 6,7 beziehungsweise 2,1 Mrd. USD gestiegen. Die Gewinnmarge habe mit 31% einen neuen Rekord erreicht. Der Konzern um Jeff Bezos werde damit immer mehr vom Versandhändler zum Tech-Dienstleister.

Der Online-Handel habe außerhalb der USA sogar erneut Verluste erzielt. In den USA habe es dank dem Zukauf der Supermarktkette Whole Foods besser ausgesehen, doch alles in allem profitiere Amazon wie kaum jemand sonst vom Hype und Trend um die Cloud. Und immer mehr auch von Werbung auf seinen Portalen. Im laufenden Jahr könnte man mit Blick auf die daran gekoppelten Erlöse Rang Drei hinter Google und Facebook einnehmen. Im abgelaufenen Quartal habe der Umsatz bei 2,5 Mrd. USD gelegen und habe sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt.

Einzig und allein mit Blick auf den Gesamtumsatz habe Amazon nicht so überzeugen können, wie von Analysten erhofft. Er sei zwar um 29% auf 56,6 Mrd. USD gestiegen, die Analystenschar habe im Schnitt jedoch mit 57,1 Mrd. USD gerechnet. Ebenso sei die Wachstumsprognose für Quartal Vier verhalten ausgefallen. Hätten Analysten einen Umsatzanstieg von rund 20% erwartet, rechne Amazon selbst nur mit einem zwischen zehn und 20%.

Die Aktie habe daraufhin den Rückwärtsgang eingelegt, habe zwischenzeitlich fast acht Prozent an Wert verloren. So weit, so logisch. Und dennoch würden die massiven Abschläge verwirren. Auf dem Umsatzniveau, auf dem sich Amazon befinde, spreche ein Plus von 29% im Quartal eigentlich für eine starke Entwicklung. Zudem hätten Analysten "nur" mit 500 Mio. USD mehr gerechnet. Nicht viel, blicke man erneut auf das hohe Niveau. Der Ausblick möge zunächst enttäuschen, aber Amazon sei diesbezüglich schon immer zurückhaltend gewesen und gerade das Weihnachtsquartal habe in der Vergangenheit oft für positive Überraschungen gesorgt. Beide leicht verfehlten Erwartungen dürften daher eigentlich kein Grund für ein Kurs-Minus von acht Prozent sein.

Zufall? Wohl kaum. Vielmehr dürften die Verluste ein weiteres Zeichen dafür sein, wie sehr die allgemeine Nervosität unter Anlegern gestiegen sei. Während die vor allem in Europa viele Konzerne schon länger zu spüren bekämen, scheine sie nun auch auf die großen US-Tech-Konzerne überzuschwappen. Die hätten in den vergangenen Jahren an der Börse hervorragend performt. Der Aktienkurs von Amazon habe sich vervierfacht.

So scheinen nun nur kleine Verfehlungen oder das Verpassen neuer Mega-Rekorde auszureichen, um Anleger zu Gewinnmitnahmen zu verleiten, so die Experten. Vor allem auch mit Blick auf die steigenden US-Zinsen. Wem es am Aktienmarkt zu heiß werde, habe nun wieder Alternativen. Und auch aus einem anderen Grund seien die Zinsen derzeit Gift für die Märkte. Das sich verlangsamende Weltwirtschaftswachstum rücke die hohen Schulden, die auch die FAANG-Konzerne angehäuft hätten, wieder mehr in den Fokus. Weniger Wachstum und auf der anderen Seite ein höherer Zinsaufwand könnten sich negativ auf die Ergebnisse auswirken. "Verkaufen oder aussitzen, das Pendel schlägt in diesen Tagen immer mehr in Richtung Gewinnmitnahmen aus", bringe es CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl auf den Punkt. Aussitzen werde in Zeiten steigender Zinsen und politischer Risiken nicht mehr als attraktivere Alternative angesehen.

Losgelöst von genannten Einflussfaktoren dürften die jüngsten Marktturbulenzen wohl auch eine Verlustangst in die Köpfe vieler Anleger gesetzt haben, wie es sie lange nicht mehr gegeben habe. "Zurzeit wird ein giftiger Aktien-Cocktail serviert. Alles Positive wird ignoriert und stattdessen jedes noch so kleine Haar in der Suppe überdramatisiert", fasse es Baader Bank-Kapitalmarktanalyst Robert Halver zusammen.

Für die Aktien von Amazon scheine das vor allem deshalb gefährlich, da die in sie gesetzten Erwartungen "einfach zu hoch sind und der Realität in den vergangenen Monaten davongeeilt sind", schreibe Stanzl. Die Fallhöhe also sei hoch.

Gefährlich daran sei, dass es die FAANG-Aktien gewesen seien, die den Aufschwung über die letzten Jahre getragen hätten und die Märkte mit immer neuen Rekorden aus jeder noch so misslichen Lage befreit hätten. Dass nun auch ihre Aktien trotz eigentlich starker Zahlen zu schwächeln beginnen, dürfte weiter für Alarmstimmung an den Börsen sorgen, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". (Analyse vom 26.10.2018).

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Amazon.com-Aktie:

XETRA-Aktienkurs Amazon.com-Aktie:
1.447,99 Euro +0,24% (29.10.2018, 09:07)

Tradegate-Aktienkurs Amazon.com-Aktie:
1.450 Euro +1,26% (29.10.2018, 09:24)

Nasdaq-Aktienkurs Amazon.com-Aktie:
USD 1.642,81 -7,82% (26.10.2018, 22:00)

ISIN Amazon.com-Aktie:
US0231351067

WKN Amazon.com-Aktie:
906866

Ticker-Symbol Amazon.com-Aktie Deutschland:
AMZ

Nasdaq Ticker-Symbol Amazon.com-Aktie:
AMZN

Kurzprofil Amazon.com:

Amazon.com Inc. (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Ticker-Symbol: AMZ, Nasdaq-Symbol: AMZN) ist einer der führenden Anbieter im Bereich E-Commerce und gehört zu den Fortune-500-Unternehmen. Die Firma hat ihren Sitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Seit Gründung des Unternehmens durch Jeff Bezos 1995 wurde das Produktangebot kontinuierlich erweitert und ein weltweites Netz von Logistik- und Kundenservice-Zentren aufgebaut. In zahlreichen Ländern ist Amazon mit eigenen Websites vertreten. Heute kann man bei Amazon von Büchern und elektronischen Geräten bis hin zu Tennisschlägern und Diamantschmuck alles kaufen. Amazon verfügt über Websiten in den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Japan, China und Brasilien und betreibt über 69 Logistikzentren in aller Welt mit einer Gesamtfläche von über sechzehn Millionen Quadratmetern. (29.10.2018/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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