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Mi, 30. November 2022, 9:01 Uhr

Apple

WKN: 865985 / ISIN: US0378331005

Apple und das iPhone-Problem - Aktienanalyse


04.02.19 09:25
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Apple und das iPhone-Problem - Aktienanalyse

Florian Spichalsky von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von Apple Inc. (ISIN: US0378331005, WKN: 865985, Ticker-Symbol: APC, Nasdaq-Symbol: AAPL) unter die Lupe.

Der Schuldige sei schnell gefunden gewesen: China. Gleich zu Beginn der Bilanzpressekonferenz am Dienstagabend habe Apple-Chef Tim Cook mit dem Finger auf den Übeltäter gezeigt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sei verantwortlich für das schrumpfende iPhone-Geschäft. Aber auch der starke Dollar, der die Produkte in einigen Regionen, wie in der Türkei, deutlich verteuert habe, spiele eine große Rolle.

Den Preisanstieg durch den starken Dollar wolle der Konzern in einigen Ländern intensiver als bisher abfedern. "Ja, ich denke durchaus, dass der Preis ein Faktor ist", gestehe Cook am Dienstag auf die Analystenfrage, ob Apple mit seiner Preisstrategie den Bogen überspannt habe. Gerade dort, wo sich Apple in 2018 schwergetan habe, seien die Preissteigerungen aufgrund der Währungseffekte stärker ausgefallen, ergänze Cook. Ein weiterer Grund für den schwächelnden iPhone-Absatz seien die steigenden Austauschzeiten. "Unsere Kunden behalten ihre iPhones länger." Was wohl einerseits daran liege, dass die Innovationen der neueren Modelle nicht überzeugen würden, andererseits an den fehlenden Subventionen der Mobilfunkanbieter. Immer häufiger müsse der Kunde den vollen Preis für ein iPhone zahlen. Dieser sei in den vergangenen Jahren allerdings um 50 Prozent gestiegen und liege beim Top-Modell mittlerweile bei knapp 1.900 Dollar.

Fakt sei, die Kalifornier würden weniger Smartphones verkaufen. Und weil man diese Entwicklung nicht an die große Glocke hänge, rücke Apple ab sofort die Zahl seiner verkauften Geräte nicht mehr raus. Analysten hätten dieses Bilanz-Make-Up murrend zur Kenntnis nehmen müssen. Kein Geschäftsgeheimnis mache Apple aus der Anzahl der Nutzer. Nach eigenen Angaben würden weltweit 1,4 Milliarden Geräte genutzt, wovon 900 Millionen iPhones seien. Entscheidend sei in diesem Zusammenhang der um 19% gestiegene Umsatz mit Abonnements, Zahlungsdiensten und Apps.

Trotzdem komme Apple ins Schleudern. Das lasse sich gleich an mehreren Stellen ablesen. Insgesamt sei der Umsatz im Weihnachtsquartal um 5% gesunken, das iPhone-Geschäft sogar um 15%. Kurzum: Die Smartphones würden sich nicht so gut wie früher verkaufen. Das wäre weniger bedenklich, wenn die Kalifornier nicht zwei Drittel ihres Umsatzes mit dem iPhone-Verkäufen machen würden. Den Titel des wertvollsten Unternehmens habe Apple längst an Microsoft abgeben müssen. Seit Oktober habe die Aktie etwa 30% verloren - Amazon und Alphabet seien vorbeigezogen. In den USA könne das Unternehmen seinen Marktanteil kaum noch erhöhen. "Der Anteil von Apple am US-Smartphone-Markt ist im Wesentlichen auf ein Plateau gefallen, sodass Apple im Ausland nach Wachstum sucht", so Yory Wurmser, Analyst bei eMarketer.

Auf seine gewohnten Milliardengewinne komme der Konzern dank anderer Produkte wie dem iPad, der Apple Watch, den drahtlosen Kopfhörern AirPods und dem Dienstleistungsgeschäft trotzdem. Der Umsatz aus dem Bereich Dienstleistungen habe im vergangenen Quartal bei 10,8 Mrd. USD gelegen, betone der Apple-Chef.

Bislang habe die Apple-Aktie den Widerstandsbereich von 160 USD nicht brechen können. Aktionäre hätten allerdings die Hoffnung, dass die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse dazu beitragen könnte. Und tatsächlich habe der Kurs überaus positiv auf die Bilanzpressekonferenz reagiert. Mit 84,3 Mrd. USD liege der Umsatz über den Erwartungen der Analysten. Die Kurse seien im nachbörslichen Handel über 6% in die Höhe geschossen. Am Aktienmarkt seien außerdem die positiven Aussagen zum Handelskonflikt gut angekommen: "Ich bin optimistisch, dass beide Länder in der Lage sind, ihre Dinge zu regeln."

Doch nach einer Deeskalation zwischen den beiden Großmächten sehe es derzeit nicht aus - im Gegenteil. Apple lasse fast alle iPhones in China produzieren, was US-Präsident Donald Trump massiv störe. Zwar sehe Apple in seiner Produktion in China ein steigendes Risiko, doch führe dies nicht zu einer Verlagerung in die USA, heiße es aus Unternehmenskreisen. Echte Alternativen: Indien und Vietnam. In Amerika würden die richtigen Mitarbeiter mit der notwendigen Qualifikation fehlen. Als Beruhigung wirke da die kurz vor der Bilanzpräsentation veröffentliche Meldung: "Im Jahr 2018 gab Apple 60 Mrd. USD für 9.000 amerikanische Zulieferer und Unternehmen aus, ein Anstieg von mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr, was mehr als 450.000 Arbeitsplätze unterstützte." Immerhin etwas.

Wie man es von Apple kenne, äußere sich das Unternehmen auch am Dienstagabend nicht zu neuen Produkten. Möglicherweise arbeite das Unternehmen an einem eigenen Video-Dienst und an einer Spiele-Flatrate, heiße es in verschiedenen Medienberichten. Beide Innovationen würden die Produktpalette verbreitern, was auf Zustimmung vieler Experten treffen sollte. Diese hätten immer wieder kritisiert, dass Apple zu stark auf das iPhone setze. Aber auch Zukäufe könnten eine Lösung sein. Am häufigsten genannt werde der japanische Spieleanbieter Nintendo, da er als "asiatischer Zwilling" gelte. Die Parallelen: Beide Unternehmen würden im Geld schwimmen, hätten treue Kunden und ein funktionierendes System aus Hardware, Software und Dienstleistung.

Trotz der Belastungen durch den Handelsstreit sende Apple-Chef Tim Cook Entspannungszeichen an die Aktionäre. Diese würden sich freuen und mitmachen. Doch das Unternehmenswachstum scheine aktuell eine Delle zu bekommen. Aus technischer Sicht sollte die Aktie das Niveau bei 160 USD unbedingt halten, ansonsten könnte der Kurs wieder fallen. Wenn Apple das Wachstum im Servicebereich weiter ausbauen könne - bis das nächste große Big Thing, etwa eine Brille für Augmented Reality (AR) marktreif sei - oder durch smarte Zukäufe die Produktpalette verbreitere, berge die aktuellen Krise eine große Chance. Schaffe Tim Cook das allerdings nicht, könnte das einst so gefeierte iPhone zu einem Riesenproblem werden. (Ausgabe 5 vom 03.02.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Apple-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Apple-Aktie:
145,89 Euro +0,29% (04.02.2019, 08:53)

XETRA-Aktienkurs Apple-Aktie:
146,29 Euro (01.02.2019)

Nasdaq-Aktienkurs Apple-Aktie:
166,52 USD -0,06% (01.02.2019)

ISIN Apple-Aktie:
US0378331005

WKN Apple-Aktie:
865985

Ticker-Symbol Apple-Aktie Deutschland:
APC

Ticker-Symbol Apple-Aktie Nasdaq:
AAPL

Kurzprofil Apple Inc.:

Apple Inc. (ISIN: US0378331005, WKN: 865985, Ticker-Symbol: APC, Nasdaq-Symbol: AAPL) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Unterhaltungselektronik mit Hauptsitz im kalifornischen Cupertino. Aktuelle Verkaufsschlager des Elektronikriesen sind die Smartphones der iPhone-Modellreihe, die Tablets der iPad-Serie sowie die Notebooks der MacBook-Reihe. Neben dem Verkauf von Elektronik-Hardware gewinnt stark zunehmend der Verkauf von Medien über den iTunes Store und Applikationen über den Apple-App Store an Bedeutung. Die Marke Apple gilt mit einem Wert von USD 185 Mrd. als die wertvollste Marke der Welt. (04.02.2019/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Der Vorstand und/oder Mitarbeiter der aktiencheck.de AG halten eine Netto-Longposition in den Aktien des analysierten Unternehmens. Es besteht also ein Interessenkonflikt auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen wollen.





 
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