Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 10. August 2022, 10:35 Uhr

Aurubis

WKN: 676650 / ISIN: DE0006766504

Aurubis: Das rote Gold glänzt mehr denn je - Aktienanalyse


03.02.22 08:30
Nebenwerte Journal

Sauerlach (www.aktiencheck.de) - Aurubis-Aktienanalyse vom "Nebenwerte Journal":

Peter-Wolf Schreiber und Claudius Schmidt vom Fachmagazin "Nebenwerte Journal" nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Kupferkonzerns Aurubis AG (ISIN: DE0006766504, WKN: 676650, Ticker-Symbol: NDA, NASDAQ OTC-Symbol: AIAGF) unter die Lupe.

Die Weltbevölkerung wachst rasane, und mit ihr der Anspruch auf Energie und Elektrifizierung, auf Mobilität und elektronische Vernetzung. Ohne Kupfer laufe dabei wenig bis gar nichts. Auch kein Elektromotor. Die Aurubis AG (bis 2008 Norddeutsche Affinerie) stelle aus Konzentraten, metallhaltigen Recyclingstoffen und Altmetallen verschiedene Metalle im höchsten Reinheitsgrad von 99,99% her.

Im Geschäftsjahr 2020/21 (30.09.) seien neben 1,11 Mio. Tonnen (t) Kupferkathoden über 40.000 t Blei, 10.000 t Zinn, fast 9.000 t Zink, 4.000 t Nickel, 950 t Silber, 50 t Gold, 1 t Platin und fast 1.000 t sonstige Metalle und Selen gewonnen worden. Damit sei das vor 155 Jahren als Aktiengesellschaft gegründete Unternehmen so breit aufgestellt wie noch nie in seiner Geschichte. Jährlich würden etwa 2,4 Mio. t Kupferkonzentrat verarbeitet, das aus vertraglich gebundenen Bergwerken rund um den Globus stamme, sowie etwa 1 Mio. t Recyclingmaterialien. Im fertigen Produkt würden schon heute 45% Recyclingstoffe stecken. Bis 2030 solle deren Anteil auf 50% steigen.

Die Kupfererzeugung sei, ebenso wie die Aluminiumproduktion, äußerst energieaufwendig. Kupfer werde durch Schmelzraffination und Elektrolyse gewonnen. Im Geschäftsjahr 2020/21 seien 1,72 (1,69) Mrd. kWh an Primärenergie und 2 (1.78) Mrd. kWh Strom in der Produktion eingesetzt worden. Dennoch dürften die Energiekosten nur wenige Prozent des auf EUR 14,6 (12,2) Mrd. gesteigerten Materialaufwands ausmachen. Die direkt durch Verbrennung in den eigenen Produktionsanlagen erzeugten CO2-Emissionen hätten sich auf 540.000 (503.000) t belaufen. Dennoch seien die Hanseaten überzeugt, bei der Steigerung der Energieeffizienz eine führende Rolle einnehmen zu können und sähen sich beim Thema Nachhaltigkeit als Vorreiter. Seit dem Jahr 2000 sei ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag in Umweltschutz investiert worden, 2021 seien es EUR 61 Mio. gewesen. Die CO 2-Emissionen, einschließlich der aus eingekaufter Sekundärenergie, sollten bis 2030 um 50% sinken. Bei Luftemissionen wie Staub und Metallemissionen im Wasser stehe Aurubis bereits heute im Branchendurchschnitt gut da; auch hier sollten die Schadstoffbelastungen aber bis 2030 nochmals um 15 bzw. 25% gesenkt werden.

Beim Produktionsprozess falle naturgemäß eine Menge Abwärme an. Schon seit 2018 würden Rothenburgsort und die östliche Hafencity mit Industriewärme aus der Kupferproduktion versorgt. Mit Enercity und Wärme Hamburg sei im Dezember 2021 ein neuer Wärmeliefervertrag geschlossen worden - bundesweit das größte Projekt zur Nutzung industrieller Abwärme. Der Hansestadt sei das Vorhaben hochwillkommen; denn spätestens ab 2030 solle keine Kohle mehr für die Fernwärme eingesetzt werden. Aurubis wiederum strebe an, deutlich vor 2050 klimaneutral Metalle zu produzieren - ein ehrgeiziges Ziel. Dazu werde auch erwogen, eine Anlage zur Erzeugung von "grünem Wasserstoff" auf der Peute, dem Hamburger Betriebsgelände zwischen Norder- und Süderelbe, zu errichten.

Nachdem sich die operativen Umsätze der beiden bisherigen Segmente "Metal Refining & Processing" und "Flachwalzprodukte" auf ein Verhältnis 10:1 verschoben hätten, gliedere sich das internationale, integrierte Hüttennetzwerk der Hanseaten ab dem laufenden Geschäftsjahr 2021/22 in "Multimetall Recycling" und "Custom Smelting & Products", das weitgehend dem früheren Segment "Kupferverarbeitung" entspreche. Bei der Kupfererzeugung würden Kupferkathoden aus Kupferkonzentrat und Recyclingrohstoffen gewonnen. Dabei überzeuge Aurubis traditionell durch den hohen Anteil von Recyclingmaterial. Bei der Kathodenherstellung falle als Nebenprodukt vor allem reine Schwefelsäure an, die überwiegend zur Herstellung von Sulfaten und Düngemitteln verwendet werde. Aus diesem Bereich resultiere der Ergebnisfaktor Schmelz- und Raffinierlöhne, der der Differenz zwischen dem Wert des Metallgehalts der Kupferkonzentrate und dem Einkaufspreis von Aurubis entspreche. Zusammen ergebe das den Kupferpreis an der London Metal Exchange (LME), der sich von seinem Tief im März 2020 auf aktuell über USD 10.000 mehr als verdoppelt habe. Für hochwertige Kathoden mit einem Reinheitsgrad von 99,99% würden Kupferverarbeiter an Aurubis eine Prämie zahlen.

Kupfer aus Verhüttung werde in Hamburg und Pirdop (Bulgarien) gewonnen, wo auch die Schwefelsäure in entsprechenden Mengen anfalle. Die Produktion von Kathoden und den daraus gefertigten verschiedenen Formaten wie Gießwalzdraht, Bänder, Drähte und Profile etc. erfolge in Lünen sowie in Olen und Beerse (Belgien). Weitere Werke würden in Großbritannien, Italien, Finnland, den Niederlanden, der Slowakei und den USA produzieren. Dort investiere der Taktgeber für Metallrecycling in Richmont County (Georgia) gerade etwa EUR 300 Mio., um auf dem rasch wachsenden nordamerikanischen Recyclingmarkt bis Anfang 2024 ein Werk für die Verarbeitung von bis zu 90.000 t Recyclingmaterial jährlich aufzubauen. Zudem solle das jetzt bereits umfangreiche Metallportfolio um weitere Materialien erweitert werden. Um mehr wertvolle Metalle schneller aus Zwischenprodukten zu gewinnen, seien im belgischen Beerse EUR 27 Mio. in eine neue hydrometallurgische Anlage investiert worden.

Das Geschäftsjahr 2020/21 (30.09.) sei zwar nicht das mit der höchsten Kupferproduktion gewesen, doch wirtschaftlich das erfolgreichste der Unternehmensgeschichte. Die Erlöse seien im Hauptsegment Metal Refining & Processing auf EUR 15,1 (11,5) Mrd. gestiegen, im kleineren Segment auf EUR 1,4 (1,1) Mrd. Insgesamt habe sich ein Anstieg um 31% auf EUR 16,3 (12,4) Mrd. ergeben. 35% des Geschäftsvolumens sei auf das Inland entfallen, weitere 34% auf andere EU-Staaten, 8% auf das übrige Europa und 23% auf Übersee. Als besonders gefragt habe sich Gießwalzdraht erwiesen, von dem 869 (759) t produziert worden seien, ein Zuwachs um 14,3%, der als Vorprodukt zur Weiterverarbeitung vor allem in der Kabel- und Drahtindustrie benötigt werde. Da zudem höhere Preise hätten durchgesetzt werden können, sei der Umsatz beim Gießwalzdraht um 58,9% auf EUR 6,21 (3,91) Mrd. gestiegen. Damit sei der Grundstock für ein gutes Ergebnis gelegt gewesen.

Das Rohergebnis habe um 16% auf EUR 1,43 (1,23) Mrd. zugenommen. Nur geringfügig um 4% hätten sich die Abschreibungen auf EUR 199 (192) Mio. erhöht. Traditionell werde strikt zwischen dem für die Dividende maßgeblichen operativen Ergebnis und Zufallseffekten aus der Umbewertung von Beständen im Produktionsprozess unterschieden. Das operative Ergebnis vor Steuern sei um 59,7% auf EUR 353 (221) Mio. hochgeschnellt, habe damit eine neue Bestmarke gesetzt und auch die zuversichtliche Prognose übertroffen. Kaum schlechter habe sich mit einem Plus von 59% das operative Konzernergebnis entwickelt, das mit EUR 266 (167) Mio. bzw. EUR 6,10 (3,73) je Aktie das bisherige Rekordergebnis aus dem Geschäftsjahr 2016/17 hauchdünn übertroffen habe. Einschließlich der in den Bestandsveränderungen erfassten Bewertungseffekte sei das Ergebnis nach Steuern auf EUR 613 (265,4) Mio. gestiegen. Die Aktionäre würden von dieser hervorragenden Entwicklung in Form einer auf EUR 1,60 (1,30) erhöhten Dividende je Aktie profitieren, die der virtuellen Hauptversammlung am 17.02.2022 vorgeschlagen werde.

Bei Annahme des Vorschlags betrage die Ausschüttungsquote bescheidene 26 (35)% des operativen Konzernergebnisses und lasse genügend Spielraum für ehrgeizige Investitionen, etwa in CO 2-Projekte oder das große Recyclingwerk in Georgia. Der Netto-Cashflow habe um 77% auf EUR 812 (459) Mio. zugelegt, und die Netto-Finanzposition habe sich von EUR -102 Mio. auf positive EUR 383 Mio. gedreht. Der ROCE, die Rendite auf das eingesetzte Kapital, sei auf 15,6 (9,3)% gestiegen. Das Berichtsjahr sei von guter Anlagenverfügung, hoher Nachfrage und gestiegenen Metallpreisen geprägt gewesen. Sowohl mit Konzentraten als auch mit Recyclingmaterialien habe sich der Technologieführer vermocht konstant gut zu versorgen. Langfristige Lieferverträge würden dabei zur Visibilität beitragen.

Der Start in das neue Geschäftsjahr 2021/22 sei verheißungsvoll verlaufen. Nach vorläufigen Zahlen sei das operative EBT, das die entscheidende Konzernkennziffer bilde, in Q1 um 85% auf EUR 152 (82) Mio. verbessert worden. Die Jahresprognose für das operative EBT sei daraufhin auf EUR 400 bis 500 statt 320 bis 380 Mio. angehoben worden. Das EBT nach IFRS habe sich auf EUR 405 (226) Mio. erhöht. Metalle in ihrer ganzen Vielfalt würden ebenso wie Schwefelsäure gefragt bleiben. Aurubis als ein führendes Unternehmen der Grundstoffindustrie profitiere von langfristigen weltweiten Trends. Selbst in dem von steigenden Preisen für Energie, die nicht kurzfristig ersetzt werden könne, geprägten Umfeld sei CEO Roland Harings, der seit Mitte 2019 das Unternehmen führe, zuversichtlich, an das vorjährige Spitzenergebnis in diesem Geschäftsjahr nahtlos anknüpfen zu können; 2020/21 sei erst der Anfang einer hoffentlich langen Reihe guter Geschäftsjahre, habe er im Gespräch mit dem Nebenwerte-Journal gesagt.

Für EUR 32,30 sei die Aktie der Aurubis AG Mitte März 2020 zu erwerben gewesen - ein Kurs wie aus einer anderen Welt; denn die im Grunde banale Erkenntnis, dass die Ressourcen der Erde begrenzt seien, werfe ein Schlaglicht auf die Attraktivität aller Aktien der Roh- und Grundstoffindustrie. Die Hanseaten würden nicht allein von der anziehenden Nachfrage nach Kupfer in verschiedenen Formaten, sondern auch von Preissteigerungen für andere Metalle profitieren, würden sich durch ein Maximum an Recycling und langfristige Lieferverträge unabhängig von der Volatilität der Kupferpreise an der LME machen, würden die CO2-Problematik entschlossen angehen und innovative metallurgische Prozesse für immer komplexere Recyclingansprüche entwickeln. Obendrein zahlen sie eine solide Dividende, so Peter-Wolf Schreiber und Claudius Schmidt vom Fachmagazin "Nebenwerte Journal". (Ausgabe 03/2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Aurubis-Aktie:

XETRA-Aktienkurs Aurubis-Aktie:
93,28 EUR 0,00% (02.02.2022, 12:51)

Tradegate-Aktienkurs Aurubis-Aktie:
93,28 EUR -0,45% (02.02.2022, 12:53)

ISIN Aurubis-Aktie:
DE0006766504

WKN Aurubis-Aktie:
676650

Ticker-Symbol Aurubis-Aktie:
NDA

NASDAQ OTC Ticker-Symbol Aurubis-Aktie:
AIAGF

Kurzprofil Aurubis AG:

Die Aurubis AG (ISIN: DE0006766504, WKN: 676650, Ticker-Symbol: NDA, NASDAQ OTC-Symbol: AIAGF) ist ein weltweit führender Anbieter von Nichteisenmetallen und einer der größten Kupferrecycler der Welt. Das Unternehmen verarbeitet komplexe Metallkonzentrate, Altmetalle, organische und anorganische metallhaltige Recyclingstoffe und industrielle Rückstände zu Metallen mit höchster Qualität. Aurubis produziert jährlich mehr als 1 Mio. Tonnen Kupferkathoden und daraus diverse Produkte aus Kupfer oder Kupferlegierungen wie Gießwalzdraht, Stranggussformate, Profile oder Flachwalzprodukte. Darüber hinaus erzeugt Aurubis viele andere Metalle wie Edelmetalle, Selen, Blei, Nickel, Zinn oder Zink. Zum Portfolio gehören auch weitere Produkte wie Schwefelsäure oder Eisensilikat.

Nachhaltigkeit ist elementarer Bestandteil der Aurubis-Strategie. "Aurubis schafft aus Rohstoffen verantwortungsvoll Werte" - dieser Maxime folgend integriert das Unternehmen nachhaltiges Handeln und Wirtschaften in die Unternehmenskultur. Dies beinhaltet den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen, ein verantwortungsvolles soziales und ökologisches Handeln im operativen Geschäft und ein Wachstum in sinnvollem und gesundem Maß.

Aurubis beschäftigt rund 7.200 Mitarbeiter, verfügt über Produktionsstandorte in Europa und den USA sowie über ein ausgedehntes Service- und Vertriebssystem in Europa, Asien und Nordamerika.

Die Aurubis-Aktie gehört dem Prime Standard-Segment der Deutschen Börse an und ist im MDAX sowie dem Global Challenges Index (GCX) gelistet. (03.02.2022/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
07:11 , Aktiennews
Aurubis Aktie: Der nächste starke Knaller!
Die vorliegende Analyse beschäftigt sich mit der Aktie Aurubis, die im Segment "Materialien" geführt ...
09.08.22 , Aktiennews
Interssant für jeden Aurubis-Anleger!
Die vorliegende Analyse beschäftigt sich mit der Aktie Aurubis, die im Segment "Materialien" geführt ...
09.08.22 , Aktiennews
Aurubis Aktie: Das war nur der Anfang!
Die vorliegende Analyse beschäftigt sich mit der Aktie Aurubis, die im Segment "Materialien" geführt ...