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Do, 29. Februar 2024, 16:46 Uhr

BASF

WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111

BASF: Deutliche Umsatzrückgänge wegen des konjunkturellen Gegenwinds und der fallenden Absatzpreise - Aktienanalyse


23.11.23 14:52
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - BASF-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), senkt in einer aktuellen Aktienanalyse das Kursziel für die Aktie der BASF SE (ISIN: DE000BASF111, WKN: BASF11, Ticker-Symbol: BAS, NASDAQ OTC-Symbol: BFFAF) von EUR 48 auf EUR 45.

Der Umsatz sei im dritten Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahr um 28% auf EUR 15,7 Mrd. zurückgegangen und habe damit deutlich unter den Erwartungen der Analyst:innen gelegen, die im Durchschnitt mit EUR 17,6 Mrd. gerechnet hätten. Maßgeblich für den Rückgang seien deutlich niedrigere Preise, insbesondere in den Segmenten Materials, Chemicals und Surface Technologies, gewesen. Darüber hinaus hätten deutlich geringere Absatzmengen in allen Segmenten mit Ausnahme vom Automobilsektor die Umsatzentwicklung belastet.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen sei im Vergleich zum Vorjahresquartal von EUR 1,35 Mrd. auf EUR 575 Mio. zurückgegangen, womit die Erwartungen der Analyst:innen von im Schnitt EUR 525 Mio. erfüllt worden seien. Die Sondereinflüsse, insbesondere aus Strukturmaßnahmen, hätten im Berichtsquartal mit EUR 181 Mio. negativ zu Buche geschlagen. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen habe minus EUR 249 Mio. nach plus EUR 909 Mio. im Vorjahresquartal betragen. Dieser Rückgang sei neben dem niedrigeren EBIT auf das insgesamt negative Ergebnis der mehrheitlich zu BASF gehörenden Wintershall Dea bzw. deren Sondereinflüsse zurückzuführen.

Für das Gesamtjahr 2023 habe BASF den zuletzt im Sommer nach unten korrigierten Ausblick bestätigt. Demnach erwarte der Chemiekonzern beim Umsatz eine Spanne von EUR 73 bis 76 Mrd. (2022: EUR 87,3 Mrd.). Beim EBIT vor Sondereinflüssen beabsichtige man zwischen EUR 4,0 und 4,4 Mrd. (2022: EUR 6,9 Mrd.) zu erzielen.

Vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Rahmenbedingungen samt deutlicher Ergebnisabschwächung insbesondere in Europa habe BASF ein Kostensenkungsprogramm mit Fokus auf Europa und vor allem Deutschland beschlossen. Bis Ende 2024 wolle man außerhalb der Produktion jährliche Einsparungen von mehr als EUR 600 Mio. realisieren und ab 2026 dann mehr als EUR 700 Mio. Bislang habe man EUR 500 Mio. in Aussicht gestellt.

Das Produktportfolio sei in sechs Geschäftssegmente gegliedert: Chemicals mit einem Umsatzanteil von 17%, Materials (19%), Industrial Solutions (11%), Surface Technologies (29%), Nutrition & Care (8%) und Agricultural Solutions (11%). Aus den unterschiedlichsten Bereichen würden rund 90.000 Kunden beliefert. Die breite Aufstellung ermögliche es, Schwächen in einzelnen Bereichen besser abfedern zu können.

Nach Regionen gliedere sich der Konzernumsatz auf die Regionen Europa (39%), Nordamerika (27%), Südamerika, Afrika und Naher Osten (9%) sowie Asien-Pazifik (25%).

BASF mache sich die Verbundstrategie zunutze, bei der Produktionsanlagen und ihre Energieversorgung zwecks Effizienzsteigerung intelligent miteinander vernetzt würden. Beispielsweise werde die Abwärme eines Betriebs einem anderen als Energie zur Verfügung gestellt oder würden Nebenprodukte an anderer Stelle als Einsatzstoff genutzt. Der Verbundstandort in Ludwigshafen sei das größte zusammenhängend entwickelte Chemieareal der Welt.

Neben den Auswirkungen von Konjunktureinbruch und Kosteninflation müsse sich BASF langfristig auch auf höhere Energiepreise einstellen. Im Jahr 2022 etwa hätten sich die Mehrkosten für die Erdgas-Beschaffung allein an den europäischen Standorten gegenüber 2021 auf EUR 2 Mrd. und gegenüber 2020 sogar auf EUR 3,4 Mrd. summiert.

BASF sei ein breit aufgestelltes Chemieunternehmen mit vielen Abnehmern aus der Industrie, wo die Nachfrage stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängig sei. Die schwächere Nachfrage habe sich auch in den letzten Quartalsberichten bemerkbar gemacht, wo rückläufige Absatzmengen und -Preise hätten vermeldet werden müssen. Immerhin habe der im Rahmen der veröffentlichten H1-Zahlen einkassierte Ausblick für das Gesamtjahresergebnis bei den Q3-Zahlen bestätigt werden können. Für das vierte Quartal 2023 erwarte BASF eine weitere Stabilisierung der Produktion in der globalen Chemieindustrie.

Die Achillesferse des Unternehmens sei und bleibe die Gasversorgung Deutschlands, zumal BASF der größte industrielle Gasverbraucher des Landes sei. Für Europa seien wegen des wegfallenden Angebots (Russland, Stilllegung des niederländischen Gasfelds Groningen) und der teureren Alternativen (Flüssiggas) sowie der steigenden Nachfrage (Ersatz für stillgelegte Kohle- und Kernkraftwerke, Ausgleich von Schwankungen in der Stromerzeugung durch Erneuerbare) mittelfristig höhere Erdgaspreise zu erwarten.

Dem gegenüber stehe die attraktive Bewertung der BASF-Aktie sowie das Merkmal eines Qualitätsunternehmens.

Im Lichte der sich abschwächenden Konjunkturdynamik bleibt Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, jedoch trotz der ansprechenden Bewertung bei seiner "halten"-Empfehlung für die Aktie von BASF. Das Kursziel von EUR 45 (zuletzt: EUR 48) basiere auf einem Multiple-Ansatz und die geschätzten Zahlen auf Konsensus-Daten. Die Bewertung der BASF-Aktie berücksichtigt in puncto EV/EBITDA und Kurs/Gewinn-Verhältnis für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 gegenüber der Peer Group Bewertungsabschläge, welche uns aus der historischen Betrachtung gerechtfertigt erscheinen, so die Analysten der RBI. (Analyse vom 23.11.2023)



Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze BASF-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs BASF-Aktie:
43,78 EUR +0,54% (23.11.2023, 14:48)

XETRA-Aktienkurs BASF-Aktie:
43,785 EUR +0,15% (23.11.2023, 14:33)

ISIN BASF-Aktie:
DE000BASF111

WKN BASF-Aktie:
BASF11

Ticker-Symbol BASF-Aktie:
BAS

NASDAQ OTC-Symbol BASF-Aktie:
BFFAF

Kurzprofil BASF SE:

BASF (ISIN: DE000BASF111, WKN: BASF11, Ticker-Symbol: BAS, NASDAQ OTC-Symbol: BFFAF) steht für Chemie für eine nachhaltige Zukunft. Das Unternehmen verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung. Mehr als 111.000 Mitarbeitende in der BASF-Gruppe tragen zum Erfolg ihrer Kunden aus nahezu allen Branchen und in fast allen Ländern der Welt bei. Das Portfolio umfasse sechs Segmente: Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions. BASF erzielte 2022 weltweit einen Umsatz von 87,3 Milliarden Euro. BASF-Aktien werden an der Börse in Frankfurt (BAS) sowie als American Depositary Receipts (BASFY) in den USA gehandelt. Weitere Informationen unter www.basf.com. (23.11.2023/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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